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Die Swift-Story im ZDFNeue Doku zeichnet den Weg des US-Popstars nach

3 min
Streaming Ausblick - ZDF - „Becoming Taylor Swift“

Anhand von Archivbildern, Tonaufnahmen und Lied-Zitaten beleuchtet die Doku Swifts außergewöhnliche Karriere.

Die ZDF-Doku „Becoming Taylor Swift“ zeigt den Aufstieg des Pop-Phänomens, lässt die Sängerin aber nicht selbst zu Wort kommen.

Die Entwicklung von Taylor Swift zur globalen Ikone wird in einer neuen Dokumentation thematisiert. Für Kenner offenbart die ZDF-Sendung jedoch einen wesentlichen Mangel.

Taylor Swifts Metamorphose von einer Country-Nachwuchskünstlerin zur aktuell erfolgreichsten Pop-Ikone vollzog sich im Licht der Öffentlichkeit. Die zweiteilige Doku „Becoming Taylor Swift“ beleuchtet nun, anderthalb Jahre nach Abschluss ihrer umfangreichen „Eras Tour“, die Karriere der amerikanischen Musikerin. Der Filmemacher Guy King startet bei den Ursprüngen Swifts in der Musikszene von Nashville und lässt dabei Zeitzeugen wie frühere Begleiter, Medienvertreter und Anhänger sprechen.

Die beiden Teile, ursprünglich für den britischen Sender Channel 4 produziert, sind nun in der ZDF-Mediathek verfügbar. Im regulären Fernsehprogramm ist die Erstausstrahlung der ersten Folge für den 12. Juni nachts (0.45 Uhr, ZDF) angesetzt.

Der Weg zum ersten Plattenvertrag

Die Dokumentation illustriert Swifts bemerkenswerten Werdegang mittels Archivmaterial, Audioaufzeichnungen und Songtext-Auszügen. Regisseur King verfolgt einen überwiegend chronologischen Ansatz. Er schildert, wie Swift bereits in jungen Jahren Lieder komponierte und durch Hartnäckigkeit, Talent zum Texten sowie die Förderung durch ihre Eltern einen Vertrag bei einer Plattenfirma erhielt. Ferner wird ihre musikalische Weiterentwicklung von einer Platte zur nächsten dargestellt, die schließlich zur Abkehr vom Country und ihrer Neupositionierung als Pop-Ikone führte.

Ihre bewusste Ausrichtung auf eine junge, weibliche Zielgruppe und die Betonung von Emotionen anstelle von Freizügigkeit hob sie laut Expertenmeinung in den 2000er- und 2010er-Jahren von anderen Künstlerinnen ab. „Sie bedient eine bis dahin unterrepräsentierte Zielgruppe“, sagt die Journalistin Zing Tsjeng: „Junge Frauen und Mädchen, die jemanden suchen, der ihre Gefühle widerspiegelt - mit Songs, die sich anfühlen, als wären sie über ihr Leben geschrieben worden.“

Auseinandersetzung mit Kanye West und die Folgen

Interessante Perspektiven auf die Anfangszeit von Swifts Laufbahn bieten unter anderem ihr ehemaliger Manager Rick Barker sowie die Journalistin Vanessa Grigoriadis, die 2009 ein ausführliches Interview mit der Sängerin führte. Ausschnitte der damaligen Audio-Mitschnitte verdeutlichen, wie intensiv sich die zu diesem Zeitpunkt 19-Jährige mit ihrer Kunst auseinandersetzte. Ergänzend berichten treue Anhänger, die „Swifties“, wie die Musik sie in ihrer Jugend begleitet hat und welche Verbindungen sie zwischen Swifts Biografie und ihrer eigenen sehen.

Die erste Hälfte der Doku schließt mit einer Abfolge von Geschehnissen, die von Swift selbst wiederholt als einschneidend beschrieben wurden. Dazu gehören der öffentliche Konflikt mit Rapper Kanye West und seiner damaligen Ehefrau Kim Kardashian im Jahr 2016 sowie ihr anschließender Rückzug aus dem Rampenlicht. Ein Jahr später kehrte die Musikerin 2017 mit dem Album „Reputation“ in die Öffentlichkeit zurück.

Ein Manko: Swift kommt nicht selbst zu Wort

Die Produktion „Becoming Taylor Swift“ ist nicht als reiner Musikfilm konzipiert, weswegen nachfolgende Alben im zweiten Teil nur kurz behandelt werden. Der Fokus liegt stattdessen auf ihren Bemühungen, sich politisch zu positionieren, sowie auf dem Streit um die Master-Rechte ihrer ersten sechs Studioalben. Als die Dokumentation den Beginn der „Eras Tour“ im Jahr 2023 erreicht, wird erneut der Bezug zum Konflikt mit Kanye West hergestellt: Die Journalistin Tsjeng schlussfolgert, dass kommerzieller Erfolg die wirksamste Antwort einer Frau sei.

Hier zeigt sich ein wesentlicher Schwachpunkt der Dokumentation: Die Interpretation von Swifts Motiven und Emotionen wird hauptsächlich Dritten überlassen. Die Künstlerin äußert sich ausschließlich über bereits vorhandenes Archivmaterial. Dieses ist zudem größtenteils schon bekannt, beispielsweise aus der Netflix-Produktion „Miss Americana“ von 2020.

Das Fehlen einer aktuellen Stellungnahme von Swift in dieser Produktion wiegt umso schwerer, weil die mittlerweile 36-Jährige zuletzt keineswegs medienscheu war und zahlreiche Interviews gegeben hat.

Zuschauer, die sich bereits eingehend mit der Laufbahn der Musikerin auseinandergesetzt haben, werden in „Becoming Taylor Swift“ daher kaum neue Informationen finden. Für Personen ohne umfassende Vorkenntnisse liefert die Dokumentation von King jedoch eine unterhaltsame Zusammenfassung von Swifts Biografie und ihrer Entwicklung zu einem weltweiten Phänomen. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.