„Manche Aktionsformen verstehe ich nicht“Letzte Generation fällt Baum vor Kanzleramt als Klima-Protest

Lesezeit 2 Minuten
Bekanntgeworden sind die Aktivistinnen und Aktivisten der Letzten Generation vor allem für die Klima-Aktionen auf Straßen. Vor dem Kanzleramt in Berlin haben sie am Dienstag einen Baum gefällt. (Symbolbild)

Bekanntgeworden sind die Aktivistinnen und Aktivisten der Letzten Generation vor allem für die Klima-Aktionen auf Straßen. Vor dem Kanzleramt in Berlin haben sie am Dienstag einen Baum gefällt. (Symbolbild)

Die Klima-Initiative will mit dem Protest auf Waldrodungen aufmerksam machen. Die Reaktionen in sozialen Netzwerken fallen gemischt aus.

Aktivistinnen und Aktivisten der Klima-Initiative Letzte Generation haben einen Baum vor dem Kanzleramt in Berlin gefällt, um auf Waldrodungen aufmerksam zu machen. „Stillschweigend werden pro Min. 42 Fußballfelder Wald gerodet, wichtige Kohlenstoffspeicher für unsere Zukunft“, hieß es zu dem Beitrag, den die Gruppe am Dienstagvormittag bei Twitter veröffentlichte.

Die Letzte Generation wolle „diese Zerstörungen mitten in Berlin“ sichtbar machen. Zu sehen auf dem Foto sind zwei Personen, die ein Banner der Letzten Generation halten, ein abgesägter Baum im Hintergrund liegt auf dem Boden. Die Botschaft der Aktivistinnen und Aktivisten: „Wirtschaft und Politik sägen an den Ästen, auf denen die Zivilisation sitzt.“

Letzte Generation: Aktivisten fällen Baum, um auf Waldrodungen aufmerksam zu machen

Eine Sprecherin der Berliner Polizei bestätigte auf Anfrage, dass es zu dem Vorfall am Dienstagmorgen am Kanzleramt gekommen sei. „Auch zur Stunde sind die Kolleginnen und Kollegen noch vor Ort, der Einsatz läuft noch. Zu welchem Ergebnis es kommt, von wie vielen Personen die Personalien aufgenommen werden und welche Folgen es hat, ist noch unklar“, so die Berliner Polizeisprecherin, „wir können aber sagen, dass ein Bäumchen gefällt wurde.“

Die Reaktionen auf die Aktion der Klima-Aktivistinnen und -aktivisten fiel gemischt aus. Einige Userinnen und User kommentierten, dass sie den Protest das falsche Zeichen fänden. So schrieb ein Nutzer etwa: „Das kann unmöglich euer Ernst sein, jeder Baum zählt und ihr haut einfach einen um.“ Eine andere Nutzerin schrieb: „Manche Aktionsformen verstehe ich wirklich nicht, liegt wohl an mir.“

Protestaktionen der Letzten Generation führen immer wieder zu Debatten

Während ein weiteres Statement der Letzten Generation zu der Aktion bislang fehlt, geht es bei der Aktion offenbar um das Verhältnis – ein gefällter Baum vor dem Kanzleramt im Vergleich zu den vielen gerodeten Quadratmetern Wald weltweit.

Die Klima-Initiative ist vor allem durch ihre Protestaktionen in den vergangenen Monaten und Jahren bekanntgeworden. Die breiteste Öffentlichkeit und auch hitzigsten Debatten gab es rund um Proteste, bei denen sich Aktivistinnen und Aktivisten auf Straßen festklebten, es entstand der Begriff Klima-Kleber. Auch in Köln und in Region gab es immer wieder zu Protestaktionen der Letzten Generation. Für das Jahr 2023 kündigte die Gruppe noch mehr Aktionen an als es im Vorjahr gab. (mab)

Nachtmodus
Rundschau abonnieren