Seit Dienstag laufen die Verhandlungen im kommunalen Nahverkehr wieder, aber die Gewerkschaft droht mit neuen Streiks.
„Letztes Signal“Vorerst keine Streiks bei der KVB – Verdi mit scharfen Tönen vor Verhandlungen

Köln: Eine Informationstafel der KVB weist auf den Streik im Nahverkehr hin (Bild vom 19. März).
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Die Menschen in Köln und der Umgebung sind inzwischen leidgeprüft: Der Tarifkonflikt im kommunalen Nahverkehr hat auch bei den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB) in den vergangenen Wochen für viele Streiktage gesorgt. Ab Dienstag standen die Stadtbahnen für drei Tage still, auch zuvor hatte es bereits einzelne Tage mit Arbeitsniederlegungen gegeben.
Bis zum Wochenende gab es noch einzelne Einschränkungen, ebenso zum Wochenstart. Die Ausfälle im KVB-Betrieb waren aber nicht mehr ganz so gravierend. Da der Bus-Betriebshof Nord bestreikt wurde, kam es am Montag (23. März) zu Einschränkungen auf den Buslinien, auch der Stadtbahn-Verkehr war vereinzelt betroffen.
Verdi gibt sich weiter kämpferisch
Für die nächsten Tage sind erst einmal keine Streiks zu erwarten, denn am Dienstag (24. März) ist in Bochum die dritte Verhandlungsrunde für einen neuen Tarifvertrag im Nahverkehr gestartet. Es könnte aber die Ruhe vor dem Sturm sein. Bei einem Scheitern der Gespräche, die auf drei Tage angelegt sind, könnte für Freitag wieder zu Streiks aufgerufen werden.
„Es ist das letzte Signal der Beschäftigten an die Arbeitgeber, dass sie in der Verhandlungsrunde ein tragfähiges Angebot erwarten“, heißt es bei Verdi. Sollte das nicht kommen, könnte sich die Intensität der Arbeitsniederlegungen erhöhen, warnte ein Sprecher der Gewerkschaft.
Verdi verschärft den Ton
Der Verdi-Verhandlungsführer für Nordrhein-Westfalen, Heinz Rech, erklärte: „Die Beschäftigten machen noch einmal deutlich, wie ernst die Lage ist. Wir erwarten, dass die Arbeitgeber in der kommenden Verhandlungsrunde endlich konstruktiv verhandeln und ein konkretes Angebot vorlegen, statt ihre belastenden Gegenforderungen aufrechtzuerhalten und die Situation damit weiter zu verschärfen.“
Es geht um die Arbeitsbedingungen von etwa 30.000 Beschäftigten in mehr als 30 Nahverkehrsbetrieben in NRW. In zwei Verhandlungsrunden wurde bislang keine Einigung erzielt. Die Beschäftigten wollen eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich und eine längere Ruhezeit zwischen den Schichten. Verhandlungspartner ist der Kommunale Arbeitgeberverband NRW (KAV NW). Die Arbeitgeberseite verweist darauf, dass die Forderungen für die oft klammen Kommunen nicht umsetzbar seien.
Verdi kritisiert, dass der Verband nach zwei Verhandlungsrunden noch kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt hat. „Viele KollegInnen sind verärgert, dass es auch nach zwei Verhandlungsrunden noch immer kein Angebot gibt“, sagte Frank Bethke, stellvertretender Landesbezirksleiter von Verdi NRW im Vorfeld. „Aussagen wie ‚Inflation plus einen Schnaps obendrauf‘ befeuern den Unmut zusätzlich“, so Bethke weiter. Das Zitat mit dem Schnaps wird der Arbeitgeberseite zugeschrieben. (cme mit dpa)
