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Großbrand im Hohen Venn
Feuer rückt an NRW-Grenze heran – Deutsche Feuerwehr greift ein

5 min

Wegen der Ausbreitung des großen Waldbrandes von Belgien in Richtung Deutschland ist die Lage für die Menschen in Monschau angespannt.

Während sich die Lage in Hürtgenwald im Kreis Düren leicht entspannt, droht die nächste Feuerfront eine NRW-Stadt zu erreichen. Wegen der Ausbreitung des großen Waldbrandes von Belgien in Richtung Deutschland wird die grenznahe Stadt Monschau auf eine Evakuierung vorbereitet. Wir berichten im Liveblog.

Wechselnde Windrichtungen machen Situation unberechenbar

20.08 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dankt den Einsatzkräften und freiwilligen Helfenden für ihren Einsatz gegen die Waldbrände. Die Feuer zeigten, dass Katastrophen nicht an Staatsgrenzen haltmachten. Europa müsse deshalb bei der Brandbekämpfung und im Kampf gegen den Klimawandel zusammenstehen, so Steinmeier. „Mein großer Dank gilt allen Feuerwehrleuten, den Soldaten und den vielen freiwilligen Helfern.“

18.54 Uhr: Feuerwehrleute aus Stadt und Städteregion Aachen unterstützen inzwischen die Einsatzkräfte auf belgischer Seite. Die Kräfte sammeln sich im Raum Kalterherberg und fahren von dort gemeinsam ins Einsatzgebiet. In Monschau ist aktuell nur wenig bis gar kein Rauch festzustellen. Nach Angaben der Städteregion sind für das Stadtgebiet derzeit keine zusätzlichen Maßnahmen nötig. Die Feuerwehr Monschau beobachtet die Lage weiter genau.

17.20 Uhr: Die Einsatzkräfte in Nordrhein-Westfalen wappnen sich gegen ein Übergreifen der Flammen auf deutsches Gebiet. Im Grenzbereich rund um Monschau-Kalterherberg hat die Feuerwehr der Städteregion Aachen mit präventiven Schutzmaßnahmen begonnen. Um eine Ausbreitung des Feuers im Keim zu ersticken, wässern die Einsatzkräfte derzeit gezielt die grenznahen Wald- und Baumbestände.

16.06 Uhr: Die Feuerwehr Monschau erkundet derzeit die Lage im angrenzenden Waldbrandgebiet. Einsatzkräfte waren dorthin aufgebrochen, um sich vor Ort ein genaueres Bild von der Situation zu machen. Nach ihrer Rückkehr ist für den späten Nachmittag eine weitere Lagebesprechung vorgesehen. Evakuierungen sind nach aktuellem Stand nicht geplant.

15.11 Uhr: Kurz vor dem Ortsteil Kalterherberg der Stadt Monschau sind weiterhin regelmäßig Löschhubschrauber im Einsatz. Die Maschinen fliegen durch die dichten Rauchwolken zur Brandstelle, kehren anschließend zur Wasseraufnahme zurück und starten wenig später erneut.

Anders als die Landwirte können die Hubschrauber derzeit offenbar nicht auf den nahe gelegenen See von Robertville in Belgien zurückgreifen. Nach Angaben von Reportern des belgischen Senders VRT ist die Rauchentwicklung über dem Stausee so stark, dass bislang kein Löschhubschrauber dort Wasser aufnehmen konnte.

14.17 Uhr: Weil der Wind in der Nacht mehrfach gedreht habe, bleibe die Lage „kompliziert“erklärten die Behörden in Belgien. Die Stadt Monschau geht aber derzeit nicht mehr davon aus, dass die Flammen über die Grenze übergreifen. Aktuell hat sich der Waldbrand etwa anderthalb Kilometer von der deutschen Grenze entfernt im Naturschutzgebiet Hohes Venn ausgebreitet.

13.01 Uhr: Nach derzeitigem Stand sieht die Stadt Monschau keine Notwendigkeit, eine Evakuierung anzuordnen. Die rund 5.000 Bewohnerinnen und Bewohner der Ortsteile Kalterherberg und Mützenich müssen ihre Häuser nicht verlassen, sagte eine Stadtsprecherin auf dpa-Anfrage.

Rauchwolken werden von Monschau weggetrieben

Die Feuerfront im belgischen Hohen Venn befindet sich laut Stadt zwar weniger als zwei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Aber: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht davon auszugehen, dass das Brandgeschehen auf deutsches Territorium übergreifen wird“, hieß es auf der Homepage der Stadt.

