Bei einem Gottesdienst im Pentagon zitiert Pete Hegseth eine vermeintliche Bibelstelle. Sie stammt aus Quentin Tarantinos Film „Pulp Fiction“.
Pete HegsethWarum der US-Verteidigungsminister betet wie ein Auftragskiller

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth während einer Pressekonferenz im Pentagon in Washington, D.C.
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Als er am Ostersonntag die Rettung des US-Piloten, der an Karfreitag über iranischem Gebiet abgeschossen worden war, verkündete, verglich Pete Hegseth die Militäroperation mit der Auferstehung Christi: „Gott ist gut“ – und selbstredend Amerikaner.
Als Secretary of Defense, der lieber als Kriegsminister angesprochen werden möchte – als wäre er eine Figur aus Nenas „99 Luftballons“ –, hat der ehemalige „Fox“-Moderator evangelikale Gottesdienste im Pentagon eingeführt. Die Kriege, die er führt, sind heilig. Auf seinem rechten Oberarm hat Hegseth das lateinische Motto „Deus vult“ („Gott will es“) tätowieren lassen, ein Ausruf, der Papst Urban II. zugeschrieben wird und im ersten Kreuzzug verwendet wurde.
Hesekiel 25:17 hat man irgendwie anders in Erinnerung
Am Mittwoch, beim jüngsten Gottesdienst im Pentagon, rief Hegseth zum gemeinsamen Gebet für Such- und Rettungskräfte auf und zitierte dabei – angeblich – den Bibelvers Hesekiel 25:17. Sprach von den „Frevelereien der Selbstsüchtigen und der Tyrannei böser Männer“, bevor er sich zu wahrhaft alttestamentarischer Wucht aufschwang: „Gesegnet sei der, der die Armen der Kameradschaft und der Pflicht, die Schwachen durch das Tal der Dunkelheit geleitet, denn er ist der wahre Hüter seines Bruders und der Retter der verlorenen Kinder. Ich will große Rache an denen üben, die da versuchen, meine Brüder gefangen zu nehmen und zu vernichten, und mit Grimm werde ich sie strafen, dass sie erfahren, mein Rufzeichen ist Sandy One, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe!“
In der Bibel ist die betreffende Stelle freilich sehr viel kürzer. Was Hegseth hier fast wortwörtlich vortrug, war der Monolog, den Quentin Tarantino Samuel L. Jacksons Auftragskiller Jules in „Pulp Fiction“ in den Mund gelegt hat, kurz bevor der einen zahlungssäumigen Drogendealer erschießt. Der Regisseur selbst hatte die Worte dem Karatefilm „Kiba, der Leibwächter – Seine Rechte mäht wie eine Sense“ entliehen.
Hatte nicht gerade noch Papst Leo XIV., denjenigen gedroht, die den Namen Gottes für ihre militärischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecke verbiegen und damit das Heilige in Schmutz und Finsternis ziehen? Darauf einen Royal mit Käse.