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„So schön ist es geworden“Isabel Allende über die neue „Geisterhaus“-Serie bei Prime

3 min
Isabel Allende

Die «Geisterhaus»-Schriftstellerin Isabel Allende mag die neue Serie, wie sie sagt. (Archivbild)

Amazon Prime Video verfilmt Isabel Allendes „Das Geisterhaus“ neu – und will dabei authentischer sein als alle Vorgänger.

Mit der Publikation von „Das Geisterhaus“ vor 44 Jahren gelang der chilenischen Autorin Isabel Allende der direkte Aufstieg in den Olymp der lateinamerikanischen Literatur. Ihr Debütroman wurde in Dutzende Sprachen übertragen und erreichte eine millionenfache Auflage. Amazon Prime Video stellt nun ab dem 29. April mit „La casa de los espíritus“ (deutsch: „Das Geisterhaus“) eine neue Serienverfilmung vor, die als die möglicherweise authentischste Interpretation des Materials gilt.

Die über Generationen reichende Saga der Frauen einer wohlhabenden südamerikanischen Familie wird von den Regisseuren Francisca Alegría und Andrés Wood in prachtvollen Bildern geschildert. Anders als bei vorherigen Verfilmungen nehmen Elemente des magischen Realismus – ganz wie im Roman – in der neuen Serie eine zentrale Bedeutung ein. So wachsen rosafarbene Blüten aus dem Wüstenboden, während der Patriarch Esteban Trueba die Atacama-Wüste durchquert, es erscheinen die Geister verstorbener Angehöriger und krächzende Vögel unterrichten die Hauptfigur Clara del Valle über die vergangenen Verfehlungen ihres Gatten.

Rückbesinnung auf die lateinamerikanischen Ursprünge

Vornehmlich führt die Serie „Das Geisterhaus“ wieder zu seinen lateinamerikanischen Ursprüngen zurück. Die populäre Verfilmung aus dem Jahr 1993, besetzt mit Stars wie Meryl Streep, Glenn Close, Jeremy Irons, Winona Ryder und Armin Mueller-Stahl, wurde in englischer Sprache in Europa realisiert. Mit Ausnahme von Antonio Banderas waren kaum spanischsprachige Schauspieler beteiligt. Die Regie übernahm der Däne Bille August, während der Deutsche Bernd Eichinger als Produzent verantwortlich zeichnete.

Die achtteilige Prime-Produktion wurde demgegenüber in Chile mit einer lateinamerikanischen und spanischen Besetzung realisiert. Die junge Clara del Valle wird von der Spanierin Nicole Wallace dargestellt, während der Mexikaner Alfonso Herrera den Patriarchen Esteban Trueba verkörpert und die Argentinierin Dolores Fonzi die ältere Clara spielt. In der spanischsprachigen Originalversion wurde überdies Wert darauf gelegt, dass die Besetzung einen chilenischen Akzent verwendet.

Autorin Allende zeigt sich von der Adaption angetan

Als Produzentin ist Isabel Allende an der Serie involviert, hat sich aber bei der kreativen Realisierung ihres bekannten Werkes nicht eingebracht. „Ich habe einige Fragen am Telefon beantwortet, aber mit dem kreativen Teil hatte ich nichts zu tun, denn ich kenne mich mit Film nicht aus“, äußerte sie in einem Gespräch mit der Zeitschrift „Vanity Fair“. Nach der Sichtung des Endprodukts äußerte sie sich dennoch sehr angetan: „Ich konnte nicht aufhören zu weinen - so schön ist es geworden.“

Die Verantwortlichen der Serie nutzen bei der filmischen Realisierung die gestalterischen Möglichkeiten voll aus. Eindrucksvolle Landschaftspanoramen mit schneebedeckten Gipfeln und weiten Sanddünen stehen im Wechsel mit Sequenzen in prunkvollen Stadtvillen und auf dem ausgedehnten Anwesen der Familie Trueba. Ebenso fallen die kunstvollen Kostüme sowie die detailreiche Ausstattung der Drehorte ins Auge.

Ein Generationenepos über weibliche Stärke

„Das Geisterhaus“ thematisiert das Leben von Clara del Valle, die von Kindheit an über paranormale Gaben verfügt, sowie ihres ehrgeizigen und brutalen Gatten Esteban Trueba. In den Schicksalen von Clara, ihrer Tochter Blanca und Enkelin Alba reflektieren sich Auseinandersetzungen zwischen der wohlhabenden Oberschicht und der ländlichen Armutsbevölkerung, Gewalt an Frauen, das Streben nach einer gerechteren Gesellschaftsordnung und die Etablierung einer autoritären Herrschaft. Obgleich Chile nicht ausdrücklich benannt wird, behandelt Allende im Roman unverkennbar die Historie ihres Heimatlandes sowie den Militärputsch unter General Augusto Pinochet.

Insbesondere aber ist die Erzählung ein Sinnbild für weibliche Kraft, Widerstandsfähigkeit und Zusammenhalt in einer Welt, die von Gewalt und Vorurteilen bestimmt ist. „Frauen machen die Hälfte der Bevölkerung aus und konsumieren Serien und Filme genauso wie Männer“, erklärte Produzentin Eva Longoria gegenüber der Zeitschrift „Elle“. „Deshalb bin ich der Meinung, dass sich mehr Geschichten um starke Frauen drehen sollten, und dass das Geschichtenerzählen von außergewöhnlichen Frauen geprägt sein sollte.“ (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.