Am Haupteingang des WDR-Funkhauses befindet sich jetzt eine besondere Plakette: Sie würdigt die Verdienste des Senders.
Besondere Plakette für Kölner SenderWDR als „Ort der Demokratiegeschichte“ ausgezeichnet

Katrin Vernau, (l.) WDR-Intendantin, steht neben Carsten Männlein, Vertreter der Stiftung „Orte der Demokratiegeschichte“, an der Plakette der Auszeichnung „Ort der Demokratiegeschichte“.
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Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) ist als „Ort der Demokratiegeschichte“ ausgezeichnet worden. Am Haupteingang des Funkhauses am Wallrafplatz in Köln wurde am Morgen eine entsprechende Plakette enthüllt. Damit werde der Beitrag des Senders zu unabhängiger Berichterstattung, freier Meinungsbildung und demokratischer Öffentlichkeit gewürdigt, sagte Carsten Männlein, stellvertretender Direktor der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte, die 2021 vom Bundestag gegründet worden war.
Intendantin Katrin Vernau sagte, Demokratie sei ohne freie Medien nicht vorstellbar. Nach dem Ende der Nazi-Diktatur sei der Rundfunk in Deutschland bewusst neu gedacht worden - unabhängig vom Staat, allein den Menschen und der Wahrheit verpflichtet. „Dass der WDR heute als Ort deutscher Demokratiegeschichte ausgezeichnet wird, würdigt genau diese Idee.“

Nathanael Liminski (CDU). Medien-Staatssekretär des Landes, spricht bei der Vergabe der Auszeichnung „Ort der Demokratiegeschichte“.
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NRW-Medienminister Nathanael Liminski (CDU) sagte, man brauche den WDR als verlässliche Informationsquelle und kritischen Beobachter, der Missstände aufdecke. Gleichzeitig mahnte er, die Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks müsse immer wieder neu erarbeitet werden. „Das heißt auch, Kritik ernst zu nehmen. Es gehört natürlich zur Wahrheit dazu, dass vielfach im Rahmen dieses Erfolgs des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in den letzten Jahrzehnten Kritik nicht immer ganz so ernst genommen worden ist.“
Liminski sieht auch Reformbedarf
Da sei ein Reformstau aufzulösen gewesen. „Ich glaube, mit dem Reformstaatsvertrag haben wir dafür eine Grundlage gelegt“, sagte Liminski. Der seit Dezember geltende Reformstaatsvertrag sieht unter anderem den Abbau von Doppelstrukturen, weniger lineare Programme und eine stärkere Kooperation von ARD und ZDF vor. Liminski sagte, der WDR gehe bei den Reformen mutig voran. „Es ist wichtig, dass das Angebot reformiert wird“, mahnte er. „Das wird gemacht.“ Damit zeige der WDR, dass er fit für die Zukunft bleiben wolle.
Julia Becker, Aufsichtsratsvorsitzende der Funke Mediengruppe, sagte, sowohl der öffentlich-rechtliche Rundfunk als auch die privat finanzierten Medien träten dafür ein, die Meinungsfreiheit durch eine Vielfalt von Stimmen zu schützen. „Wir tragen eine gemeinsame Verantwortung, und die heißt, Menschen da draußen verlässlich auf einer wahren Faktenbasis zu informieren, damit sie teilhaben können an dem, was es an Entscheidungen zu treffen gilt.“ (dpa)
