Noch’n Gedicht!, witzelte einst der Komiker Heinz Erhardt, wenn er seine eigenen Verse ansagte. Noch’n Rekord!, könnten die Leipziger in den Stehsatz geben lassen, mit dem sie alljährlich die Besucherbilanz der Buchmesse verkünden. In diesem Jahr also 260 000 Gäste. Rund 9 000 mehr als im Vorjahr. Ist das wichtig?
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Nein, das ist es nicht. Wichtiger wäre die Meldung: Starker Zuspruch für ein überraschendes Leseprogramm! Gelungenes Veranstaltungsformat erstmals aufgelegt! Von letzerem kann immerhin mit der Diskussionsreihe „Europa 21“ gesprochen werden, die in diesem Jahr den Länderschwerpunkt ersetzte, den ohnehin kaum jemand jemals wahrgenommen hat. Den es aber trotzdem schon im nächsten Jahr wieder geben soll. Offenbar deshalb: Leipzig setzt auf Masse statt Klasse.
Einfallreichtum gefragt
Ausgerechnet das Leseprogramm zum 25. Geburtstag von „Leipzig liest“ war eines der schwächsten. Es kommt nicht darauf an, 3 200 Lesungen anzubieten, die man sich anhören kann, sondern ein Dutzend, die man unbedingt erlebt haben muss. Weil es interessante Konstellationen an Gesprächspartnern oder Themen gab. Weil man sich etwas einfallen ließ. Das fehlt. Immer stärker. (mz)
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