Köln – Wie hörte es sich an in Versailles, als der Sonnenkönig zur Tanzmusik lud, wie waren die Tonfarben, wie die Phrasierungen? Mit alten Instrumenten und dem Blick in die Originalhandschriften erstehen Klangwelten, die mitunter mehr sagen als jeder gebohnerte Parkettboden des Schlosses oder ein staubiger Gobelin.
Felix-Festival in Köln: Besondere Spielstätten und historische Aufführungspraxis
François-Xavier Roth fühlt sich in seinem Element, wenn er solchen Fragen nachgehen kann. Da der Generalmusikdirektor diesmal das Felix-Festival vom 16. bis 21. August kuratiert, setzt er den Schwerpunkt auf französische Tanzmusik – und das nicht nur am Hofe. Die Spielstätten reichen vom Senftöpfchen Theater, über St. Mariäe Himmelfahrt bis zur Dombauhütte, dem Wallraf-Richartz-Museum oder zur Philharmonie.
Den Auftakt macht dort am 16. August das Ensemble Correspondances unter Sébastien Daucé, das die Krönung von Louis XIV zum König als Raumklangerlebnis aufführt. Idee des Festivals ist es, über die alte Musik hinaus auch die historische Aufführungspraxis für Werke zu recherchieren, die jüngeren Datums sind.
Für Igor Stravinskys Ballettmusik zum Beispiel, die im 20. Jahrhundert eine Revolution einleitete. Er schrieb „Feuervogel“, „Petruschka“ und „le sacre du printemps“ für die „Ballets Russes“ von Sergei Djagilew. Roth und sein Ensemble Les Siècles führen sie zum Abschluss des Festivals auf, auf Originalinstrumenten. „Das wird ein sportiver Abend“, verspricht Roth. Auch einen Workshop zum Thema Darmsaiten und Barockbögen, historischen Flöten und ihrer Persönlichkeit gibt es – im Kontrast zu modernen Instrumenten. Die Musiker kommen in den Pausen damit ins Foyer der Philharmonie.
„Felix urban“: Neue Komponisten und junge Interpreten in Köln
Wie Intendant Louwrens Langevoort hervorhebt, geht „Felix urban“ am 20. Mai wieder in die Stadt. Die Uhrzeiten und Programme werden noch bekannt gegeben. Alles ist kostenlos und an ausgewählten Spielstätten der Stadt treten junge Interpreten auf, „die einen mutigen und modernen Umgang mit der Musik leben“, so Langevoort. Es kommen Komponisten zu Gehör, die womöglich nie populär, aber darum nicht weniger hörenswert sind. Georg Muffat widmet sich Amadine Beyer mit ihrem Ensemble Gli Incogniti.
Die korsische Vokalgruppe A Filetta schlägt den Bogen von einer Cembalosuite von Jean-Philippe Rameau, über Madrigalgesänge bis zu den elektronischen Klängen von Catherine Lamb.
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