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Yes im KreativrauschMit „Aurora“ erscheint das dritte Album in fünf Jahren

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Prog-Rock-Ikonen Yes: Selbstverwirklichung statt Nostalgie

Die Progressive-Rock-Band Yes: Jay Schellen (l-r), Jon Davison, Steve Howe, Billy Sherwood, Geoff Downes.

Die Progressive-Rock-Pioniere Yes legen mit „Aurora“ ihr 24. Studioalbum vor und bleiben ihrem vielschichtigen Sound treu.

Die Musikgruppe Yes zeigt sich nach beinahe sechs Jahrzehnten ihres Bestehens in einer bemerkenswert kreativen Phase. Mit „Aurora“ legen die Pioniere des Progressive-Rock, bekannt für Meilensteine wie „Roundabout“, „Starship Trooper“ und „Owner Of A Lonely Heart“, ihre dritte Studioplatte in einem Zeitraum von nur fünf Jahren vor. Es handelt sich um das 24. Werk der stilprägenden Formation, die in London gegründet wurde und zahlreiche personelle Veränderungen gemeistert hat. An der Spitze steht mit dem 79-jährigen Gitarristen Steve Howe das dienstälteste Mitglied.

Laut Jon Davison, dem US-amerikanischen Frontmann, der seit 2012 bei der Gruppe singt, steht der Albumname „Aurora“ als Metapher für die Musik von Yes. „Es vermittelt ein Gefühl von Licht, Staunen, Spiritualität und Transzendenz“, erklärt der Sänger. Er führt weiter aus: „Für mich ist es außerdem ein zutiefst spirituelles Konzept. Der gleichnamige Song beschäftigt sich inhaltlich mit Ideen von Karma und der angeborenen Spiritualität, die in jedem von uns vorhanden ist – etwas, das darauf wartet, erweckt zu werden.“

Traditioneller Sound ohne Nostalgie

Der ausladende Titeltrack beginnt cineastisch mit symphonischen Klängen des Czech National Symphony Orchestra, woraufhin der charakteristische Gitarrenstil von Howe einsetzt. Das über sieben Minuten lange Stück demonstriert bekannte Stärken der Band: aufsteigende Gesangslinien, verschachtelte Arrangements von Gitarre und Keyboard, kunstvolle Instrumentalabschnitte und Tempowechsel. Obwohl der Sound unverkennbar klassisch für Yes ist, wird eine bloße Nachahmung früherer Werke vermieden.

„Ich glaube, es ist fast unmöglich, etwas Bedeutungsvolles zu erschaffen, wenn man sich dabei in erster Linie von Nostalgie leiten lässt oder versucht, die Vergangenheit zu reproduzieren“, bekräftigt Davison. Der 55-jährige Sänger war selbst ein langjähriger Anhänger und Frontmann einer Coverband, bevor der Kontakt zu Yes durch seinen Jugendfreund Taylor Hawkins, den 2022 verstorbenen Schlagzeuger der Foo Fighters, zustande kam.

Kreativität als Gemeinschaftswerk

Bei Konzerten möchte Davison das Erbe seines berühmten Vorgängers, des Gründungsmitglieds Jon Anderson, würdigen, mit dem er eine stimmliche Ähnlichkeit teilt. Als Musiker legt er jedoch Wert darauf, seine eigene Handschrift zu entwickeln. „Im Studio gibt es deutlich mehr Freiheit“, sagt er. „Dort kann ich meine eigene künstlerische Identität viel umfassender erforschen und mich auf eine Weise ausdrücken, die wirklich meine eigene ist.“

Der Kompositionsprozess bei Yes ist eine kollaborative Arbeit, die von den Musikern mit einem sich langsam formenden Mosaik verglichen wird. Die Band setzt sich keine Regeln oder Grenzen dafür, wie ein Album klingen muss. „Stattdessen lassen wir den kreativen Prozess auf natürliche Weise entstehen“, erläutert Davison.

Prog-Rock-Ikonen Yes: Selbstverwirklichung statt Nostalgie

Die Progressive-Rock-Band Yes veröffentlicht ihr 24. Studioalbum „Aurora“.

Die Kontinuität wird durch Howe, der seit 1970 mit Pausen den Sound der Band gestaltet, sowie die langjährigen Bandmitglieder Geoff Downes und Billy Sherwood sichergestellt. Davison meint dazu: „Durch sie besteht eine angeborene Verbindung zur Musik und zum Geist von Yes. Das steckt ihnen im Blut.“

Stücke wie „Turnaround Situation“ oder „Emotional Intelligence“, das sich mit dem Fortschritt der KI befasst, entpuppen sich mit der Zeit als eingängig. Das trifft auch auf „Ariadne“ zu, bei dem die Band erneut auf ein Orchester zurückgreift. Die Nutzung realer Streichinstrumente verleiht dem Song eine besondere Wärme sowie eine Tiefe, die ihn von vielen Synthesizer-Produktionen abhebt.

Lange Stücke im Zeitalter des Streamings

Den Höhepunkt des Albums markiert das knapp 15-minütige Epos „Countermovement“. „Wir haben das Glück, uns ein wenig Selbstverwirklichung leisten zu können“, kommentiert ein sichtlich zufriedener Jon Davison. „Das war immer etwas, worum es bei Yes ging, und das in gewisser Weise den Reiz ausmacht.“

In einer Ära, in der musikalische Werke oft für Streaming-Algorithmen optimiert werden, schlägt Yes bewusst einen anderen Weg ein und wahrt die eigene Identität. „Aurora“ beeindruckt mit vielschichtigen Melodien, einem großen Detailreichtum sowie dem einzigartigen Sound, der die Gruppe seit Jahrzehnten auszeichnet. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.