Marilyn Monroe war eine Ikone, doch hinter der Fassade verbarg sich ein Leben voller Traumata, Sucht und Ausbeutung.
Die dunkle Seite der IkoneMarilyn Monroes Leben war von Missbrauch und Sucht geprägt

Marilyn Monroe wäre am 1. Juni 100 Jahre alt geworden. (Archivbild)
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Das Bild von Marilyn Monroe ist unvergesslich: platinblonde Haare, roter Lippenstift und das berühmte weiße Kleid, das über einem U-Bahn-Schacht aufwirbelt. Es wirkt, als wären nur wenige ikonische Merkmale nötig gewesen, um sie im kollektiven Bewusstsein zu verankern. Der Filmproduzent Nunnally Johnson sagte einst: „Marilyn ist ein Naturphänomen, wie die Niagarafälle und der Grand Canyon. Man kann nur staunend davorstehen.“ Doch hinter dieser Fassade verbarg sich ein beschwerlicher Weg zum Ruhm und ein von Widrigkeiten gezeichnetes Dasein als Hollywood-Ikone.
Am 1. Juni 1926 kam in Los Angeles Norma Jeane Mortenson zur Welt. Obwohl ihr Geburtsort nahe der Traumfabrik lag, war ihr Start ins Leben alles andere als glamourös. Ihre Mutter, eine Filmeditorin, litt an psychischen Problemen, die später als Schizophrenie eingestuft wurden. Dies zwang sie zur Aufgabe ihres Berufs und führte zur Einweisung in eine Klinik. Die junge Monroe wuchs überwiegend in Kinderheimen und bei diversen Pflegefamilien auf. Eine traumatische Erfahrung war der sexuelle Missbrauch vor ihrem zehnten Lebensjahr, der bei ihr ein Stottern auslöste. Ihrem leiblichen Vater begegnete sie nie.
Zufallsfund in einer Munitionsfabrik
Im Alter von 16 Jahren heiratete sie den 21-jährigen Nachbarn Jimmy Dougherty. Nachdem dieser zur Handelsmarine in den Südpazifik abkommandiert wurde, begann Monroe, am Fließband in einer Munitionsfabrik zu arbeiten. Ein Fotograf der Armee wurde dort auf sie aufmerksam und fertigte Aufnahmen an. Die Veröffentlichung dieser Bilder in verschiedenen Militärzeitschriften verschaffte ihr den Zugang zu einer Model-Agentur.
„Dann steckten sie mich in einen Badeanzug und ich war plötzlich gefragt“, so wird Monroe im Buch „Marilyn: Her Life in Her Own Words“ wiedergegeben. Auf Anraten ihrer Agentin hellte sie ihr von Natur aus braunes Haar auf, um ihre Chancen auf Engagements zu verbessern. Doch das Modeln war nur ein Zwischenschritt, denn Monroes eigentliches Ziel war die Schauspielerei. Diese Leidenschaft für das Kino begleitete sie seit ihrer Kindheit: „Ob schlecht oder gut, das war egal.“
Ihre Ehe mit Dougherty wurde 1946 geschieden. Im selben Jahr sicherte sie sich einen Vertrag bei den Filmstudios Twentieth Century Fox und nahm wenig später den Künstlernamen Marilyn Monroe an. Nach anfänglich kleineren Engagements gelang ihr 1953 mit dem Thriller „Niagara“ der entscheidende Karrieresprung. Daraufhin erhielt sie Hauptrollen in Kassenschlagern wie „Blondinen bevorzugt“ sowie „Wie angelt man sich einen Millionär?“.
Nacktfotos im „Playboy“ ohne Zustimmung
Ebenfalls 1953 erschien Marilyn Monroe auf der Titelseite der Erstausgabe des „Playboy“, jedoch ohne ihre Einwilligung. Der Verleger Hugh Hefner war auf Umwegen an die Aktaufnahmen gelangt, welche zum Zeitpunkt des Erscheinens schon vier Jahre alt waren. Wie der Fotojournalist George Barris in seinem Buch „Marilyn: Her Life in Her Own Words“ schildert, hatte sich Monroe aus finanzieller Not heraus Ende der Vierzigerjahre für 50 Dollar unter dem Pseudonym Mona Monroe ablichten lassen.
Die Ausgabe war umgehend vergriffen und begründete den kommerziellen Erfolg des Magazins. „Ich habe nicht mal ein Dankeschön von denen bekommen“, wird Monroe später zitiert.

