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Schwuler wird VormundPreisgekrönte Serie „Proud“ startet jetzt auf HBO Max

3 min
Streaming Ausblick - HBO Max - „Proud“

Die Serie von Karol Klementowicz erhielt im März in Lille beim internationalen Festival Series Mania den prestigeträchtigen Grand Prix. Hier eine Szene mit Filip (Ignacy Liss) bei einem Model-Casting.

In der preisgekrönten Serie „Proud“ wird ein junger Schwuler nach einem Schicksalsschlag zum Vormund seiner kleinen Nichte.

Pünktlich zum Pride-Monat startet auf HBO Max die preisgekrönte Serie „Proud“. Die Handlung dreht sich um Filip, einen jungen, drogenaffinen Homosexuellen, der nach einer Familientragödie unerwartet die Vormundschaft für seine Nichte übernehmen muss. Die Produktion von Karol Klementowicz wurde im März beim Festival Series Mania in Lille mit dem Grand Prix ausgezeichnet.

Die aus acht Episoden bestehende Dramaserie, von der wöchentlich ab dem 12. Juni eine Folge erscheint, thematisiert Aspekte wie Vorurteile, Schuld und die Übernahme von Verantwortung für ein Kleinkind. Ferner werden das queere Leben und Wahlfamilien in einem gesellschaftlich eher konservativen Umfeld beleuchtet, ebenso wie die universelle Relevanz von Fürsorge und Zuneigung.

Direkter Einstieg mit expliziten Szenen

Die Erzählung beginnt ohne Umschweife: Schon nach 90 Sekunden ist in der Auftaktepisode ein nackter Männerhintern zu sehen. Nach etwa dreieinhalb Minuten wird das Publikum Zeuge einer Orgie unter Männern.

Obwohl es sich bei „Proud“ um die Entwicklungsgeschichte eines schwulen Mannes handelt, hebt sie sich von anderen populären Formaten wie der Eishockey-Romanze „Heated Rivalry“ ab. Das Coming-out des Protagonisten liegt bereits zurück, und seine Herausforderungen sind deutlich komplexer.

Festival-Jury würdigt „bewegendes Porträt“

Die Jury des Festivals Series Mania beschrieb die polnische Serie als „ein zutiefst bewegendes Porträt eines jungen Mannes an einem Wendepunkt“. In der Begründung hieß es weiter: „Eine substanzielle Serie, die sich sowohl mit der alltäglichen Homophobie unserer modernen Welt als auch mit der defensiven Ichbezogenheit des Protagonisten auseinandersetzt – einer Haltung, die ihm als Flucht vor einer brutalen Realität und seinen eigenen Unzulänglichkeiten dient.“

Hauptdarsteller Ignacy Liss, der durch polnische Netflix-Produktionen wie die Romanverfilmung „Der Kurpfuscher“ (2023) und die Mystery-Serie „Open your eyes“ (2021) Bekanntheit erlangte, wurde in Lille als bester Darsteller prämiert.

Liss: „Eine solche Serie hat es bisher noch nicht gegeben“

Die Darstellung eines homosexuellen Mannes, der sich um ein Baby kümmert, birgt weiterhin das Potenzial, Menschen zu provozieren, die sich an der sexuellen Orientierung anderer stören. Liss (28) äußerte sich dazu: „Eine solche Serie hat es bisher noch nicht gegeben.“ Er sei überzeugt, „Proud“ könne dazu beitragen, unterschiedliche Perspektiven aufzuzeigen und zu verdeutlichen, „dass man miteinander reden kann – und sollte“.

Der Schöpfer und Regisseur Klementowicz fügte hinzu: „Niemand wird seine Meinung ändern, nur weil er die Serie gesehen hat, aber vielleicht sieht man diesen Mann nicht mehr nur als Schwulen, sondern einfach als Menschen.“ Ziel sei es gewesen, die Hürden darzustellen, denen ein junger Homosexueller bei einem Adoptionswunsch begegnen würde. Dabei werde das Thema Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare nicht einmal behandelt, da es in Polen gesellschaftlich und rechtlich noch keine Relevanz besitze.

Parallelen zum französischen Drama „Mein Leben mit Amanda“

Die Handlung weist Ähnlichkeiten mit dem französischen Drama „Mein Leben mit Amanda“ aus dem Jahr 2018 auf. Auch in diesem Film muss ein junger Mann nach dem plötzlichen Ableben seiner Schwester die Verantwortung für deren Kind übernehmen. In „Proud“ ist der Auslöser für das Drama um Trauer und Verantwortung jedoch kein Terrorakt, sondern ein plötzlicher Herztod. Zudem ist der Protagonist ein schwuler Mann mit einer Drogenproblematik.

Der mit einer Frau liierte Darsteller Liss erklärte gegenüber „Variety“, dass es ihm anfangs schwerfiel, sich in die Rolle des partyorientierten Schwulen hineinzufinden. „Jeder hat mal eine Phase, in der er es krachen lässt, aber bei ihm ist es so, dass er sich auf diesem Weg offensichtlich etwas verloren hat. Dennoch – und das ist das Wichtigste – ist auch er zu Liebe und Empathie fähig.“ Die Figur Filip wuchs selbst als Waise auf und möchte unter allen Umständen verhindern, dass seine Nichte ein ähnliches Schicksal erleidet. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.