In ihrem neuen Film „Song Sung Blue“ stellen Kate Hudson und Hugh Jackman ihre Gesangstalente unter Beweis. Wir haben mit ihnen über Musik, Magie und Neil Diamond gesprochen.
Hollywood-Stars über „Song Sung Blue“„Wer sprechen kann, kann singen“

Kate Hudson (r) als Claire Sardina und Hugh Jackman als Mike Sardina in einer Szene des Films „Song Sung Blue“
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„Song Sung Blue“, der neue Film von Kate Hudson und Hugh Jackman, basiert auf der wahren Geschichte eines Duos, das Neil-Diamond-Songs covert. Daniel Benedict sprach mit den Hollywood-Stars über ihr Verhältnis zu dem US-Entertainer, dessen Songs und das Singen. Der Film kommt bei uns am 8. Januar in die Kinos.
In „Song Sung Blue“ spielen Sie das Cover-Duo Lightning & Thunder, das auf Neil Diamond spezialisiert ist. Sein größter Hit ist „Sweet Caroline“. Was bedeutet Ihnen der Song?
Hugh Jackman: Früher bin ich in Sydney gern in einen Pub gegangen, in dem ein Typ das immer beim Karaoke gesungen hat. Er war berühmt dafür. Am Ende kamen 300 Leute, nur um diesen Mann „Sweet Caroline“ singen zu hören. Am National Theatre in London habe ich dann mal ein Stück über die englische Nationalmannschaft gesehen und auf einmal hat das gesamte Theater „Sweet Caroline“ gesungen. Da habe ich zum ersten Mal begriffen, dass der Song auch noch eine inoffizielle Fußballhymne ist. Kate Hudson: „Sweet Caroline“ ist so eine große Nummer. Ich habe den Song über das Kino kennengelernt. In dem Film „Beautiful Girls“ gibt’s eine Barszene, in der das alle singen. Das war meine allererste Berührung mit Neil Diamond.
Haben Sie Neil Diamond auch persönlich kennengelernt?
Hudson: In Colorado, wo ich aufgewachsen bin, haben wir nur zehn Minuten von Neil Diamond entfernt gewohnt. Komischerweise habe ich ihn da nie gesehen, obwohl es so eine kleine Stadt ist. Aber als ich gehört hatte, dass er unseren Film gesehen hat, habe ich ihn gefragt, ob wir uns in Colorado treffen können. Und dann saßen wir zusammen auf seiner Veranda und haben Limo getrunken. Dann habe ich Hugh Fotos davon geschickt. Und seine Antwort war: Ich komme! Jackman: Ich habe mich selbst eingeladen. Und dann haben wir zusammen Karaoke gesungen – Neil und ich.
Es gibt viele Tribute-Bands. Warum waren gerade Lightning & Thunder so erfolgreich, dass sie es bis zur Vorband von Pearl Jam gebracht haben?
Jackman: Das habe ich Eddie Vedder von Pearl Jam auch mal gefragt: Warum gerade die? Er hat mir erzählt, dass die Idee für die Zusammenarbeit von einem befreundeten Musiker aus der Gegend kam. Der hatte Lightning & Thunder erlebt und gesagt, dass die beiden so tief drin waren und es so ernst genommen haben, dass sie eine enorme Verbindung zum Publikum hatten – egal, ob sie in einer Bar gespielt haben oder vor 20.000 Leuten.
Kate, zu Ihrer Filmtochter sagen Sie in „Song Sung Blue“ einmal: „Für dich ist jeder neue Tag magisch, weil du jung bist. Für mich nicht mehr.“ Für Ihre Figur wird die Liebe zu Lightning dann ein magischer Neuanfang. Können Sie was dazu sagen, wie mit den Jahren die Magie im Leben nachlässt? Und dazu, wie man sie zurückgewinnt?
Hudson: Es klingt doof, aber für mich hat die Magie nie aufgehört. Es ist fast, als ob das genetisch wäre. Ich sehe das auch in meiner Tochter. Ich liebe einfach alles. Wenn ich aus dem Fenster gucke, denke ich: „Wow, wie schön das Licht gerade ist.“ Ich sehe überall Magie. Jackman: Das tust du wirklich. Ich glaube, wir beide tendieren zur hellen Seite. Aber natürlich hat das Leben Hochs und Tiefs. Hudson: Wahrscheinlich hat mich das zur Künstlerin gemacht. Deshalb mache ich Unterhaltung. Wenn ich Leute sehe, denen das abhandengekommen ist, möchte ich auf sie zugehen und von meinem Glück was abgeben. Wahrscheinlich funktioniert mein Künstlerhirn auch einfach so. Selbst wenn man wirklich niedergeschlagen ist, denkt man: „Ich bin total deprimiert, großartig, was für ein Geschenk! Wie nutze ich das Gefühl für die nächste Rolle?“
Können Sie sich beim Singen anders ausdrücken, als Sie es als Schauspieler tun?
Hudson: Im letzten Jahr habe ich mein erstes Album rausgebracht. Und zu erleben, was die eigene Musik in anderen Leuten auslöst, ist vielleicht meine schönste Erfahrung überhaupt. Wenn ich Musik anderer Künstler singe, überwiegt mein Pflichtgefühl. Jackman: Ich bin durch das Schauspiel zur Musik gekommen. Zum ersten Mal gesungen habe ich mit 26, als ich für „Die Schöne und das Biest“ vorgesprochen habe. Und das Klischee, das ich von der Schauspielschule mitgenommen habe, stimmt: Wenn im Musical der Song kommt, muss es für den Zuschauer logisch bleiben. Man muss klarmachen: Jetzt ist das Gefühl so echt und stark, dass man nicht mehr sprechen kann, sondern singen muss. Oder dass man tanzen muss. Man ist voller Gefühl und braucht jeden einzelnen Teil seines Körpers, um einfach alles auszudrücken.
Kann das jeder Mensch: singen?
Jackman: Wer sprechen kann, kann singen. Wer gehen kann, kann tanzen. Natürlich gibt es Standards dafür, wie schöner Gesang klingen soll. Natürlich sind manche Leute begabter als andere. Ich habe 15 Jahre gebraucht, um meine eigene Stimme zu finden und nicht mehr wie jemand anders zu klingen. Aber das ändert nichts daran, dass jeder Mensch singen kann. Deshalb singen die Menschen ja auch seit Tausenden von Jahren. Hudson: Ich glaube das nicht, Hugh. Ich weiß, was du meinst. Und natürlich kann jeder irgendwie singen. Und es kann auch jeder die Technik lernen. Aber wirklich zu singen, bleibt eine Gabe. Es ist etwas Einzigartiges. Und wenn man das hört, ob es nun in einem Konzert ist oder in einer Bar, dann steht man da und denkt: „Wow, dieses Mädchen singt göttlich. Dieses Mädchen singt wie Gott.“
