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Eltern fordern LösungenMitarbeiter krank – Pescher Kita seit November im Notbetrieb

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In der Kita Kapellenweg ist der Betrieb zurzeit nur eingeschränkt möglich.

In der Kita Kapellenweg ist der Betrieb zurzeit nur eingeschränkt möglich.

Aufgrund von Personalausfällen können in der Kita Kapellenweg nicht mehr alle Kinder gleichzeitig betreut werden. 

Mit Personalmangel hat die Stadt Köln an vielen Stellen zu kämpfen, doch in der Kindertagesstätte Kapellenweg in Pesch macht er sich besonders drastisch bemerkbar: Seit Ende November des vergangenen Jahres ist der Betrieb in der städtischen Einrichtung nur eingeschränkt möglich. Aufgrund mehrerer Krankheitsfälle unter den Mitarbeitenden wird die gesetzlich vorgeschriebene Mindestbesetzung an Erziehern für die 75 Kinder der vier Gruppen immer wieder unterschritten. In solchen Fällen kann nur eine reduzierte Zahl an Kindern betreut werden, während die übrigen zuhause bleiben müssen.

Welche Familien jeweils zum Zug kommen, wird durch ein Rotationsverfahren bestimmt. Zuletzt musste dieses Notfallkonzept täglich angewendet werden, gibt eine Sprecherin der Stadt an – durchschnittlich würden die Kinder durch die Rotation zurzeit an drei Tagen der Woche betreut. Insgesamt wurde die Betreuungszeit von 45 auf 35 Stunden die Woche reduziert.

Eltern kämpfen mit täglichen Betreuungsausfällen

Effektiv führe dies dazu, dass die Eltern praktisch täglich damit rechnen müssten, für ihr Kind eine alternative Betreuungsmöglichkeit organisieren zu müssen, schildert Juliane Denninger, deren Kind seit drei Jahren in der Kita Kapellenweg betreut wird. „Ich selbst bin inzwischen selbstständig, glücklicherweise“, sagt sie. „Wäre ich angestellt, wie noch im letzten Jahr, müsste ich ständig bei meinem Chef zu Kreuze kriechen. Den Job hätte ich inzwischen mit Sicherheit verloren.“

Bei anderen Familien müssen die Großeltern einspringen, andere wechseln sich untereinander mit der Betreuung ab. Im Februar hatten die entnervten Eltern eine förmliche Beschwerde aufgrund der „unhaltbaren Zustände“ eingereicht. Aufgrund ihrer Häufigkeit werteten sie die Ausfälle nicht als „kurzfristige personelle Engpässe, sondern als manifestes Organisationsversagen“, so das Schreiben der Eltern. Sie forderten die Stadt auf, für die Einhaltung der Personalstandards zu sorgen sowie einen Maßnahmenplan zur Wiederherstellung der Betreuungssicherheit zu erstellen.

Die Stadtverwaltung äußerte Verständnis für die Situation der Eltern – trotz umfangreicher Bemühungen habe man jedoch noch keine Krankheitsvertretung einstellen können. Denninger gibt an, erfahren zu haben, dass drei der ausfallenden Mitarbeitenden langfristig erkrankt sind und dauerhaft ausfallen. „In solchen Fällen werden die Stellen erst nach neun Monaten neu ausgeschrieben“, sagt sie. In ihrem Schreiben hatten die Eltern bis Ende Februar eine schriftliche Stellungnahme zu ihrer Kritik und zum weiteren Vorgehen gefordert – eine Antwort haben sie bis heute nicht erhalten.

„Zur Kasse gebeten wird man aber trotzdem weiterhin“, ärgert sich Denninger. Denn bei den Elternbeiträgen handele es sich um steuerähnliche Abgaben, so die Argumentation der Stadt Köln, darum würden sie nicht bei jeder Leistungseinschränkung reduziert. Eine Minderung des Beitrags sei jedoch möglich, wenn es in „Betrachtung des gesamten Kitajahres zu erheblichen Abweichungen vom Vertrag kommt“.