Abo

Das Wort zum SonntagAuf was kann man wirklich noch bauen?

2 min
Jesus Christus

Eine Steinfigur des Jesus Christus 

Bonn – Auf diese Steine können Sie bauen.“ Mit diesem Werbeslogan für eine Bausparkasse bin ich groß geworden. Heute sind viele Sicherheiten brüchig geworden. Der Spruch scheint irgendwie aus der Zeit gefallen zu sein. Auf was kann man wirklich noch bauen?

Jesus erzählt das Gleichnis von dem Hausbau auf dem Felsen und auf Sand (Matthäus Kap. 7). Der erste Bau, der auf Felsen, hält Stand, als das schwere Unwetter kommt. Das Haus auf Sand ist dagegen dem Regen und Wind haltlos ausgeliefert und fällt in sich zusammen. Jesu Fazit: Klug beraten ist, wer auf Felsen und nicht auf Sand baut.

So weit, so gut. Aber weiß ich denn vorher, ob ich mein Lebenshaus auf Sand oder Fels gebaut habe? Weiß ich denn, ob mein Fundament hält, wenn es kritisch wird? Erlebe ich das nicht vielmehr oft erst in der Rückschau: Habe ich mir eine gute Partnerin ausgesucht, verlässliche Freunde, einen erfüllenden Beruf …?

Mit mehr als 50 Jahren Lebenserfahrung habe ich zudem erlebt, wie auch starke Fundamente zerbröseln können. Unser Leben auf Erden scheint nicht auszureichen, um zu überblicken, was wirklich Stand hält. Ich möchte trotzdem weiter vertrauen können. Und dann ist es tröstlich zu wissen, dass Sand ja erdgeschichtlich irgendwann wieder zu Felsen werden kann. Aus einem schwachen Fundament auf Dauer also wieder ein starkes werden wird.

Jesus wollte natürlich keine Bausparverträge verkaufen. Sein Gleichnis vom Hausbau ist ein weiser Rat: Verlass dich beim Bauen deines Lebens nicht nur auf dich selbst. Habe Vertrauen zu Gott und zu denen, die es gut mit dir meinen. – Ich glaube, diese Gemeinschaft zu erfahren, ist der wichtigste Baustein für unser Leben, gerade jetzt.

Ihre Meinung an: dialog@kr-redaktion.de