Nicht nur der Standort wird diskutiert. Die Stadtverwaltung soll erklären, wie sie Veranstaltungsflächen bewertet und Standortentscheidungen trifft.
Fünfte JahreszeitStreit um das Karnevalszelt in Leichlingen erreicht den Stadtrat

Stadtpark oder Balker Aue? Der Streit um den künftigen Standort des Leichlinger Karnevalszelts erreicht den Stadtrat.
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Mehrere Ratsmitglieder wollen das Thema als gemeinsamen Antrag in die nächste Ratssitzung einbringen. SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Volt sowie die Einzelratsmitglieder Frederik Käding und Klaus Reuschel-Schwitalla unterstützen die Forderung der Vereinigung Leichlinger Karneval (VLK). Dabei geht es nicht nur um den künftigen Standort des Zelts, sondern auch um die Frage, nach welchen Kriterien die Stadt Veranstaltungsflächen auswählt und wie solche Entscheidungen getroffen werden.
Die Antragsteller möchten unter anderem wissen, welche Gespräche zwischen der Stadtverwaltung und der Vereinigung Leichlinger Karneval im Lauf des Jahres geführt wurden, wer daran beteiligt war und welche Themen dabei besprochen wurden. Außerdem soll die Verwaltung erläutern, nach welchen einheitlichen Kriterien Veranstaltungen den Flächen Stadtpark, Brückerfeld und Balker Aue zugeordnet werden und wie das Karnevalszelt anhand dieser Kriterien bewertet wurde.
Vereinigung Leichlinger Karneval kämpft für den Standort Stadtpark
Die Vereinigung Leichlinger Karneval hatte sich zuletzt öffentlich gegen die geplante Verlagerung des Karnevalszelts in die Balker Aue gewandt. Der Verein sieht den bisherigen Standort im Alten Stadtpark als wichtigen Bestandteil des Leichlinger Karnevals. Eine Verlagerung könne die Attraktivität der Veranstaltung beeinträchtigen und so auch ihre finanzielle Grundlage gefährden. Zudem verweist der Verein auf einen bis 2030 verlängerten Vertrag mit dem Zeltbetreiber. Der Kontrakt sei eine wichtige Grundlage für langfristige Planungssicherheit – etwa bei Sponsoren und der Organisation.
Bürgerantrag der VLK wird nicht weiterverfolgt
Nach Angaben der Stadtverwaltung ist im Ratsbüro ein Schreiben von VLK-Präsident David Goossens eingegangen. Darin hatte er beantragt, das Karnevalszelt bis einschließlich der Session 2030 auf der Veranstaltungsfläche im Alten Stadtpark aufzustellen. Die Verwaltung teilte jedoch mit, dass die VLK als eingetragener Verein keinen Bürgerantrag nach § 24 der Gemeindeordnung stellen könne: Juristische Personen wie Vereine seien nicht antragsberechtigt.
Aufgrund der fehlenden Antragsberechtigung werde die Anregung daher nicht als Bürgerantrag in den politischen Gremien weiterverfolgt. Gleichzeitig liegt dem Ratsbüro ein gemeinsames Schreiben von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Volt sowie den Einzelratsmitgliedern Frederik Käding und Klaus Reuschel-Schwitalla vor. Sie bitten darum, das Anliegen der VLK als politischen Antrag in der nächsten Ratssitzung zu behandeln. Das Ratsbüro befindet sich hierzu nach eigenen Angaben noch im Austausch mit der Politik.
Verwaltung hält an Verlagerung in die Balker Aue fest
Die Stadtverwaltung hält an der geplanten Verlagerung des Karnevalszelts in die Balker Aue fest. Nach Angaben der Stadt gehört der Umzug seit Frühjahr 2025 zu einem Konzept, mit dem Veranstaltungen besser auf verschiedene geeignete Flächen im Stadtgebiet verteilt werden sollen.
Im Rathaus begründet man die Verlagerung unter anderem mit Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern des Alten Stadtparks über Lärm. Außerdem sei der Rasen im Park durch die Veranstaltungen in den vergangenen Jahren stark belastet worden. Das Konzept zur Verteilung der Veranstaltungen wurde dem Rat im Frühjahr 2025 vorgestellt – und von diesem auch unterstützt.
Ausbau der Balker Aue zur Veranstaltungsfläche läuft
Ursprünglich sollte das Karnevalszelt bereits 2026 in die Balker Aue umziehen, heißt es aus dem Rathaus. Da die Fläche zunächst hergerichtet werden musste, hätten Bürgermeister Maurice Winter und das Ordnungsamt Ende vorigen Jahres Gespräche mit den Anwohnerinnen und Anwohnern des Stadtparks geführt. Dabei sei darum gebeten worden, Verständnis dafür zu haben, dass das Zelt 2026 noch einmal im Alten Stadtpark stehen werde und anschließend in die Balker Aue wechseln solle. An dieser Zusage wolle die Verwaltung festhalten. Die Mittel für den Ausbau der Festwiese in der Balker Aue seien in den Haushalt eingestellt worden, die Tiefbauarbeiten weitgehend abgeschlossen. Nur die Anschlüsse von Wasser und Strom fehlten noch.
Mit ihrem Antrag wollen die Ratsmitglieder unter anderem wissen, welche Gespräche zuletzt mit der VLK geführt wurden, wann diese stattgefunden haben, wer beteiligt war und welche Themen dabei besprochen wurden. Außerdem soll die Verwaltung erläutern, nach welchen Kriterien Veranstaltungen den Standorten Stadtpark, Brückerfeld und Balker Aue zugeordnet werden. Dabei interessiert die Antragsteller auch, wie das Karnevalszelt anhand dieser Kriterien bewertet wurde. Die Verwaltung weist darauf hin, dass die Genehmigung von Veranstaltungsflächen von verschiedenen rechtlichen Prüfungen abhängig ist. Dazu gehören unter anderem Fragen des Ordnungs- und Sicherheitsrechts, des Verkehrs- und Wegerechts, des Immissionsschutzes sowie des Gaststättenrechts. Diese Prüfungen müssten für Veranstaltungen jährlich erfolgen.
Vereinbarung nennt keinen festen Standort
In der vergangenen Oktober noch von Bürgermeister Frank Steffes unterzeichneten Vereinbarung zwischen Stadtverwaltung und VLK über die Karnevalsveranstaltungen sowie das Aufstellen eines Zeltes ist laut Verwaltung kein Veranstaltungsort festgelegt. Sowohl Zugweg als auch Veranstaltungsflächen müssten demnach jährlich neu beantragt werden. Die VLK sei bereits seit 2025 über den geplanten Wechsel des Karnevalszelts informiert.