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Tränen und Konfetti5521 Tage Kasalla – Spektakuläre Geburtstagsparty in der Lanxess-Arena

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Kasalla feiert 15 Jahre mit zwei ausverkauften Konzerten in der Lanxess-Arena – und neuem Album „Trone un Konfetti“.

Angefangen hat alles im September 2011: Vor einigen Hundert Freunden und Angehörigen stand Kasalla damals im Kölner MTC auf der Bühne. Die roten Chucks tragen die Musiker noch heute. Aus der Nachwuchsband ist inzwischen aber eine der gefragtesten Gruppen Kölns geworden, deren Fans in ganz Deutschland zu finden sind.

5521 Tage später schauen die fünf Musiker auf 15 stolze und bewegte Jahre zurück. Als Geschenk zum Jubiläum spielt die Band für ihr Publikum zwei spektakuläre und sehr aufwendig inszenierte Konzerte in der Lanxess-Arena. Insgesamt 29.000 Fans machen sich dafür auf den Weg.

Jubiläumsshows in der Lanxess-Arena: 29.000 Besucher feiern Kasalla

Am Freitagabend (16. Oktober 2026), dem Tag des ersten Konzerts, erschien auch das sechste Studioalbum der Band. Dessen Titel „Trone un Konfetti“ wurde der Auftakt mehr als gerecht. Bei Kasalla gibt es eben nicht nur ausgelassene, laute Augenblicke, manchmal fließen auch Tränen. „Man kann feiern, aber gleichzeitig auch jemanden vermissen“, sagt Keyboarder Rene „Ena“ Schwiers.

Im ersten Song des Abends singt die Band: „Manchmol deiht et jot un manchmol deiht et wieh. Zwesche lost un happy, Trone un Konfetti.“ Für die Show hatte Kasalla in der Arena den „Rummelplatz, der Levve heiss“ errichtet. Bereits mit der Bühnengestaltung setzte die Band neue Maßstäbe: Die Kölner „Riesenschüssel“ glich einer großen, rot eingefärbten Manege. Dazu passte der Einstieg in den Abend – „Pirate“ erklang als Drehorgel-Version.

Frontmann Basti Campmann (49) erinnerte kurz an die Anfänge: „15 Jahre sind schon eine krass lange Zeit. Damals gab es viele, die sagten: Was soll das denn, was die machen? Der kann kein richtiges Kölsch, der schreit nur rum. Die sind völlig saaluntauglich. Aber wir haben weitergemacht.“ Und das mit Erfolg: 2016 feierte die Band ihren fünften Geburtstag in der Arena, zum zehnten kamen 40.000 Menschen ins Stadion, nun folgt die doppelte Party zum 15. Jubiläum.

Flo Peil, Rene „Ena“ Schwiers, Basti Campmann, Nils Plum und Sebastian Wagner auf der Bühne der Lanxess-Arena.

15 Jahre Kasalla: Diesen Meilenstein in ihrer Karriere feierten Flo Peil, Rene „Ena“ Schwiers, Basti Campmann, Nils Plum und Sebastian Wagner (v.l.) mit einem spektakulären Konzert in der Lanxess-Arena.

Für den Geburtstag fuhr Kasalla das volle Show-Programm auf. Vier Bläser und ein Streicher-Duo verliehen den Liedern zusätzliches Volumen. Dazu kamen Feuerbälle, Pyrotechnik, Konfetti in großen Mengen, ein Moment am Lagerfeuer sowie blinkende Armbänder, wie man sie von Coldplay-Konzerten kennt. Bei „Ding Südkurv“ brannten Bengalos, beim Finale zu „Mer sin eins“ leuchteten bunte Ballons – es fehlte an nichts.

Fans halten bunte Luftballons beim Kasalla-Konzert hoch.

Zum Finale überraschten die Fans die Band mit einem Meer aus bunten, leuchtenden Luftballons.

Schon gleich zu Beginn gerieten die Tribünen bei „Alle Jläser huh“ bedenklich ins Wackeln. Ende Oktober kommt mit „Mir es et ejal!“ die dritte Single des neuen Albums heraus. Vor dem Song lief ein kurzer Film, in dem Sänger Campmann die Schreckensmeldungen des Alltags um die Ohren fliegen – etwa rund um Alice Weidel oder Donald Trump. Sein Ausweg: für einen Tag einfach den Stecker ziehen.

Basti Campmann steht im Bademantel auf der Bühne.

Zum Song „Mir es et ejal!“ tanzten Mittelfinger um Frontmann Campmann herum.

