Die staatliche Nachrichtenagentur RIA Novosti droht einem baltischen Land am Freitag mit Krieg und Atomwaffen.
„Er wird sehr kurz sein“Putins Propaganda-Agentur kündigt nächsten Krieg an – und löscht Artikel

Russlands Machthaber Wladimir Putin bei einer Besprechung im Kreml. (Archivbild)
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Nach bedrohlichen Äußerungen von russischen Politikern und Propagandisten in den vergangenen Wochen hat das russische Propagandamedium RIA Novosti am Freitag (25. September) für Aufsehen gesorgt. Die staatlich kontrollierte Nachrichtenagentur veröffentlichte auf ihrer Webseite einen Artikel mit dem Titel: „Russland steht eine weitere spezielle Militäroperation bevor. Sie wird sehr kurz sein.“
Mit dem Begriff wird in Russland auch der Krieg gegen die Ukraine bezeichnet. Nun rückt das baltische Land Litauen in den Fokus von Moskaus Propagandamaschinerie. In dem Artikel kommt auch die Möglichkeit eines Atomschlags zur Sprache.
RIA löscht Artikel: „Entspricht nicht der staatlichen Politik“
Das Stück wurde vom freiberuflichen Autor der Agentur, Alexander Nosowitsch, als Reaktion auf den Beschluss des litauischen Parlaments verfasst, die Aufhebung des Verbots der Stationierung von Atomwaffen im Land zu unterstützen. Nach einigen Stunden wurde der Text gelöscht, da der Beitrag „nicht der Meinung der Redaktion, der redaktionellen Politik und der staatlichen Politik der Russischen Föderation entspricht“. In Webarchiven sind Kopien des Artikels jedoch erhalten geblieben.
In dem gelöschten Artikel erklärte der Autor, dass die europäischen Länder „weiterhin das Thema der Verlegung unkonventioneller Waffen an die Grenzen Russlands hochspielen“ und ein Land ausgewählt hätten, das „bereit sei, zu einem Atomlager zu werden“. Litauen wird in dem Text als „selbstmörderisches Land ohne jeglichen Verstand“, als „nützlicher Idiot“ und als „kleiner, aber stolzer Selbstmordattentäter im nahen Ausland“ Russlands bezeichnet.
RIA-Autor droht Litauen mit „Raketen mit entsprechender Sprengladung“
Zudem wird Litauen mit der Ukraine verglichen und dem Land mit einer Invasion oder einem Atomschlag gedroht. „Es geht darum, welche Mittel möglicherweise eingesetzt werden können. Und da unsere Gegner als Erste das Gespräch auf die Ebene der atomaren Bedrohung lenken, kann es sich Russland sogar leisten, auf den Einsatz von Landstreitkräften zu verzichten. Nur Raketen mit entsprechender Sprengladung. Die Entscheidung ist nicht nur schnell, sondern blitzschnell. Denken Sie nicht hochmütig an Sekunden“, heißt es in dem Text.

Die russische Interkontinentalrakete RS-28 Sarmat wird bei einer Übung abgefeuert. Die Rakete kann mit Atomsprengköpfen ausgerüstet werden. (Archivbild)
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Bereits in den vergangenen Wochen hatte Moskau seinen Tonfall gegenüber Litauen drastisch verschärft. Stein des Moskauer Anstoßes ist, dass Vilnius die Aufhebung seines Atomwaffenverbots anstrebt. Die litauischen Parlamentsparteien stimmten im Juli vorläufig einer entsprechenden Verfassungsänderung zu. Auch der parlamentarische Rechtsausschuss stimmte in dieser Woche für den Vorschlag – und ebnete damit den Weg für eine endgültige Entscheidung Anfang 2027.
Aufhebung von Atomwaffenverbot erzürnt Moskau
Die Aufhebung des Verbots würde es der NATO ermöglichen, Nuklearstreitkräfte auf litauischem Territorium zu stationieren. Das Land gehört seit 2004 dem westlichen Verteidigungsbündnis an. Kremlsprecher Dmitri Peskow drohte Vilnius wegen des Vorhabens bereits Mitte September damit, dass Litauen „im Visier“ russischer Atomwaffen sein werde.
„Wenn sich auf ihrem Territorium Atomwaffen befinden, die auf uns gerichtet sind, dann wird auch das Territorium dieses Landes im Visier unserer Atomwaffen landen“, sagte Peskow dem Fernsehsender Erster Kanal. Gleichzeitig betont Moskau immer wieder, dass es keine europäischen Länder oder NATO-Staaten angreifen werde.
Litauen warnt vor Russland: „Sonst muss es woanders gestoppt werden“
Litauens Präsident Gitanas Nausėda warnte unterdessen bereits vor der Veröffentlichung des Propaganda-Artikels bei RIA Novosti vor Russland. Moskau werde „immer rücksichtsloser“, erklärte Nauseda und betonte, dass Drohnenangriffe, Provokationen und Sabotageakte an der Ostflanke der NATO mittlerweile „zum Alltag gehören“ würden. „Russland muss in der Ukraine gestoppt werden, denn sonst muss es woanders gestoppt werden“, sagte Nauseda zudem am Donnerstag auf dem litauisch-amerikanischen Wirtschaftsforum in Miami.
Litauen grenzt an die russische Exklave Kaliningrad und den russischen Verbündeten Belarus. Bereits mehrfach sind Drohnen in den litauischen Luftraum eingedrungen. Im September kam es zum ersten Einsatz von NATO-Kampfjets, um eine russische Drohne über dem baltischen Land abzufangen.
