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Nach langer Krankheit gestorbenTina Turner ist tot – Prominente trauern um Rock-Legende

Lesezeit 5 Minuten

Die Rocksängerin Tina Turner ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Reaktionen auf ihren Tod kommen aus der ganzen Welt.

Tina Turner ist tot. Der Superstar starb im Alter von 83 Jahren in der Schweiz. In Küsnacht in der Nähe von Zürich lebte die gebürtige Amerikanerin seit vielen Jahren. Turner sei nach langer Krankheit gestorben, heißt es. Genauere Angaben zur Todesursache machte ihr Agent Bernard Doherty zunächst nicht.

Mit ihrem 16 Jahre jüngeren deutschen Partner Erwin Bach hatte Turner seit den 90er Jahren ihren Wohnsitz in der Schweiz. Zuvor hatten die beiden einige Jahre in Köln gelebt. In der Schweiz feierte das Paar 2013 ein rauschendes Hochzeitsfest. Turner nahm später sogar die Schweizer Staatsbürgerschaft an.

Auf Turners Instagram-Account ist seit Mittwochabend eine Porträtaufnahme in schwarz-weiß des Starfotografen Peter Lindbergh zu sehen. „Mit großer Trauer geben wir das Ableben von Tina Turner bekannt. Mit ihrer Musik und ihrer grenzenlosen Leidenschaft für das Leben hat sie Millionen von Fans auf der ganzen Welt verzaubert und die Stars von morgen inspiriert“, steht dort. Das Mitgefühl gelte der Familie. „Tina, we will miss you dearly“, sind die Abschiedsworte.

Tina Turner war mit Ike Turner erfolgreich

Ihre Karriere hatte der Star mit der unverwechselbaren Stimme in den 60er Jahren begonnen, damals noch mit ihrem Mann Ike. Hits wie „River Deep - Mountain High“ und „Nutbush City Limits“ stürmten die Charts in vielen Ländern. Wie Turner erst viel später enthüllte, war die Ehe aber eine Tortur für sie. Mit 37 Jahren flüchtete sie vor Ike. Turner gab alle finanziellen Ansprüche aus dem gemeinsamen Musikschaffen auf, um schnell durch die Scheidung zu kommen, und startete im Alter von 45 Jahren mit einer Solokarriere durch.

Das Album „Private Dancer“ wurde 1984 ihr Solo-Durchbruch. Anschließend füllte sie in aller Welt Stadien und Musikbühnen. Sie landete zahlreiche Hits: „What's Love Got To Do With It?“, „Proud Mary“, „We Don't Need Another Hero“ oder „Be Tender with Me Baby“ sind nur einige davon. 

Im Alter von 70 Jahren zog sich Turner aus der Öffentlichkeit zurück. Sie hatte Darmkrebs und Nierenversagen. Ihr Mann spendete ihr 2017 eine seiner Nieren.

Barack Obama trauert um Tina Turner

Der Tod von Tina Turner löste in aller Welt Bestürzung und Trauer aus. Zahlreiche Fans legten Blumen vor ihrem Wohnhaus in der Schweiz nieder. „Mit Tina Turners Tod hat die Welt eine Ikone verloren“, schrieb der Schweizer Bundespräsident Alain Berset am späten Mittwochabend im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Meine Gedanken sind bei den Angehörigen dieser beeindruckenden Frau, die in der Schweiz eine zweite Heimat gefunden hat.“

US-Präsident Joe Biden würdigte ein „einzigartiges Talent, das die US-Musik für immer verändert“ habe. „Tinas persönliche Stärke war bemerkenswert“, erklärte Biden. „Sie überwand Widrigkeiten und sogar Missbrauch und baute eine Karriere für die Ewigkeit auf, ein Leben und ein Vermächtnis, das ganz ihr gehörte“, fügte er hinzu und nannte Turner „simply the best - einfach die Beste“.

Ex-Präsident Barack Obama bezeichnete die Sängerin als „einen Stern, dessen Licht niemals verblassen“ werde. „Tina Turner war ungeschliffen. Sie war kraftvoll. Sie war unaufhaltsam. Und sie war ganz sie selbst - sie sprach und sang ihre Wahrheit in Freude und Schmerz, Triumph und Tragödie“, erklärte Obama.

Der Frontsänger der Rolling Stones, Mick Jagger, der seine Tanzschritte von Turner gelernt haben soll, betrauerte den Verlust mit den Worten, die Welt habe „eine enorm talentierte Künstlerin und Sängerin“ verloren. „Sie war inspirierend, warmherzig, lustig und großzügig. Sie hat mir so viel geholfen, als ich jung war, und ich werde sie nie vergessen.“

Jaggers Bandkollege Ronnie Wood nannte Turner „die Königin des Rock und Soul und eine liebe Freundin“.

Die Schauspielerin Angela Bassett, die die Sängerin in der 1993 erschienenen Filmbiografie „What's Love Got to Do With It“ verkörperte, würdigte Turner als Frau, die auch schlimmer Erfahrungen zur „Veränderung der Welt“ genutzt habe. Turner habe anderen vorgelebt, „wie eine schöne Zukunft voller Liebe, Mitgefühl und Freiheit aussehen sollte“.

Magic Johnson trauert um Tina Turner

Basketball-Legende Magic Johnson postete auf Twitter ein Bild mit der Sängerin - „eine meiner Lieblingskünstlerinnen aller Zeiten“. „Ich habe sie schon viele Male gesehen und sie hat eine der besten Live-Shows abgeliefert, die ich je gesehen habe“, schrieb er dazu.

Der Schauspieler Forest Whitaker pries Turners „Stimme, ihre Tanzkunst und ihre Ausstrahlung“ wie auch ihre Fähigkeit, sich immer wieder von den Rückschlägen des Lebens zu erholen. „Wenn wir sie ehren, lasst uns auch an ihre Widerstandsfähigkeit denken und an all das Schöne, das auf unsere dunkelsten Tage folgen kann.“

„Was für eine Frau, was für ein Leben, was für eine Kämpferin“, schrieb Alicia Keys (42) bei Instagram. Turners Songs hätten ihr und so vielen anderen Künstlerinnen Mut gemacht. Aus tiefstem Herzen bedanke sie sich bei ihrer „wunderschönen großen Schwester“.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker würdigt Tina Turner

Auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker äußerte sich zum Tod von Tina Turner. Die Musiklegende werde „Teil unserer Erinnerung bleiben“, so Reker.

Moderator Thomas Gottschalk würdigte Turner ebenfalls „Sie war eine Powerfrau ... Eine der ersten und eine der letzten!“, schrieb der 73-Jährige bei Instagram.

Turner war einst auch zu Gast bei Gottschalks ZDF-Show „Wetten, dass..?“. Unvergessen ist der Auftritt, als der Weltstar 1996 nach einer Wette mit dem Moderator einen Wiener Walzer tanzte. (dpa/afp/red)

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