Archäologen haben in Ägypten einen seltenen Fund gemacht: In einer Mumie entdeckten sie ein Fragment von Homers „Ilias“.
Homer in der MumieArchäologen finden Fragment von Homers „Ilias“ in Ägypten

In der Wüstenprovinz Minja in Ägypten wurden immer wieder spektakuläre Entdeckungen gemacht. (Archivbild)
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In Ägypten haben Archäologen im Inneren einer Mumie aus der römischen Epoche ein Fragment der „Ilias“ des griechischen Dichters Homer gefunden. Laut einer Mitteilung des Antikenministeriums in Kairo beinhaltet das auf Papyrus verfasste Schriftstück Verse aus dem zweiten Gesang des berühmten Epos.
Der Fundort befindet sich in der Provinz Minja, 180 Kilometer im Süden von Kairo. Es handelt sich um das antike Oxyrhynchos, welches heute den Namen al-Bahnasa trägt und zu den bedeutendsten archäologischen Grabungsstätten in Ägypten gehört.
Oxyrhynchos als bedeutende Papyrus-Quelle
In Oxyrhynchos wurden bereits zahlreiche beeindruckende Objekte aus der Epoche der Griechen und Römer sowie der byzantinischen Zeit geborgen. Darunter befinden sich Tausende Papyri, die heutzutage zu den wichtigsten Manuskriptfunden weltweit gezählt werden. Der Leiter des Antikenrats, Hischam al-Laithi, sagte, der Fund gebe der Grabstätte eine „wichtige literarische und historische Dimension“.
Die Auffindung eines Manuskripts innerhalb einer Mumie stellt hingegen eine Seltenheit dar. Ob das Schriftstück aus symbolischen Motiven der Mumie beigelegt wurde, ist nicht geklärt. Es ist überliefert, dass vor und in der Zeit der römischen Dominanz in Ägypten Totenmasken ebenfalls aus Papyrus-Kartuschen gefertigt wurden, wofür man mehrere Schichten ausgedienter Papyri miteinander verleimte.
Fund eines literarischen Werks ist eine Neuheit
Forscher von der Universität in Barcelona machten die Entdeckung bereits Ende des Vorjahres. Dem britischen Blatt „The Independent“ sagte der Linguistik-Professor Ignacio Javier Adiego: „Es ist nicht das erste Mal, dass wir griechisches Papyrus gebündelt und versiegelt in den Mumifizierungsprozess enthalten finden“. Bislang habe es sich jedoch überwiegend um magische Texte gehandelt. „Das wirklich Neue ist, einen literarischen Papyrus im Kontext einer Bestattung zu finden.“
Zu einer römischen Provinz wurde Ägypten im Jahr 30 vor Christus. Das Land war anschließend für einen Zeitraum von rund 700 Jahren, bis zur arabischen Eroberung 642, fast durchgehend Bestandteil des Römischen Reiches, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)
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