Der Vatikan will Reformbestrebungen der Katholiken in Deutschland teilweise stoppen.
Schreiben nach DeutschlandVatikan fordert Debatten-Stopp um Frauenweihe und Homosexualität

Papst Franziskus
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In einer offiziellen Note vom 25. Oktober hat Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin rote Linien für künftige Dialogrunden mit den deutschen Bischöfen gezogen. Darin teilt er mit, dass die den Männern vorbehaltene Priesterweihe und die Lehre der Kirche zur Homosexualität nicht verhandelbar seien. Die Deutsche Bischofskonferenz bestätigte, dass den Bischöfen das Schreiben bei ihrem Ständigen Rat zu Wochenbeginn vorgelegen habe.
Im Juli hatten sich mehrere Leiter oberster Vatikanbehörden erstmals mit Vertretern der deutschen Bischöfe getroffen, um über den Reformprozess Synodaler Weg zu beraten. Im Oktober folgte ein weiteres Gespräch im Rahmen der Weltsynode in Rom. Diese Runden sollen 2024 fortgesetzt werden. Dabei will man diskutieren, was in Lehre und Disziplin der Kirche unveränderlich sei und was verändert werden könne. Es soll etwa um das Menschenbild, Moral und Liturgie und die Texte des Synodalen Wegs gehen.
ZdK: Einheit nicht gefährdet
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) reagierte gelassen auf die Note aus Rom. Präsidentin Irme Stetter-Karp erklärte bei der Vollversammlung der Organisation katholischer Laien in Berlin, im Vatikan gebe es derzeit eine große Dynamik – auch zwischen Kurie und Papst. Durch den Reformprozess für mehr Mitbestimmung sehe das ZdK die Einheit der Kirche nicht gefährdet, sagte Vizepräsident Thomas Söding. Die Synodalität in Deutschland müsse und werde diese Einheit im Gegenteil stärken. Papst Franziskus hatte sich kürzlich in einem persönlichen Brief an vier deutsche Katholikinnen erneut kritisch zu Reformen der Kirche in Deutschland geäußert. (kna/dpa)