Ein Bremer Buchladen wurde vom Buchhandlungspreis ausgeschlossen. Nun zieren Zitate des Kulturministers seine Fassade.
„Bitte gib Preis“Bremer Laden antwortet Minister mit dessen Zitaten

Die Buchhandlung reagiert damit auf den Ausschluss vom Deutschen Buchhandlungspreis.
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In Bremen hat der „Golden Shop“ infolge seiner Disqualifikation vom Deutschen Buchhandlungspreis seine Außenfront verändert. An der Fassade sind jetzt auf einem gelben Banner Aussprüche des parteilosen Kulturstaatsministers Wolfram Weimer angebracht. Die „taz“ hatte als erste über diese Aktion gemeldet.
Der Minister hatte das Geschäft zusammen mit zwei anderen Buchläden in Berlin und Göttingen von der Nominierungsliste für die Auszeichnung im Jahr 2026 entfernt. Als Rechtfertigung wurde angeführt, die mit öffentlichen Mitteln dotierte Ehrung dürfe nicht „an Feinde des Staates“ vergeben werden. Dieser Beschluss rief heftige Reaktionen von Opposition und aus dem Kulturbetrieb hervor und entfachte eine deutschlandweite Diskussion um die Vergaberichtlinien staatlicher Kulturförderung, die auch in der Kulturszene Kölns mit Interesse beobachtet wird. Die vorgesehene Vergabe der Auszeichnung während der Buchmesse in Leipzig wurde annulliert.
Juristische Auseinandersetzung und scharfe Reaktionen
Die genauen Vorwürfe gegen die drei Buchhandlungen sind der Öffentlichkeit bislang nicht mitgeteilt worden. Die Angelegenheit ist mittlerweile Gegenstand eines juristischen Verfahrens, weil die betroffenen Läden gerichtlich um Einsichtnahme in den Vergabeprozess kämpfen.
Im Rahmen der Auseinandersetzung wurde ebenfalls eine frühere Aufschrift an der Front des „Golden Shop“ kritisiert. Die Außenwand trug die Zeile „Deutschland verrecke bitte“. Es handelt sich dabei um die Textzeile einer Punk-Formation namens Slime, welche laut einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts einen Bezug zu Heinrich Heines Gedicht „Die Schlesischen Weber“ aus dem Jahr 1844 aufweist.
Fassadengestaltung durch Künstler mit Minister-Zitaten
Sönke Lühring, ein Künstler aus Bremen, hat die Außenwand jetzt in einem vergleichbaren Stil mit Äußerungen von Weimer versehen. Zu lesen sind dort nun Sätze wie „Das ist überhaupt nicht als Kulturkampf gedacht“ oder auch „Europa vermehrt sich nicht mehr biologisch“.
Eine Neugestaltung erfuhr ebenfalls die Schaufensterauslage, die nun ein Porträt des Ministers in einem goldenen Rahmen sowie seine Publikationen, darunter „Das konservative Manifest“, präsentiert.
Auf Instagram publizierte der Buchladen Bilder der umgestalteten Front und kommentierte diese mit den Worten: „Hallo Weimi. Gefällt dir unsere neue Fassade* besser? Wir lieben dich und deine intellektuellen Ergüsse. Bitte gib Preis.“ (dpa/red)
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