Die Social-Media-Bewegung der „Tradwives“ feiert ein althergebrachtes Rollenmodell. Für Schwarzer ist das alles nur eine große Illusion.
Kölner FeministinAlice Schwarzer hält „Tradwife“-Bewegung für Schwindel

Alice Schwarzer. (Archivbild)
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Feministin Alice Schwarzer sieht in der aus den USA kommenden „Tradwife“-Bewegung von kinderreichen, konservativen Hausfrauen nichts als einen großen Schwindel. „Ich glaube überhaupt nicht, dass es ‚Tradwives‘ wirklich gibt“, sagte die Herausgeberin der Zeitschrift „Emma“ der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Köln.
„Gibt es im echten Leben überhaupt nicht“
„Es gibt ein paar taffe Frauen, die aus dieser Nummer eine Karriere gemacht haben. Das sind Influencerinnen, die für die Darstellung dieses ‚Tradwife‘-Lebens kassieren. Und wenn es läuft, sei es ihnen gegönnt“, erläuterte Schwarzer ihre Überzeugung. „Aber es gibt diese ‚Tradwives‘ im echten Leben überhaupt nicht.“
Dieses Social-Media-Phänomen sei allenfalls Ausdruck einer Sehnsucht von überstrapazierten Frauen, die drei Schichten hätten: „den Job als perfekte Mutter, die moderne Schicht als schicke Geliebte und dann ganz nebenher auch noch einen Beruf. Und da gibt es natürlich schon mal so Sehnsüchte, dass es Frauen zu viel ist“, so Schwarzer. „Und dann kommt der Gedanke auf: ‚Du lieber Gott, wäre doch toll, wenn ich zu Hause bleiben könnte.‘ Aber in der Realität ist das natürlich keine Option mehr für die Frauen von heute und nur ein schönes Märchen.“ (kna)
