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phil.CologneKölner Comedia-Theater lädt jüdische Autorin Mirna Funk aus

2 min
Eine Frau hält ein Mikrofon in der Hand.

Durfte nicht im Comedia-Theater auftreten: die Autorin Mirna Funk

Die Hausleitung des Theaters sieht Äußerungen der in Berlin und Tel Aviv lebenden Schriftstellerin als diskriminierend an.

Die Comedia-Leitung hat entgegen ursprünglicher Planungen entschieden, die phil.Cologne-Veranstaltung vom 12. Juni mit der jüdischen Autorin Mirna Funk nicht in ihrem Theater stattfinden zu lassen. Das teilte die Festivalleitung der phil.Cologne mit. Demnach informierte die Comedia-Hausleitung die Veranstalter wenige Tage vor dem Termin und mehr als einen Monat nach Veröffentlichung des Programms über die Entscheidung. In der Geschichte der phil.Cologne sei das ein einmaliger Vorgang, „der unserem Verständnis eines kontroversen, aber offenen Debattenraumes diametral entgegensteht“.

Manuel Moser, künstlerischer Leiter und zweiter Geschäftsführer der Comedia, bestätigte dieser Zeitung den Vorgang. „Wir haben der phil.Cologne am Montag mitgeteilt, dass wir die Autorin Mirna Funk nicht bei uns hosten möchten.“ Mehrere ihrer Äußerungen seien pauschalisierend und aus Sicht der Hausleitung bestimmten Menschengruppen gegenüber diskriminierend. Als Beispiel nannte Moser unter anderem eine „Welt“-Kolumne Funks vom 4. Dezember 2024, in der sie schrieb, dass „die größte Gefahr für die jüdische Community aktuell von den in Deutschland lebenden Arabern, Türken“ und deren Sympathisanten ausgehe.

Moser betonte, dass Funk das Recht habe, diese Meinung zu äußern. Die Theater-Leitung habe lediglich von ihrem Hausrecht Gebrauch gemacht und damit so entschieden, wie es den eigenen Standards entspreche. „In unserem Verhaltenskodex ist klar definiert, dass wir für Meinungsfreiheit aber gegen Diskriminierung arbeiten. Wir glauben nicht, dass jede Meinung auf unsere Bühne gehört.“ Moser räumte dennoch ein, dass eine solch späte Reaktion, „nicht ideal“ gewesen sei, im Ausnahmefall aber passieren könne. „Dass sich so etwas nicht nochmal wiederholt, ist uns extrem wichtig und wir arbeiten bereits an Prozessoptimierungen.“ Die phil.Cologne teilte mit, dass sie binnen eines Tages mit der Lutherkirche in der Südstadt eine Ersatzspielstätte organisiert habe.