Der schwedische Bestsellerautor Arne Dahl widmet sich in „Kaltes Fieber“ erneut der Gruppe um Ermittlerin Eva Nyman.
Neuer Krimi von Arne DahlIn „Kaltes Fieber“ sind die Opfer spektakulär zur Schau gestellt

Arne Dahl ist einer der erfolgreichsten Krimiautoren Schweden.s
Copyright: Karl Nordlund
„Wir werden zusammenkommen, uns gegenseitig in die Augen sehen und wie ein richtiges eingeschweißtes Kollektiv denken. So haben wir immer am besten gearbeitet.“ Während sich Eva Nyman und ihre bunt zusammengewürfelte Ermittlertruppe in ihrem ersten Fall (im Band „Stummer Schrei“) noch zurechtruckeln mussten, treten sie in Arne Dahls neuem Krimi „Kaltes Fieber“ noch stärker als Einheit auf.
Als da wären: Annika „Ankan“ Stolt, die immer noch dabei ist, die Trauer um ihren Ehemann zu verarbeiten. Die weiterhin ihre Sucht bekämpfende Sonja Ryd. Shabir Sarwani, der es geschafft hat, als Jugendlicher nicht auf die schiefe Bahn zu geraten. Rahim Abdulhamid, der seine Integration nach wie vor sehr ernst nimmt. Und Lukas Frisell, der nach acht Jahren Einsiedelei im Wald wieder im Polizeidienst ist.
Morde nach den Sieben Weltwundern
Die Mordserie, die es aufzuklären gilt, ist schon optisch spektakulär: Die Opfer werden in Nachbildungen der sieben Weltwunder öffentlich zur Schau gestellt: Das erste steckt in einer Zeusstatue. Es folgen die Pyramiden von Gizeh, die Hängenden Gärten von Babylon, der Tempel der Artemis, das Mausoleum von Halikarnassos, der Koloss von Rhodos und der Leuchtturm von Pharos.
Dahl lässt die Kommissarinnen und Kommissare in alle Richtungen ermitteln: Gibt es Verbindungen zwischen den Opfern? Könnten Künstler in den Nachbau der Weltwunder involviert sein? Wie ist es möglich, dass zum Teil Tonnen schwere Stücke transportiert oder Installationen wie die „Hängenden Gärten“ ohne großes Aufheben aufgebaut werden konnten?
Perfide Form von Street Art?
Dahl lässt die Ermittelnden (wie auch die Leserschaft) lange im Dunkel, jede Spur scheint eine verheißungsvolle Möglichkeit, die sich im nächsten Moment als falscher Gedanke erweist. Und das ungewohnte Umfeld von Künstlern, Galeristen und Kunstdozenten trägt bei dem einen oder der anderen zur Verunsicherung bei: Sind die vielleicht Serienmorde eine perfide Form von Street Art? Oder ist hier eine international agierende Bande am Werk. Oder eine feindlich gesinnte Nation? Die Auflösung ist, wie man das von Dahl nicht anders erwarten würde, recht verblüffend.
Arne Dahl: Kaltes Fieber. Ein neuer Fall für Eva Nyman. Aus dem Schwedischen von Kerstin Schöps. Die Lesung im Rahmen der Crime Cologne am 24. September im Harbour Club ist ausverkauft.