Das Cream-Album „Wheels of Fire“ erscheint neu – mit lange verschollenen Aufnahmen, die zufällig wiederentdeckt wurden.
Verlorener Rock-SchatzCream-Album „Wheels of Fire“ mit verschollenen Aufnahmen

2005 traten Cream zum letzten Mal gemeinsam auf. Eric Clapton lebt als einziger noch.
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Fast 60 Jahre nach dem Original erscheint das Cream-Album „Wheels of Fire“ neu. Die Edition enthält Schätze, die lange als verloren galten und die Geschichte der Band in neuem Licht zeigen.
Um die Relevanz von Cream in den 1960er-Jahren zu erfassen, muss man die revolutionäre Natur ihrer damaligen Musik verstehen. Als sich 1966 in London der Gitarrist Eric Clapton, der Bassist und Sänger Jack Bruce sowie der Schlagzeuger Ginger Baker vereinten, wurde eine der frühesten sogenannten Supergroups der Rockmusik geboren. Mit Stücken wie „Sunshine of Your Love“, „Crossroads“ oder „White Room“ gelten sie als Pioniere des Psychedelic Rock, Hard Rock und Heavy Metal.
Lediglich zwei Jahre nach ihrer Formierung erlangte Cream 1968 mit dem dritten Album „Wheels of Fire“ den Zenit ihres kreativen Schaffens, nur um sich kurz darauf wieder zu trennen. Beinahe 60 Jahre später wird dieses maßgebliche Werk neu aufgelegt. Von dem experimentierfreudigen Trio ist heute nur noch Clapton am Leben. Die umfassende Edition enthält bisher unveröffentlichte und als verschollen angesehene Aufnahmen.
Historische Aufnahmen aus dem Cream-Archiv
Die „Remastered Super Deluxe 5-CD Edition“ von „Wheels of Fire“, welches ursprünglich als Doppel-LP herauskam, beinhaltet diverse Versionen des Albums und wird ergänzt durch historische Live-Mitschnitte, alternative Fassungen und Demoaufnahmen. Ein Großteil davon lagerte für Jahrzehnte unbemerkt im Archiv. Auf Vinyl wird die etwas kompaktere „Expanded 3-LP Edition“ angeboten.
Bei der ursprünglichen Veröffentlichung wurden die Titel mit dem sogenannten Haeco-CSG-Effekt nachbearbeitet, um den Stereo-Klang an Mono-Abspielgeräte anzupassen. Das neue Boxset bietet neben dieser bekannten Fassung erstmalig eine phasenkorrigierte Variante, die sich durch eine höhere Detailfülle sowie eine klarere Klangbühne auszeichnet.
Die kuriose Geschichte der wiederentdeckten Bänder
Zusätzlich werden erstmalig die „Reference Reels“ des Albums präsentiert. Diese originalen Bänder, sowohl in Stereo als auch in Mono, von Produzent Felix Pappalardi dürften besonders Audiophile und treue Cream-Anhänger begeistern, da sie eine außergewöhnliche Einsicht in die klangliche Evolution der Aufnahmen ermöglichen.
Pappalardi und seine Frau Gail Collins, die als Songwriterin mitwirkte, hatten die Bänder beim Verlassen ihres gemieteten Hauses in New York liegen gelassen. Die Eigentümerin des Hauses fand Hunderte Tonbänder, die sich in einer Plastiktasche befanden, und bewahrte sie auf. Über einen Sammler, der das Material erwarb, gelangten sie schließlich in den Besitz von Historikern und Musikproduzenten, welche die Aufbereitung für die Neuauflage übernahmen.

Die «Remastered Super Deluxe 5-CD Edition» von «Wheels of Fire» enthält mehrere Versionen des Albums.
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Platin-Erfolg und die darauffolgende Trennung
„Wheels of Fire“ kombiniert zugängliche Melodien mit ausgedehnten Instrumental-Soli der drei Ausnahmemusiker, welche sich auf der Bühne regelmäßig einen musikalischen Wettstreit lieferten. Das Album erreichte die Spitzenposition der US-Albumcharts und gilt als das erste Doppelalbum der Musikgeschichte, das eine Platin-Auszeichnung erhielt.
Etwa einen Monat nach der Veröffentlichung gab Cream die Trennung bekannt. Davor begab sich das bereits zerstrittene Trio jedoch noch auf eine mehr als sechsmonatige Konzerttournee. Die Live-Aufnahmen aus San Francisco, die im Boxset zu finden sind – aus dem Fillmore Auditorium und dem Winterland Ballroom – wurden einige Monate vor dem Erscheinen von „Wheels of Fire“ mitgeschnitten. Sie waren mehrheitlich bereits auf den Platten „Live Cream“ und „Live Cream Volume II“ verfügbar und wurden nun neu gemastert.
Das Boxset in leuchtend-silberner Aufmachung umfasst ein gebundenes Buch, das weitere Informationen bereithält. Die verschiedenen Versionen sind hauptsächlich für Klangpuristen von Interesse. Angefangen beim dramatischen Intro von „White Room“ über den Bluesrock-Titel „Sitting on Top of the World“ und das folkige „As You Said“ bis zum treibenden „Deserted Cities of the Heart“ mit Cello-Passagen ist „Wheels of Fire“ ganz gleich in welcher Abmischung ein musikalischer Hochgenuss für Rock-Fans. (dpa/red)
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