Die Macher von „Solarpunk“ warnen vor ihrem Spiel. Wir verraten, für wen sich das entspannte Survival-Game lohnt.
Ruhig statt riesigWas das neue Survival-Spiel „Solarpunk“ wirklich kann

Manchmal langsamer als gewollt: Wer in «Solarpunk» vorankommen will, muss beim Anbau von Pflanzen geduldig sein.
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Trotz enormen Interesses mit über einer Million Vormerkungen bremsen die Schöpfer die Erwartungen. Was bietet der entspannte Survival-Titel „Solarpunk“ wirklich?
Eine bemerkenswerte Mitteilung gaben die Entwickler des Überlebensspiels „Solarpunk“ nur drei Tage vor dessen Erscheinen heraus. Das deutsche Zwei-Personen-Unternehmen Cyberwave publizierte auf der Plattform Steam eine Warnung. Angesichts von über 1,2 Millionen Einträgen auf Wunschlisten und mehr als einer halben Million gespielten Demos wollte Cyberwave gewährleisten, dass niemand den Titel mit überzogenen Vorstellungen erwirbt.
Der Titel sei weder für den Wettkampf zwischen Spielern konzipiert noch besitze er eine ausgedehnte Handlung. Stattdessen sei es „eine ruhige, cozy und fokussierte Survival Craft Sandbox, gemacht von einem winzigen Team mit viel Liebe.“ Eine derartige Transparenz ist in der Gaming-Industrie unüblich und charakteristisch für ein Projekt, das konsequent eine eigene Richtung verfolgt.
Einsamer Start in den Wolken – Ausdauer ist erforderlich
Zu Beginn von „Solarpunk“ findet man sich isoliert auf einem kleinen, schwebenden Eiland wieder. Man hat weder Gefährten noch gibt es vertonte Dialoge oder eine narrative Einführung. Den Startpunkt bilden eine knappe Anleitung sowie simple Aufträge, etwa das Auflesen von Zweigen und Gestein, bevor man eigenständig agieren muss.
Das anfängliche Gebiet ist überschaubar und zügig erforscht. Verborgene Orte oder Mysterien sind nicht vorhanden; man findet nur grundlegende Materialien wie Holz, Stein, Lehm und Eisenerz. In der Anfangsphase ist Geduld notwendig, da Spieler, die umgehend Komplexität oder Vielfalt erwarten, erst einmal ernüchtert werden. Die Einführung ist zwar eine Stütze, erscheint aber mitunter recht begrenzt.
Nachhaltiges Prinzip: Kooperation mit der Umwelt
Die ökologische Ausrichtung bildet das Kernkonzept von „Solarpunk“. Für gefällte Bäume müssen neue Setzlinge gepflanzt werden. Die Stromversorgung basiert anfangs auf Holz, später auf Solarmodulen und Windrädern. Dabei wirkt sich die Witterung unmittelbar auf die Energiegewinnung aus: Wolken verringern die Solarleistung, wohingegen Unwetter zwar Windräder antreiben, jedoch auch Anbauflächen in Mitleidenschaft ziehen können.
Ein mit Solarenergie betriebener Bohrer löst im Spielverlauf die Spitzhacke ab, ist aber nur bei Tageslicht einsatzfähig. Transportdrohnen und kabellose Energienetze erweitern die Möglichkeiten zur Automatisierung. Folglich verbirgt sich hinter der entspannten Fassade eine größere Komplexität, als es zunächst scheint. Spieler mit einer Vorliebe für die Optimierung von Fertigungsabläufen kommen hier auf ihre Kosten.
Das Luftschiff: Zentrales Element und erzwungene Pausen
Spieler, die zügig Fortschritte machen möchten, sehen sich jedoch mit einer Herausforderung konfrontiert: Die Konstruktion des Luftschiffs erfordert Rohstoffe wie Baumwolle, welche auf dem Anfangs-Eiland sehr selten sind. Nach der Ernte der wenigen Pflanzen ist Geduld gefragt, bis sich die Saat vermehrt hat. Dieser Umstand wirkt weniger wie eine bewusste Verlangsamung, sondern eher wie eine aufgezwungene Wartezeit und markiert den wesentlichsten Kritikpunkt.
Das Luftfahrzeug an sich bildet den Kern des Spielerlebnisses. Seine Bedienung erscheint zunächst kompliziert, ist durch eingeblendete Hilfestellungen aber gut zu meistern. Die Reise von einer Insel zur nächsten beansprucht einige Minuten, und das Anlegen verlangt Genauigkeit. Um im Spielverlauf weiterzukommen, ist das Erkunden neuer Gebiete unerlässlich und keine bloße Wahlmöglichkeit. Bestimmte Inseln fungieren als Handelsplätze mit auftraggebenden Robotern, während andere ausschließlich zur Ressourcengewinnung dienen.
Basenbau: Von der Hütte zur Residenz
Im Laufe des Spiels wandelt sich der eigene Stützpunkt von einer einfachen Holzhütte zu einer komplexen Wohnstätte. Zusätzliche Bauelemente, Einrichtungsgegenstände und Zierobjekte vergrößern die kreativen Freiheiten. Der Ackerbau ist ebenfalls abwechslungsreich, weil unterschiedliche Gewächse spezifische Bedürfnisse aufweisen. Seine volle Stärke zeigt „Solarpunk“ im kooperativen Modus für bis zu vier Personen: Durch die Verteilung von Arbeiten gewinnt der Aufbau eine gemeinschaftliche und effiziente Dynamik.
Allerdings mangelt es dem gemeinsamen Spiel noch an Optionen zur Interaktion, beispielsweise durch Emotes oder anpassbare Outfits für den Avatar. Insgesamt sind die Möglichkeiten zur Individualisierung der eigenen Spielfigur noch begrenzt.
Stimmige Atmosphäre als Hauptpluspunkt
Die besondere Stimmung hebt „Solarpunk“ von vergleichbaren Spielen ab. Die Farbpalette der Natur und die Klangkulisse aus Wind und Technik erschaffen eine Umgebung mit hoher Aufenthaltsqualität. Der visuelle Stil wirkt harmonisch und individuell gestaltet. Dadurch treten jedoch die Punkte stärker hervor, bei denen es noch Verbesserungspotenzial gibt. Elementare Handlungen, wie das Ernten von Büschen, liefern wenig optische Rückmeldung. Oft mangelt es an Hinweisen zur Identifikation von Gegenständen, und die PC-Version bietet statt detaillierter Grafikeinstellungen nur eine pauschale Qualitätsstufe.
Als ein beschauliches und stimmungsvolles Survival-Abenteuer richtet sich „Solarpunk“ an Spieler, die ein gemächliches Tempo bevorzugen, ob solo oder im Team. Man erhält circa 20 Stunden Spielzeit für die Hauptgeschichte und eine solide Grundlage, die Raum für zukünftige Inhalte lässt. Wer ein gigantisches Überlebens-Epos erwartet, ist hier falsch. Wer sich jedoch auf ein entspanntes Erlebnis über den Wolken einlassen kann, wird möglicherweise einen Titel entdecken, der einen bleibenden Eindruck hinterlässt. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.