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Verbale Eskalation in den USADemokraten kontern Trump-Mitarbeiter harsch – und gehen viral

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Stephen Miller, stellvertretender Stabschef des Weißen Hauses, bekommt auf der Plattform X harsche Worte zu hören. (Archivbild)

Stephen Miller, stellvertretender Stabschef des Weißen Hauses, bekommt auf der Plattform X harsche Worte zu hören. (Archivbild)

Die Zwischenwahlen sorgen in den USA für Wirbel – nun rücken ein Trump-Mitarbeiter und ein Beitrag der Demokraten in den Fokus.

Der Ton in der politischen Arena ist in den USA traditionell deutlich rauer, als man das in Europa gewohnt ist – nun sorgt jedoch ein auch für amerikanische Verhältnisse harscher Social-Media-Beitrag der Demokratischen Partei für viel Wirbel. Anlass dafür bot der umstrittene stellvertretende Stabschef des Weißen Hauses, Stephen Miller, der den demokratischen Politiker James Talarico verhöhnt hatte.

Talarico kandidiert im US-Bundesstaat Texas für den US-Senat. Miller bedachte den demokratischen Politiker deshalb jetzt auf der Plattform X  mit Spott unter der Gürtellinie: „Die Demokraten haben Geschichte in Texas geschrieben, indem sie ihren ersten transgeschlechtlichen Kandidaten für den Senat nominiert haben“, kommentierte Miller ein Foto von Talarico, der sich in der Vergangenheit wiederholt für Trans- und LGBTQ+-Rechte eingesetzt hat. 

Demokratische Partei auf X: „Halt die Klappe, du hässliches Arschloch“

Der Konter der Demokraten folgte in dem sozialen Netzwerk prompt – und sorgte schnell für noch mehr Aufsehen als der Beitrag von Miller. „Halt die Klappe, du hässliches Arschloch“, schrieb der offizielle Account der Partei in einer ungewöhnlich schroffen Antwort an Miller – und bekam dafür mit rund 330 000 Likes mehr als fünfmal so viel Zuspruch wie der für seine radikalen Töne bekannte Mitarbeiter von US-Präsident Donald Trump.

Schnell entbrannte in den sozialen Netzwerken eine Debatte über die beiden Tweets – und den Umgangston. Der frühere republikanische Abgeordnete Adam Kinzinger warnte seine Partei etwa davor, nun auf die Demokraten loszugehen, und erinnerte an frühere Worte von US-Präsident Trump.

Millers Ehefrau attackiert Mitarbeiterin der Demokraten

„Solange sie diesen Tweet nicht verurteilen, können die Republikaner sich zum Tonfall der Tweets der Demokraten nicht äußern“, schrieb Kinzinger und teilte einen Screenshot eines Beitrags von Trump auf dessen Plattform Truth Social, in dem der US-Präsident den Tod des ehemaligen FBI-Direktors Robert Mueller gefeiert hatte. 

Der stellvertretende Stabschef des Weißen Hauses, Stephen Miller, zusammen mit seiner Frau Katie. (Archivbild)

Der stellvertretende Stabschef des Weißen Hauses, Stephen Miller, zusammen mit seiner Frau Katie. (Archivbild)

Während Miller selbst zu der Verbalattacke der Demokraten schwieg, meldete sich seine Ehefrau Katie zu Wort – und behauptete in einem Interview mit dem Sender Fox News, dass genau jene „gewalttätige politische Rhetorik“ Menschen dazu bringe, Attentate auf Politiker zu begehen. Die „erbärmlichen“ Demokraten befänden sich in einem „traurigen Zustand“, hieß es weiter von Miller, die die vorherige Wortmeldung ihres Mannes nicht kommentierte.

Millers Ehefrau veröffentlicht Identität von Demokraten-Mitarbeiterin

Bei X veröffentlichte Miller zudem ein Foto einer Frau, die nach Millers Angaben den X-Account der Demokraten auf X betreut. Die Mitarbeiterin der Demokraten sei „30 Jahre alt und, unverheiratet und kinderlos“ sowie eine „traurige, unglückliche Liberale“, schrieb Miller zu dem Foto.

Auch das blieb nicht ohne Konter: Die von Miller unfreiwillig öffentlich gemachte Mitarbeiterin, Paulina Mangubat, reagierte humorvoll auf die unfreiwillige Veröffentlichung ihrer Identität – und Millers persönliche Attacken. „Nun scheint ein guter Zeitpunkt zu sein, um zu verkünden, dass ich heirate! Wir haben gerade die Anzahlung für die Location geleistet und mein Kleid gekauft“, antwortete Mangubat.

Torte für viralen X-Beitrag: „Du hast Temu Hitler übertrumpft“

„Ich habe gesagt, was ich gesagt habe“, schrieb sie zudem in einem weiteren Beitrag und veröffentlichte schließlich ein Foto, das sie grinsend mit einer Torte mit der Aufschrift „Du hast Temu Hitler übertrumpft und bist außerdem heiß“ zeigt.

Mit dem Begriff „Temu Hitler“ wird Miller regelmäßig für seine mitunter rechtsradikale Gesinnung verspottet – er dient als Anspielung darauf, dass Miller ein billiger Abklatsch des Nazi-Diktators sei, ähnlich den Ramsch-Produkten des chinesischen Online-Shops Temu. 

Donald Trump unter Druck: Rauer Ton vor US-Zwischenwahlen

Der Ton rund um Talaricos Kandidatur in Texas bleibt unterdessen auch abseits der Posse um Miller überaus rau. Der X-Account der Republikaner schrieb über den Demokraten etwa: „Wer Angst hat, gegen diesen Spinner zu verlieren, war noch nie in Texas.“

Obendrein reagierten die Republikaner auf einen Beitrag des kalifornischen Gouverneurs Gavin Newsom, in dem der Demokrat US-Präsident Trump als „geistig ungeeignet“ für sein Amt bezeichnet hatte, und wählten auch hierfür beleidigende Worte. „Euer Mann war regelrechtes Gemüse“, schrieben die Republikaner und veröffentlichten dazu ein Foto von Newsom zusammen mit dem demokratischen Ex-Präsidenten Joe Biden.

Die Scharmützel rund um Talaricos Kandidat finden vor dem Hintergrund der im November anstehenden Zwischenwahlen in den USA statt. US-Präsident Trump und seine Republikaner hatten zuletzt mit schwachen Umfragewerten zu kämpfen – auch das dürfte ein Grund für die selbst für US-Verhältnisse ungewöhnlich harschen Töne in den sozialen Netzwerken sein.