Mit minimalem Budget zu Kino-Hits: Zwei Horrorfilme von jungen YouTube-Talenten werden zu Überraschungserfolgen.
Gen Z erobert HollywoodZwei günstige Horrorfilme werden zu internationalen Hits

Renate Reinsve spielt im Horrorfilm «Backrooms» mit. (Archivbild)
Copyright: Andreea Alexandru/Invision/AP/dpa
Zwei Gruselfilme von jungen Filmemachern, die auf YouTube begannen, erzielen Rekordeinnahmen bei minimalen Kosten. Was macht den Reiz dieser Streifen aus, die in Kürze auch hierzulande zu sehen sind?
Aktuell erregen zwei eher unscheinbare Horrorfilme Aufsehen an den Kinokassen, abseits von Blockbustern wie „The Mandalorian and Grogu“ oder „Der Teufel trägt Prada 2“. Obwohl „Backrooms“ (Filmstart 18. Juni) und „Obsession – Du sollst mich lieben“ (Filmstart 25. Juni) in Deutschland erst bevorstehen, lässt ihr weltweiter Triumph auf ein hohes Potenzial für den hiesigen Markt schließen.
Trotz unterschiedlicher Erzählstränge weisen die beiden Werke Parallelen auf. Verantwortlich für beide Projekte sind Nachwuchs-Filmemacher, deren Laufbahn auf der Videoplattform YouTube ihren Anfang nahm. Beide realisierten ihre Filme mit einem überschaubaren finanziellen Aufwand, der sich in kürzester Frist amortisierte. Dieser Triumph verdeutlicht den Einfluss der Generation Z, also der Altersgruppe zwischen ungefähr 15 und 30 Jahren, auf die etablierte Kinolandschaft.
„Backrooms“: Wie ein Online-Mythos die Leinwand erobert
Als Beispiel dient „Backrooms“ von dem erst 20-jährigen Filmemacher Kane Parsons. Die Geschichte dreht sich um ein unendliches Labyrinth, das aus bizarr hell erleuchteten, beklemmenden Zimmern besteht. Das Werk, dessen Produktionskosten auf zehn Millionen US-Dollar geschätzt werden, kam Ende Mai in den Vereinigten Staaten heraus und hat seither global über 200 Millionen US-Dollar generiert.
Fachzeitschriften zufolge stellt „Backrooms“ somit den bisher kommerziell erfolgreichsten Titel des Studios A24 dar und übertrifft sogar Werke wie „Marty Supreme“ mit Timothée Chalamet. Das Konzept des Streifens fußt auf einem Grusel-Phänomen aus dem Internet, welches 2019 seinen Ursprung in einem online verbreiteten Foto einer verlassenen, gelb tapezierten Zimmerflucht hatte. Aus dieser Vorlage schufen User Schauergeschichten über eine alternative Realität, die als „Backrooms“ bekannt wurde.
Die Handlung des Gruselfilms im Detail
Schon im Jahr 2022 realisierte Parsons seine Vision der „Backrooms“ als Kurzfilm auf YouTube, der millionenfache Klicks erzielte. Für die Kinoversion wurde dieser Online-Mythos auf eine Spieldauer von etwa 110 Minuten erweitert. Da für das Verständnis des Werks keine Vorkenntnisse erforderlich sind, spricht es ein junges Publikum ebenso an wie neugierige Liebhaber des Horrorgenres.
Die zentralen Figuren werden von Chiwetel Ejiofor, der einen Möbelgeschäftsinhaber spielt, und Renate Reinsve in der Rolle einer Psychologin verkörpert. Nachdem der Geschäftsmann eine nicht sichtbare Tür in seinem Geschäft findet, betritt er eine unheimliche Parallelwelt, die aus ineinander verschachtelten, fensterlosen Zimmern besteht. Seine Psychologin beginnt die Suche nach ihrem Patienten, wodurch sie sich selbst einem Risiko aussetzt.
„Obsession“: Von Zuneigung zu krankhaftem Wahn
Ein vergleichbarer Triumph kündigt sich für „Obsession“ an, der in den USA seit Mitte Mai zu sehen ist. Das Werk des 26-jährigen Regisseurs Curry Barker hat auch eine Bestmarke aufgestellt: Mit Einnahmen von über 285 Millionen US-Dollar ist es der kommerziell erfolgreichste Titel des Studios Focus Features und stellt den Hit „Downton Abbey“ von 2019 in den Schatten. Die Produktionskosten für diesen Psychothriller sollen sich auf lediglich etwa 750.000 US-Dollar belaufen haben.
Bekanntheit erlangte Barker durch seinen YouTube-Kanal mit dem Namen „that's a bad idea“. In seinem Film „Obsession“ widmet er sich Motiven wie schädlicher Zuneigung und besitzergreifendem Verhalten. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Bear (Michael Johnston), der mithilfe eines magischen Objekts erreicht, dass seine Angebetete Nikki (Inde Navarrette) ihn abgöttisch liebt. Sein Wunsch geht in Erfüllung, aber Nikkis Liebe wandelt sich in eine pathologische Obsession.
Der Streifen entfaltet das Szenario eines Albtraums, dessen Entwicklung erst unterschwellig einsetzt und sich dann zunehmend brutal und blutig gestaltet. Die Darstellerin Inde Navarrette gibt der Figur der Nikki eine zwiespältige Note, wodurch ihre Aktionen für das Publikum nicht vorhersehbar sind. Der Triumph beider Werke demonstriert, dass für den Erfolg eines Films nicht zwangsläufig hohe finanzielle Mittel, sondern in erster Linie kreative Konzepte ausschlaggebend sind. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.