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Ausstellung vor SanierungSexpuppe im Schloss Bellevue – Kunst erobert Steinmeiers Amtssitz

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Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Steinmeier realisiert die Akademie der Künste eine zweiwöchige Ausstellung mit Werken und Beiträgen zahlreicher Akademie-Mitglieder und Berliner Künstler im Schloss Bellevue.

Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Steinmeier realisiert die Akademie der Künste eine zweiwöchige Ausstellung mit Werken und Beiträgen zahlreicher Akademie-Mitglieder und Berliner Künstler im Schloss Bellevue.

Bevor das Schloss Bellevue für mehrere Jahre saniert wird, verwandelt es sich in eine Kunstgalerie – auch explizite Werke sind dort nun zu sehen. 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Bedeutung von Kunst und Kultur für die Demokratie betont. „Demokratische Gesellschaften leben nun mal von unterschiedlichen Stimmen. Kunst macht unterschiedliche Erfahrungen, Prägungen und Lebensrealitäten sichtbar“, sagte Steinmeier in seinem Amtssitz Schloss Bellevue. „Kunst ist in diesem Sinne eben kein Luxus, sondern essenzieller Teil der demokratischen Debatte.“

Steinmeier äußerte sich kurz vor der Eröffnung einer zweiwöchigen Ausstellung zeitgenössischer Künstler in seinem Berliner Amtssitz. Dieser wird Anfang Juli für mehrjährige Sanierungsarbeiten geschlossen. Zuvor verwandelt die von der Akademie der Künste verwirklichte Ausstellung die schon leeren Räume von Schloss Bellevue vom 13. bis 28. Juni für zwei Wochen in eine Pop-up-Galerie.

Steinmeier als Figur aus dem 3D-Drucker in der Ausstellung

Die Ausstellung sei für ihn wichtig, weil die Bedeutung von Kunst und Kultur für die Gesellschaft inmitten der aktuellen schwierigen Debatten etwas in den Hintergrund zu geraten scheine, sagte Steinmeier. „Das schmerzt die Kulturschaffenden, aber das schmerzt auch jemanden wie mich, den Literatur, Theater, Film und vor allem Jazz sein Leben lang begleiten.“

Die Skulptur von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, ein 3-D-Druck aus Gipsmaterial nach einem 3-D-Farbscan der Künstlerin Karin Sander, steht beim Presserundgang zur Ausstellung „Freiraum Kunst – Akademie der Künste goes Bellevue“ im Schloss Bellevue.

Die Skulptur von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, ein 3-D-Druck aus Gipsmaterial nach einem 3-D-Farbscan der Künstlerin Karin Sander, steht beim Presserundgang zur Ausstellung „Freiraum Kunst – Akademie der Künste goes Bellevue“ im Schloss Bellevue.

Steinmeier sagte, die Ausstellung gebe auch den Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit, vom Amtssitz des Bundespräsidenten vor dessen Schließung für mehrere Jahre Abschied zu nehmen.

Er selbst wird für die Besucher der Ausstellung, für die es noch Karten gibt, zu sehen sein – in Form eines 3D-Scans im Maßstab 1 zu 5, den die Künstlerin Karin Sander gefertigt hat. Er fühle sich „getroffen“, zitierte der „Spiegel“ den Bundespräsidenten mit Blick auf sein Ebenbild.

Explizite Einblicke bei Aufstellung: Sexpuppe im Schloss Bellevue

Für besonderes Aufsehen sorgt unterdessen ein Werk der Künstlerin Alexandra Bircken, das nun im Schloss Bellevue zu sehen ist, dem wichtigsten Amtsgebäude der Bundesrepublik. Es handelt sich um einen Bronzeabguss des Torsos einer japanischen Sexpuppe.

Das Werk ist explizit, auch wegen seiner Positionierung. Das Hinterteil der Skulptur befinde sich in direkter Sichtschneise zum Dienstzimmer des Bundespräsidenten, berichtet der „Spiegel“ – und auf Augenhöhe.

Kunst mit ernsten Themen in Bellevue zu sehen

Andere Werke der Ausstellung widmen sich unter anderem dem verdrängten NS-Erbe oder der Ukraine. Aber auch der Blick auf den weiblichen Körper und der Umgang mit Frauen im Allgemeinen sind immer wieder Thema.

Das Kunstwerk „Die Bundespräsidentin“ des Berliner Künstlers El Bocho.

Das Kunstwerk „Die Bundespräsidentin“ des Berliner Künstlers El Bocho.

Der Berliner Street-Art-Künstler El Bocho stellt etwa ein großformatiges Porträt einer jungen Frau aus, deren Namen nicht genannt wird, die aber der Schriftstellerin Ronja von Rönne ähnelt. Der Titel des Werks: „Die Bundespräsidentin“. (das/dpa)