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Trauer um Sinéad O'ConnorZwei Tränen als Vermächtnis

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dpatopbilder - ARCHIV - 16.02.2015, Chile, Santiago De Chile: Die irische Popsängerin Sinead O'Connor bei einem Auftritt während des Wombad Festivals. (zu dpa: «Sängerin Sinéad O'Connor ist tot») Foto: Sebastian Silva/EFE/epa/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Sinéad O'Connor 2015 bei einem Auftritt in Chile.

Im Alter von 56 Jahren ist die Sängerin Sinéad O'Connor gestorben. Ihr größter Hit „Nothing compares 2 U“ bleibt unvergessen - aber nicht nur der. 

Zwei (bewegte) Bilder werden von Sinéad O'Connor für immer im Gedächtnis bleiben: Nach vier Minuten des emotionsgeladenen Videoclips zu ihrem Hit „Nothing compares 2 U“ aus dem Jahr 1990 laufen ihr zwei einzelne Tränen herunter.

Zwei Jahre später zerreißt sie während eines Auftritts in der live ausgestrahlten US-TV-Sendung „Saturday Night Live“ ein Bild von Papst Johannes Paul II. — aus Protest gegen den seinerzeit noch tot geschwiegenen Missbrauch von Kindern durch die katholische Kirche.

Zwei Momente, die Sinéad O'Connors Bild in der Öffentlichkeit kristallisiert: Zum einen ist da die Musikerin, die begeistern kann. Zum anderen ist da eine Frau, die lieber aneckt als klein beizugeben.

Zwischen 1987 und 2014 bringt sie zehn Studioalben heraus, wechselt von Platte zu Platte die musikalische Stilrichtung: Das gefeierte Debüt „The Lion and the Cobra“ packt mit kantigem Indie-Pop, das poppige „I Do Not Want What I Haven't Got“ wird dank der Single „Nothing compares 2U“ ihr größter Erfolg.

Danach covert sie auf „Am I Not Your Girl?“ Überraschendes und lässt sich dabei von einem großen Orchester begleiten. Es folgen Alben mit sanften Balladen, irischen Folksongs oder auch eine Sammlung klassischer Reggae-Nummern.

Doch statt ins Eklektische abzurutschen, wird dieses Oeuvre zusammen gehalten von einer Künstlerin mit einer starken Persönlichkeit und einer unverwechselbaren Stimme, die das Brüchige, das Verzweifelte und die damit einhergehende Wut mit jeder Note transportiert.

Das verehren nicht nur Fans, sondern auch andere Künstler, mit denen sie zusammenarbeitet — von U2 über Peter Gabriel bis Massive Attack.

In den letzten Jahren hörte man immer wieder Besorgnis erregendes über sie — oder auch via die sozialen Medien direkt von ihr. Sie machte psychische Probleme genauso öffentlich wie Sorgerechtsstreitigkeiten mit einigen der Väter ihrer vier Kinder. Vor einem Jahr nahm sich ihr 17-jähriger Sohn das Leben. Nun starb die gebürtige Irin in London. Über die Todesursache ist bislang nichts bekannt, die Polizei nennt die Todesursache „nicht verdächtig“.