Florian WackerErmittlerin auf der Spur der Aale

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Krimiautor Florian Wacker greift einen realen Skandal auf.

Krimiautor Florian Wacker greift einen realen Skandal auf.

Krimiautor Florian Wacker schreibt ein Buch über Tierschmuggel nach einer wahren Begebenheit.   

Über das Leben der Aale ist wenig bekannt. Durch die Forschung ist neuerdings aber nachgewiesen, dass alle Wanderfische, die in Europas Seen oder Flüssen schwimmen, in der Sargassosee, östlich Floridas, geboren werden.

Auf der roten Liste

Nach ihrem Aufbruch, ob zum Bodensee oder in die Havel, kehren sie dorthin wieder zurück, um zu laichen und zu sterben. Sie stehen auf der roten Liste, über die Ursachen wird geforscht.

Aber es gibt bereits einige Faktoren, die als Auslöser in Frage kommen: Auf ihrer mehr als 5000 Kilometer langen Reise wird den Aalen der Weg immer häufiger durch Turbinen, Wehre oder Dämme versperrt – Bauwerke, die auch für grünen Strom stehen sollen, für die Tiere aber blutig enden.

In seinem neuen Krimi „Die Spur der Aale“ nennt der Autor Florian Wacker noch ein weiteres Hindernis: Schmugglerbanden.

Fische im Reisegepäck

Die Frankfurter Staatsanwältin Greta Vogelsang geht der Sache mit den Glasaalen, also den Jungtieren, auf den Grund, nachdem ein Kollege vom Zoll auf ungeklärte Weise beim Angeln verstorben ist. Das Dezernat für Umweltverbrechen und Artenschutzdelikte wird an den Main gerufen. Hoch angesehen ist es in der Behörde nicht, Witzeleien wie „heute schon einen Frosch gerettet“ sind an der Tagesordnung.

Doch das Netz der Schmuggler, die die Glasaale in Koffern gefüllt mit Plastikbeuteln in Styropor-Packungen als Reisegepäck transportieren, ist weit verzweigt.

Wacker wechselt im Plot mal nach Frankreich, mal nach Asien und führt Greta Vogelsang zuletzt auf die richtige Fährte, die im Keller eines Frankfurter Chinarestaurants endet.

Wacker behandelt ganz realen Stoff. Das lukrative Geschäft mit Aal boomt wie im Drogenhandel. In Asien gelten die Wanderfische als Delikatesse. Ihnen wird potenzsteigernde Wirkung nachgesagt.

Endstation Chinarestaurant

Legal erhält ein Fischer pro Kilo der wenige Zentimeter langen Glasaale 150 Euro. Illegal gibt es laut DAFV (Deutscher Angelfischverband) beim Glasaalschmuggel rund 6000 Euro für ein Kilo Fisch.

Und auch ein konkreter Fall liegt Wackers Buch zugrunde: Im Februar 2019 ließ der Zoll im Keller eines ehemaligen China-Restaurants in Liederbach im Taunus einen Umschlagplatz für internationalen Glasaal-Schmuggel auffliegen. 210 000 Exemplare tummelten sich in vier Bassins.

Florian Wacker: Die Spur der Aale. KiWi, 238 S., 17 Euro.

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