12.04 Uhr: Die Gefahrenlage in Monschau an der belgischen Grenze hat sich nach Einschätzung der dortigen Feuerwehr entspannt. „Wir fahren zurück“, sagte Einsatzleiter Philipp Krüger der Nachrichtenagentur dpa. „Aktuell sind wir noch mit 20 Personen auf Reserve vor Ort.“ Außerdem hat sich der Wind gedreht und ist abgeflaut. Aktuell werden die Rauchwolken von Monschau weggetrieben.

Zusätzliche Hilfe erwartet

11.41 Uhr: Zusätzliche Hilfe wird am Sonntag erwartet, nachdem Belgien andere EU-Länder um Unterstützung gebeten hat, so RTBF. Feuerwehrleute aus Deutschland und Luxemburg sowie zwei Hubschrauber aus den Niederlanden sind bereits vor Ort, teilten die lokalen Behörden mit. Nach einer Hitzewelle Anfang der Woche sanken die Temperaturen in Belgien über Nacht.

Brand weiter außer Kontrolle – Hoffen auf Regen

11.14 Uhr: Der Waldbrand an der Grenze zu Deutschland weitet sich aus. Einsatzkräfte hoffen, dass Verstärkung aus dem Ausland und kühlere Temperaturen dazu beitragen, das Feuer im Naturschutzgebiet Hohe Venn unter Kontrolle zu bringen. Die Feuerfront erstreckte sich am Sonntagmorgen über einen Kilometer, wie der öffentlich-rechtliche Sender RTBF berichtete. Unter Kontrolle ist die Feuerfront noch nicht.

Neben den wechselnden Winden erschwert das unwegsame Gelände des Hohen Venns die Löscharbeiten. Nur wenige Straßen führen in das Gebiet, und ausgedehnte Torfmoore machen die Brandbekämpfung schwierig.

10 Uhr: Laut Deutschem Wetterdienst ist in der Region heute nicht mit Regen als Unterstützung zu rechnen. Es werde keinen Niederschlag geben, der Wind werde dort aber schwach bis mäßig - also recht günstig - ausfallen, sagte eine Meteorologin des Wetterdienstes.

Löscharbeiten laufen auf Hochtouren

9.14 Uhr: Wie die Provinz Lüttich am Sonntagmorgen mitteilte, waren in der Nacht mehr als 250 Einsatzkräfte aus Belgien und Deutschland im Einsatz, darunter Feuerwehr, Polizei, Zivilschutz, Militär und Rettungsdienste. Auch zwei Chinook-Hubschrauber aus den Niederlanden sind im Einsatz.

Monschau richtet Anlaufstelle für Evakuierte ein

8.13 Uhr: Polizei und Feuerwehr in Monschau bitten darum, den Notruf nur im Notfall zu wählen. Wer Hilfe benötigt, z.B. aus gesundheitlichen Gründen, kann sich an eine der folgenden Telefonnummern wenden: 02472 81-0, 02472 81-210, 02472 81-209 oder 02472 81-212.

8.01 Uhr: Für alle Menschen, die nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen können, hat die Stadt Monschau im Bürgercasino Imgenbroich eine Anlaufstelle eingerichtet. Diese ist seit 7 Uhr geöffnet.

Bewohner sollen Häuser und Wohnungen bis 10 Uhr verlassen

7.24 Uhr: Nach Informationen des Gouverneurs der belgischen Provinz Lüttich habe der Waldbrand mittlerweile eine Fläche von 2.700 Hektar erfasst. Das entspricht umgerechnet fast 3.800 Fußballfeldern. Zum Vergleich: Beim Brand im nur 20 Kilometer von Monschau entfernten Hürtgenwald in der Eifel sind nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald vom Feuer betroffen.

6.31 Uhr: Auf ihrer Webseite rief die Stadt Monschau am Morgen erste Bewohner dazu auf, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Dort heißt es: „Da gesundheitliche Gefahren durch den Brandrauch nicht ausgeschlossen werden können, wird den Einwohnerinnen und Einwohnern von Plattevenn, Leyloch und Kalterherberg westlich des Messewegs dringend empfohlen, diese Bereiche bis 10 Uhr zu verlassen und bei Verwandtschaft und Freunden unterzukommen.“

6.26 Uhr: Die Feuerfront im Hohen Venn befindet sich nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

Die Eifelstadt Monschau mit ihren rund 12.000 Einwohnern gilt als Touristenmagnet in der Region. Sie ist besonders für ihre mit Fachwerkhäusern geschmückte Altstadt bekannt, die auch immer wieder als Filmkulisse dient. Monschau liegt direkt am Hohen Venn, einem Hochmoor zwischen Deutschland und Belgien. (red)