Entsprechend trat er für das Lied in weißem Bademantel und Schlafanzughose auf, während um ihn herum tanzende Mittelfinger ein Zeichen zur aktuellen Lage setzten. Bei „Jröne Papajeie“ stieß Eko Fresh dazu, der sich ebenfalls für ein vielfältiges und lebenswertes Köln einsetzt.

Auf den ausgelassenen Beginn folgte der schwerste und heftigste Moment des Abends. Campmann sagte: „Ich möchte euch von einem Menschen erzählen, der so wichtig war und von dem wir immer noch denken, du kommst doch jeden Moment zur Tür rein. Den man nachts um 4 Uhr anrufen konnte, egal wegen was. Er hätte immer geholfen, wäre immer aufgestanden und wäre da gewesen. Er hat immer unverhohlen seine Meinung gesagt und war immer ehrlich und geradeaus. Und er fehlt uns so sehr.“

Eko Fresh mit Bastian Campmann auf der Bühne.

Eko Fresh (l.) war einer der Gäste bei Kasallas Geburtstagsshow. Er sang „Jröne Papajeie“.

Die Rede war von Techniker Tom, der in der Nacht zum 3. Mai 2025 auf der A3 bei einem tragischen Motorradunfall gestorben war. Ihm widmete die Band „Ne Jode“ – und kam dabei an ihre Grenzen. Neben Keyboarder Ena weinte Gitarrist Flo Peil, Sänger Basti konnte beim Singen die Tränen kaum zurückhalten. Schlagzeuger Nils Plum sagt: „Ohne Schatten gibt es kein Licht. Wir haben in den vergangenen Jahren beides erlebt.“ Deshalb wühlte dieser Gänsehautmoment so stark auf.

Feuerwerk beim Konzert von Kasalla.

Kasalla hatte zum Jubiläum das ganz große Show-Besteck mit zahlreichen Effekten aufgefahren.

Per Video meldete sich anschließend ein wunderbarer Freund der Band in der Halle zu Wort: der 101-jährige Ludwig Sebus. „Wir können uns die Freiheit nicht nehmen lassen. Mag die Demokratie noch so schlecht sein, sie ist besser als die beste Diktatur. Die Demokratie fängt bei uns selbst an, indem wir aufeinander zugehen, offen sind und keine Unterschiede machen“, sagte er. „Wir sind, was wir sind: Menschen, die sich dem Leben stellen. Das Herz ist der ausschlaggebende Faktor, wohin wir uns bewegen.“

Sebastian Wagner gibt Flo Peil ein Küsschen.

Ein Küsschen zwischen Sebastian Wagner (l.) und Flo Peil zum Jubiläum.

Daran knüpfte der nächste Auftritt an: Zu „Fleisch un Bloot“ holte Kasalla Sänger Monchi und Trompeter Max von Feine Sahne Fischfilet auf die Bühne. Kennengelernt hatten sich die beiden Bands im vergangenen Jahr bei Rock am Ring. Aus der Begegnung beim Festival entstand eine Verbindung zwischen Kölschrock und Punk aus Mecklenburg-Vorpommern.

Kasalla-Konzert mit brennenden Bengalofackeln.

Zum Song „Ding Südkurv“ wurden auf der Bühne zahlreiche Bengalofackeln entzündet.

Anfang September war Kasalla beim Festival „Wasted in Jarmen“ aufgetreten, nun folgte der Gegenbesuch – obwohl die Indie-Rockband erst am Mittwochabend von einem Konzert in Buenos Aires zurückgekommen war. „Es freut uns so sehr, diese tollen Menschen kennengelernt zu haben“, sagte Monchi. Zusammen sangen beide Bands „Diese eine Liebe“, danach legte Feine Sahne Fischfilet noch „Komplett im Arsch“ nach.

Campmann zeigte sich begeistert: „Das sind Momente, die wir uns vor vier, fünf Jahren nicht erträumt hätten. Wenn du in dieser Arena stehst, in all diese Gesichter schaust und merkst, wie viele Menschen diesen Weg mit uns gegangen sind, dann haut dich das einfach um. Wir haben so viel Liebe gespürt. Da waren ganz viele Trone und ganz viel Konfetti – und genau darum geht’s doch.“

„Dass wir all das miteinander teilen dürfen, ist das größte Geschenk zu unserem Geburtstag.“ Mit „Immer noch do“, dem „Letzte Leed der Welt“, dem zuckersüßen „Bütz mich“ und der totalen Eskalation zu „Stadt met K“ ging es auf die Zielgerade, die Fans bekamen nicht genug. Nach 165 Minuten endete der erste der beiden wilden Jubiläumsabende schließlich mit „Sing mich noh Hus“ – ein Fest in Rot und Weiß mit extrem viel Leidenschaft.