Der «Playboy» ist sofort ausverkauft und Monroe legt den Grundstein zum Erfolg des Männermagazins. (Archivbild)
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Mitte der 1950er-Jahre setzte Monroe ihre Prominenz ein, um öffentlich über Missbrauch zu sprechen – ein für die damalige Epoche unübliches Vorgehen. Man bezeichnet sie heute als „Mona Lisa des 20. Jahrhunderts“ und sieht in ihr eine Wegbereiterin für Künstlerinnen wie Madonna oder Pamela Anderson, die ihre öffentliche Wahrnehmung als begehrenswerte Frau bewusst steuerten. Die Schauspielerin bemühte sich intensiv darum, das Klischee der naiven Blondine hinter sich zu lassen.
Die kurze Ehe mit Baseball-Star Joe DiMaggio
Die Ehe mit Baseball-Legende Joe DiMaggio, die Monroe 1954 schloss, war von dessen wachsender Eifersucht auf ihren Erfolg geprägt. Ein Schlüsselmoment war der Dreh der ikonischen Szene für den Film „Das verflixte 7. Jahr“, bei dem ein Luftzug aus einem U-Bahnschacht ihr weißes Kleid anhob. Die als PR-Aktion konzipierte Aufnahme zog eine große Zuschauermenge an.
Berichten zufolge reagierte DiMaggio wütend. Eine Friseurin behauptet in der Netflix-Dokumentation „Mysterium Marilyn Monroe: Die ungehörten Bänder“, er sei gewalttätig geworden und sie habe im Anschluss blaue Flecken bei der Schauspielerin kaschieren müssen. Die Ehe hielt lediglich neun Monate. Nach der Scheidung kehrte Monroe Kalifornien den Rücken und siedelte nach New York über.
Im Jahr 1956, auf dem Zenit ihres Schaffens, ging Monroe die Ehe mit dem Pulitzer-Preisträger und Dramatiker Arthur Miller ein. Ihr bedeutendster Triumph wurde die Rolle in der Komödie „Manche mögen's heiß“, für die sie 1959 mit einem Golden Globe als „Beste Hauptdarstellerin“ ausgezeichnet wurde. Allerdings hatte sie bereits seit Mitte der 1950er-Jahre verstärkt mit Angstzuständen und einer wachsenden Sucht nach Schlaf- und Aufputschmitteln zu kämpfen.

Marilyn Monroe war mit Dramatiker Arthur Miller verheiratet. (Archivbild)
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Früher Tod und die Kennedy-Gerüchte
Nach dem Ende ihrer Ehe mit Miller im Januar 1961 kehrte Monroe nach Los Angeles zurück. Dort begab sie sich in Behandlung bei dem Psychiater Ralph Greenson. Noch im selben Jahr musste sie aufgrund psychischer Beschwerden und ihres Medikamentenmissbrauchs zweimal stationär behandelt werden. Ihr Filmstudio Fox kündigte ihr Mitte des Jahres den Vertrag, weil sie bei den Dreharbeiten zu „Something's got to give“ überwiegend abwesend war. In diesen Zeitraum fallen auch die mutmaßlichen Liebschaften mit John F. Kennedy sowie seinem Bruder Robert F. Kennedy, die bis heute eine Quelle für Spekulationen über ihren Tod sind.

Am 4. August 1962 wurde Monroe in ihrem Schlafzimmer tot aufgefunden. (Archivbild)
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Marilyn Monroe verstarb überraschend am Abend des 4. August 1962. Sie wurde nur 36 Jahre alt und starb in ihrem Anwesen in Brentwood, Kalifornien. Die Vermutung, die Hollywood-Ikone sei einem Mord zum Opfer gefallen, besteht bis in die Gegenwart. 1982 wiederaufgenommene Untersuchungen kamen jedoch zu dem Ergebnis, dass eine Selbsttötung durch eine Überdosis an Schlafmitteln die Todesursache war. Am 1. Juni jährt sich ihr Geburtstag zum 100. Mal. (dpa/red)
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