Laut einer Auskunft des Bundesinnenministeriums schob Deutschland bis September 2022 9.567 Menschen in andere Länder ab. Im Vergleich zum Vorjahr wurden im gesamten Jahr 2021 knapp 11.900 Menschen abgeschoben.
AsylpolitikDeutschland schiebt bis September 9.567 Menschen ab

Polizeibeamte führen einen Mann während einer Abschiebung ins Flugzeug.
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Von Januar bis September sind 9567 Menschen aus Deutschland abgeschoben worden. Das geht aus einer Auskunft des Bundesinnenministeriums an die Linken-Bundestagsabgeordnete Clara Bünger hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.
Viele europäische Staaten unter Abschiebeländern, vor allem auf dem Balkan
Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2021 schob Deutschland 11 982 Menschen ab. Abschiebungen gab es vor allem in die Balkanstaaten Nordmazedonien, Albanien und Serbien, in die jeweils mehr als 600 Menschen gebracht wurden. Knapp 600 Menschen wurden nach Georgien abgeschoben. Mit einem gewissen Abstand folgten die EU-Länder Spanien, Frankreich, Polen, Österreich und Italien - dabei dürfte es in vielen Fällen um Menschen gehen, die in diesen Ländern Asyl beantragt hatten, bevor sie nach Deutschland kamen. Auf Platz zehn unter den Zielländern lag die Türkei.
Bünger, die auch fluchtpolitische Sprecherin ihrer Fraktion ist, beklagte: „Immer wieder werden Menschen in Länder abgeschoben, obwohl ihnen dort massive politische Verfolgung, willkürliche Haft und Folter drohen.“ Das betreffe zum Beispiel die Türkei, wo linke und kurdische Oppositionelle immer rücksichtsloser verfolgt würden. „Geflüchtete dürfen nicht faktisch an ihre Verfolgerstaaten ausgeliefert werden!“ (dpa)