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„Personifiziertes Feindbild“SPD-Politikerin Bärbel Bas über Hass und Angriffe

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Bärbel Bas: «Bin ein personifiziertes Feindbild geworden»

Bundesarbeitsministerin Bas schildert, wie sie mit Anfeindungen umgeht. (Archivbild)

Bärbel Bas ist zum personifizierten Feindbild geworden. Die Politikerin spricht über Hass und wie sie dem standhält.

Der Umgang mit Hasskommentaren und Schmähungen stellt auch für Bärbel Bas (SPD) eine Herausforderung dar. Im Rahmen des „Ständehaus-Treffs“ der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf äußerte sie: „Das ist schon sehr persönlich, ja“. Sie sei zu einer Art „personifiziertes Feindbild geworden.“ Die Anfeindungen würden nicht spurlos an ihr vorübergehen, denn es bleibe „nicht so einfach in den Klamotten hängen, was man so lesen muss“.

Bas kritisierte, dass insbesondere Netzwerke aus dem rechten Spektrum darauf abzielen, selbstsichere und starke Frauen durch persönliche Attacken und Hass einzuschüchtern. Als besonders gravierend erachte sie es, wenn Kinder von politisch aktiven Eltern davon betroffen seien. „Und jetzt bin ich schon fast froh, keine eigenen Kinder zu haben.“

„Es geht darum, die Person fertigzumachen“

Sie erstatte selten Anzeige, berichtete Bas. „Aber es ist nicht einfach, das auszuhalten.“ Es handle sich dabei nicht um eine konstruktive Auseinandersetzung, sondern um reinen Hass, „auch um Vergewaltigungsfantasien - was man sich nicht alles anhören muss“, erläuterte die 58-Jährige. „Also um die Sache immer gerne Streit, Auseinandersetzung, aber da geht es darum, die Person kleinzumachen, die Person fertigzumachen, dass sie irgendwann aufgibt.“

Dazu neige sie jedoch nicht, so die aus Duisburg stammende Politikerin. In Momenten hoher Belastung komme ihr zwar gelegentlich der Gedanke: „Ich könnte es mir mal irgendwie einfacher machen“, gestand Bas. Schlussendlich komme sie aber stets zu dem Entschluss: „Nein, den Gefallen tue ich denen nicht.“ Sie räumte allerdings ein: „Je härter und stärker das wird, umso mehr denkt man darüber nach, wie lange hält man das aus?“

Politiker sind keine Superhelden

Politiker würden selbstverständlich nicht immer fehlerfrei handeln, konstatierte Bas. „Gar keine Frage, wir sind auch keine Superhelden“, sagte sie. Die Übernahme von Verantwortung sei jedoch essenziell, ebenso wie die Sorge dafür, dass die Gesellschaft nicht durch Feindseligkeiten und Hass zerstört werde. „Demokratinnen und Demokraten, wir dürfen uns nicht zurückziehen und den Populisten das Feld überlassen“, betonte Bas, was vom Publikum mit Beifall quittiert wurde.

Konfrontiert mit dem Vorwurf von Moritz Döbler, dem Chefredakteur der RP, dass sie vergleichbar mit Bundeskanzler Friedrich Merz „regelmäßig missverständliche Sätze raushauen“ würde, gab Bas zu: „Ja, wir telefonieren darüber auch sehr oft. Und deswegen arbeiten wir wahrscheinlich ja auch ganz gut zusammen.“ Dies sei tatsächlich der Fall. „Wir reden viel auch über das, wer was so über wen gesagt hat.“

„Versöhnungssalat“ nach „Bullshit“-Äußerung

Bas berichtete, dass Friedrich Merz ihr im Anschluss an einen gemeinsamen Flug im Regierungsjet das „Du“ angeboten habe. Im vergangenen Sommer, nur eine Woche später, kommentierte sie eine Aussage des Bundeskanzlers zum Sozialstaat mit dem Ausdruck „Bullshit“. Nachdem Merz sie daraufhin kontaktiert hatte, fragte sie ihn umgehend, ob er das Angebot des „Du“ nun widerrufen wolle.

„Nein, nein, aber wir sollten mal drüber reden“, habe der Kanzler geantwortet. „Das kann ja so nicht weitergehen.“ Anstelle einer Konfrontation kam es schließlich zu „einen Versöhnungssalat mit zwei Bier“. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.