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Illustres Trio in der Kölner PhilharmonieKammermusik mit Spaßfaktor

2 min
Oboist Alexei Ogrintchouk

Oboist Alexei Ogrintchouk

Pianist Hans Eijsackers, Oboist Alexei Ogrintchouk und Cellist Jérôme Fruchart bewiesen Temperament, Humor und Spiellust.

„Nur“ Kammermusik und zeitgleich das erste Spiel der deutschen Mannschaft bei der Fußball-WM – das waren wohl die beiden Faktoren, die den Publikumsbesuch des Sonntagabend-Konzerts in der Kölner Philharmonie limitierten. Schade, denn der von ihrem niederländischen Klavierpartner Hans Eijsackers assistierte Auftritt zweier illustrer Mitglieder des Concertgebouw Orchesters – des russischen Oboisten Alexei Ogrintchouk und des französischen Cellisten Jérôme Fruchart – zum Abschluss der Porträtreihe zur Amsterdamer Eliteformation hätte ein volleres Haus verdient gehabt. Mit viel Temperament, Humor, Spiellust und einem populären Programm ging es hier 75 pausenfreie Minuten lang zur Sache – mutmaßlich spannender als im Fall des absehbaren deutschen Siegspiels gegen Curaçao.

Perfekte Interpretation trotz Umbesetzung

Ein Nachteil der Agenda war freilich der durchgehende Zwang zur Umbesetzung der Originale. Oboentrios gibt es in der Literatur kaum – weshalb in Haydns Flötentrio Hob. XV:15 besagte Flöte genauso ersetzt werden musste wie die Klarinette in Beethovens Gassenhauer-Trio. Und in Michail Glinkas „Trio pathétique“ mussten gleich zwei Instrumente, Klarinette und Fagott, dran glauben. Zweifellos waren auch die Komponisten seinerzeit wenig wählerisch, dies allerdings aus pragmatischen und rein ökonomischen, nicht aus künstlerischen Gründen. Eine Oboe hat halt einen völlig anderen Klangcharakter als eine Flöte oder Klarinette.

Der Interpretationsqualität tat dies aber keinen Abbruch: In perfekter Abstimmung und mit hellwachem Sinn für den kompositorischen Spaßfaktor ging es bei Haydn los – wo der Cellist leider nicht viel zu tun hat. Fruchart hatte den großen Auftritt als Sänger auf seinem Instrument erst bei dem interessanten, bereits Chopin-nahen Glinka, der drei seiner vier Sätze zwanglos ineinanderfließen lässt. Nicht nur als Sänger, sondern auch als Kobold betätigte sich überzeugend Ogrintchouk, und beide Spieler wurden von Eijsackers elegant-geschmeidig begleitet. Wobei der Begriff „Begleitung“ hier nicht recht taugt, das Klavier muss vielmehr die Hauptarbeit stemmen. Als Zugabe erklang dann noch seelenvoll-romantisch der langsame Satz aus Mendelssohns erstem Klaviertrio.