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Freddie Mercury zum 80.Wie der Queen-Sänger zum Mythos wurde

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Freddie Mercury - Queen-Konzert - 19.07.1986 - Freddie Mercury am 19. Juli 1986 beim legendären Queen-Konzert anlässlich der Magic Tour auf der Bühne im Müngersdorfer Stadion. Es war das letzte Konzert von Queen in Deutschland.Freddie Mercury am 19. Juli 1986 beim legendären Queen-Konzert anlässlich der Magic Tour auf der Bühne im Müngersdorfer Stadion. Es war das letzte Konzert von Queen in Deutschland., Köln Nordrhein-Westfalen Deutschland *** Freddie Mercury Queen concert 19 07 1986 Freddie Mercury on July 19, 1986 at the legendary Queen concert on the occasion of the Magic Tour on stage in the Müngersdorfer Stadium It was the last concert of Queen in Germany Freddie Mercury on July 19, 1986 at the legendary Queen concert o Copyright: ZIKxImages UnitedArchives00010775 EDITORIAL USE ONLY

Freddie Mercury am 19. Juli 1986 beim legendären Queen-Konzert anlässlich der Magic Tour auf der Bühne im Müngersdorfer Stadion. Es war das letzte Konzert von Queen in Deutschland.

Am 5. September hätte Freddie Mercury seinen 80. Geburtstag feiern können. Eine Würdigung.

„Fred, ich weiß wirklich nicht, ob du das überhaupt noch singen kannst“, gibt Queen-Gitarrist Brian May noch unmittelbar vor der Aufnahme zu bedenken. Es ist der Anfang eines neuen Jahrzehnts, aber für Freddie Mercury ist es der Anfang vom Ende. Bereits im Frühjahr 1987 hat er seine HIV-Diagnose erhalten. Aber über die will er nicht reden, will kein Mitleid und keine Sonderbehandlung. Selbst seine Bandkollegen erfahren es erst zwei Jahre später. Und erst 24 Stunden vor seinem Tod wird er seine Aids-Krankheit öffentlich machen.

Die Band hat sich vor dem Ansturm der Londoner Paparazzi – die Bilder vom zunehmend ausgemergelten Sänger zu erhaschen versuchen – ins schweizerische Montreux zurückgezogen, in die Mountain Studios, die ihnen schon seit 1979 gehören.

„I'll fucking do it, darling“, sagt der kranke Mercury

„Show Must Go On“ heißt die Powerballade, an der sie gerade arbeiten, Betonung auf „power“. Es wird das letzte Stück auf dem letzten Queen-Album, das noch zu Lebzeiten ihres großen Showmannes erscheint. Ein Stück von jener althergebrachten Opulenz und Dekadenz, mit der sie Mitte der 70er berühmt geworden sind, als ihre sechsminütige, musikalisch maßlose Mini-Operette „Bohemian Rhapsody“ die Charts anführte.

Es ist auch ein Stück, in dessen gemeinsam verfassten Text Mercury und May von den Dingen sprechen können, über die sie sonst schweigen: „In meinem Herzen zerbreche ich“, heißt es im Lied, „mein Make-up mag verlaufen, doch mein Lächeln bleibt bestehen.“ Die Show muss weitergehen, bis es eben nicht mehr weitergeht. Vielleicht, fürchtet Brian May, ist es längst soweit. Aber davon will sein Vier-Oktaven-Sänger nichts wissen. „I'll fucking do it, darling“, beschließt Mercury, kippt einen Wodka, geht in die Aufnahmekabine und, erinnert sich May, legt eine schlicht unfassbare, zerstörerisch gute Gesangseinlage hin.

In Montreux, am Ufer des Genfer Sees, steht heute eine überlebensgroße Statue des schnauzbärtigen Stars, in Siegerpose, die Faust zum Himmel gereckt. Das Mountain Studio ist heute ein Queen-Museum, er selbst eine Legende, die garantiert richtige Antwort auf die Frage nach dem besten Sänger in der Geschichte der populären Musik.

Am Samstag, den 5. September, wäre Freddie Mercury, der diese Welt im Alter von 45 Jahren verlassen hat, 80 Jahre alt geworden. In Montreux ist eine Fan-Party zum Geburtstag angesetzt worden. Es gibt kein Grab, keine Gedenkstätte, an der man ihn beweinen könnte. Es ist nicht bekannt, wo seine Asche beigesetzt oder verstreut wurde. Er bleibt verborgen, auch im Tod.

Das Buch "Ein Leben in Songs" von Freddie Mercury mit Mary Austin gewährt private Einblicke in das Leben und die Arbeit des 1991 gestorbenen Queen-Sängers. Dafür öffnete Mary Austin das Mercurys Archiv.

Das Buch "Ein Leben in Songs" von Freddie Mercury mit Mary Austin gewährt private Einblicke in das Leben und die Arbeit des 1991 gestorbenen Queen-Sängers.

Dabei hat kaum ein Künstler aus der heroischen Zeit der Rockmusik den Schausteller-Aspekt des Geschäfts so genüsslich ausgekostet wie Farrokh Bulsara aus der Steinernen Stadt von Sansibar. Er wusste schon, warum er sich nach dem quecksilbrigen Götterboten benannt hatte. Verglichen mit seinem mal pfauen-, mal machohaften (aber nie ganz ernst gemeinten) Bühnengebaren wirkten Selbstdarsteller wie David Bowie oder Elton John nachgerade introvertiert. „I am the Great Pretender“, der große Blender, sang Mercury. „Ich bin einsam, doch niemand sieht es mir an.“

Im Londoner Victoria-and-Albert-Museum hat Mary Austin, die ehemalige Verlobte, engste Vertraute und Haupterbin des Sängers, gerade ein neues Buch über Mercury vorgestellt: „A Life in Lyrics“, unter dem Titel „Ein Leben in Songs“ ist es zeitgleich auch auf Deutsch erschienen. Darin unter anderem abgebildet: die in hastiger Schreibschrift auf Briefpapier der Fluggesellschaft British Midland gekritzelten Lyrics zur „Bohemian Rhapsody“, die zuerst nur der „Cowboy Song“ hieß, weil eine Passage Mercury an eine Westernszene erinnerte, später dann „Mongolian Rhapsody“.

Bei British Midland arbeitete sein Vater, aber über seinen familiären Hintergrund sprach der selbsterklärte Blender so wenig wie über seine Sexualität. Die er gerade deshalb umso öffentlicher ausleben konnte: das herrliche Innuendo des Bandnamens, die Eskapaden in der Münchener Schwulenszene, die Barttracht, das Drag-Video zu „I Want to Break Free“.

Der Nachruhm garantiert bis heute sein Privatleben, wahrscheinlich hätte ihm sogar das arg verfälschende Biopic gefallen, in dem Rami Malek ihn darstellte. Und ebenso all die Freddies der zahllosen Queen-Coverbands. Er ist eine Chiffre, die strahlende Stimme, die dem Tod enteilt und verkündet, dass die Show weitergehen muss.