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Kölner Musikerin Betty LaMinga verpasst Volksliedern Motown-Sound

Betty La Minga

Betty LaMinga mal acht - live und als ihr eigener Chor per Video.

Köln – Das gute alte Volkslied - von Heino und Hermann Prey für die deutschen Wohnstuben parat gemacht, von Vicky, Mireille Mathieu oder Nicole mit leichtem Schlagerhauch wiederbeatmet. Doch die Kölnerin Betty LaMinga pustet eine Reihe altbekannter Weisen nun gehörig durch - indem sie ihnen einen satten Motown-Sound verpasst. "Save The German Liedgut" - das sind eine EP mit vier der Songs und ein Bühnenprogramm, das jetzt im Cafe Helmholtz seine Köln-Premiere feierte.

"Klipp-klapp, yeah yeah yeah" - so klappert hier die Mühle am rauschenden Bach. Betty LaMinga macht so viel charmanten Druck, dass das Publikum keine andere Wahl hat, als sich dem Strom des Vertrauten hinzugeben. "Horch, was kommt von draußen rein" oder "Am Brunnen vor dem Tore" - das kann jeder doch zumindest in Teilen mitsingen. Und wenn dann "Die Gedanken sind frei" mit einem Honkytonk-Piano startet, zum Blues wird und sich schließlich zu einem Gospel emporschwingt, ist das eine kongeniale musikalische Begleitung zu diesem rund 250 Jahre alten Text.

Zwischendurch erzählt LaMinga, wie sie die Arrangements in einer Kuckucksuhr auf dem Flohmarkt fand. Und auch wenn die Comedy-erprobte Sängerin (sie ist Teil der Impro-Truppe Frizzles) in ihren Moderationen und in den üppigen Videoeinspielern Faxen macht - die Texte nimmt sie ernst. "Kein schöner Land in dieser Zeit" gerät stimmig, weil ohne Naivität und völlig ironiefrei vorgetragen.

Viele Kollegen angesteckt

Mit ihrer Begeisterung für das Projekt konnte LaMinga im Vorfeld viele Kollegen anstecken. Am E-Piano sitzt nun Andreas Hirschmann, der die Arrangements schrieb. Und Martell Beigang an den Drums zauberte auch die zauberhafte Computeranimation, die "Der Mond ist aufgegangen" bebildert. Doch was für ein echtes Brett dieses nicht-subventionierte Projekt ist, zeigt sich erst bei "Wenn die bunten Fahnen weh'n".

Auf der Bühne wird es als Halbplayback präsentiert - und so die famose Studioarbeit des Teams demonstriert. Die Version beginnt wie ein Hit der Supremes oder der Four Tops, mehr 60er, mehr Motown geht kaum. Da wurde nicht billig-billig was am Synthi gefrickelt, sondern handfeste Musik gemacht. Man weiß nicht, ob sie da hin will, aber es würde vielen TV-Shows, die sich dem Volkstümlichen widmen, gut tun, wenn Betty dort ihre Fahnen wehen ließe.

Wieder am 20.1.2017, Café Helmholtz, Helmholtzplatz 1. Infos zu Songs und Downloadmöglichkeit unter www.laminga.de