Donald Trump hat eine Rede für harte Attacken genutzt. Auch ein medizinischer Zwischenfall sorgte für Wirbel.
Wirre Rede und kuriose SzeneTrump spricht über „kognitive“ Fähigkeiten – und kassiert Häme

US-Präsident Donald Trump bei seinem Auftritt in Kentucky. (Archivbild)
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US-Präsident Donald Trump hat mit Aussagen über seinen demokratischen Kritiker Gavin Newsom für Aufsehen gesorgt – und dafür einen scharfen Konter von dem kalifornischen Gouverneur kassiert. Seit Monaten liefern sich Trump und Newsom, dem Ambitionen bei der nächsten Präsidentschaftswahl nachgesagt werden, entsprechende Scharmützel. Nun legte der US-Präsident bei einem Auftritt im Bundesstaat Kentucky nach und stellte die kognitiven Fähigkeiten seines Kritikers infrage.
„Er hat zugegeben, psychische Probleme zu haben, dass er nicht besonders intelligent ist … dass er keine Rede lesen kann“, sagte Trump über Newsom in einer Rede vor seinen Anhängern. „Ich möchte nicht, dass der Präsident der Vereinigten Staaten eine kognitive Beeinträchtigung hat“, hieß es weiter vom US-Präsidenten, der später in seiner Rede unterdessen behauptete, dass er im Gegensatz zu Newsom „wirklich klug“ sei.
Gavin Newsom kontert Attacken von Donald Trump
Der Konter des Kaliforniers ließ nicht lange auf sich warten: Auf der Plattform X reagierte Newsom mit einem „zu spät“ auf Trumps Aussage dazu, dass er keinen US-Präsidenten mit „kognitiver Beeinträchtigung“ haben wolle. Der Demokrat spielte den Ball somit zum Republikaner zurück, über dessen Geistes- und Gesundheitszustand es seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus immer wieder Spekulationen gegeben hat.
Das Presseteam des Kaliforniers wurde unterdessen noch deutlicher: „Opa spricht schon wieder über sich selbst. Wir wünschen ihm alles Gute – es ist nie zu spät, sich in psychologische Behandlung zu begeben“, schrieben Newsoms Mitarbeiter auf der Plattform X zu Trumps Zitat.
Donald Trump legt mit Tirade bei Truth Social nach
Trump setzte seine Attacken auf Newsom schließlich nach seiner Rede auf seiner Plattform Truth Social fort. Dort spottete der US-Präsident über ein Interview des Demokraten, in dem Newsom kürzlich von seinem lebenslangen Kampf mit Legasthenie, also einer Lernbehinderung, die vorwiegend die Lese- und Schreibfähigkeiten beeinträchtigt, berichtet hatte. Es sei das „selbstzerstörerischste Interview, das ich je gesehen habe“ gewesen, schrieb Trump.
„Mit einem Schlag hat er sich selbst aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der verrückten Demokraten genommen“, hieß es weiter in der Tirade des US-Präsidenten. „In einer Rede sagte er, er sei dumm, habe schlechte Noten, könne nicht lesen, habe Legasthenie und eine psychische Störung – ein kognitives Wrack!“, schrieb Trump. „Auch wenn wir alle politisch korrekt sein wollen, ist eine psychische Störung kein positives Wahlkampfthema. Außerdem war das ein politischer Selbstmord“, fügte der Republikaner hinzu.
„Für einen hirntoten Idioten schwer zu verstehen“
Auch darauf reagierte Newsom mit deutlichen Worten – und attackierte Trump für seinen Umgang mit dem Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein und den Krieg gegen den Iran. „Ich habe über meine Legasthenie gesprochen. Ich weiß, dass das für einen hirntoten Idioten, der Kinder bombardiert und Pädophile schützt, schwer zu verstehen ist“, schrieb Newsom auf X und spielte damit nicht nur auf die frühere Freundschaft zwischen Trump und Epstein an, sondern auch auf das Bombardement einer Mädchenschule im Iran, das laut ersten Untersuchungsberichten von der US-Armee durchgeführt wurde.
Trump lieferte bei seinem Auftritt in Kentucky neben den Attacken auf Newsom eine weitere kuriose Szene ab. Wegen eines Notfalls im Publikum musste der US-Präsident seine Rede kurzzeitig unterbrechen und erkundigte sich, ob ein Arzt anwesend sei. Als eine zuvor im Publikum zusammengesackte Frau schließlich versorgt wurde, kommentierte Trump die Situation eigenwillig – und versuchte sich in der Rolle des DJs, während hinter ihm die Erstversorgung lief.
Kuriose Szene: Frau kollabiert – Trump wünscht sich „Ave Maria“
„Wollen wir ein Lied spielen?“, fragte Trump von der Bühne aus. Und dann: „Glaubt ihr, die Leute hinter der Bühne können mich hören? Wie wäre es mit ‚Ave Maria‘? Wenn mich jemand hören kann. Pavarotti mit ‚Ave Maria‘.“ Dieser musikalische Wunsch wurde Trump jedoch offenbar nicht erfüllt – zumindest ist das Lied auf Videoaufnahmen des Vorfalls nicht zu hören.
Zum Gesundheitszustand der Frau gab es zunächst keine Informationen. Kurz darauf setzte Trump seine Rede schließlich fort – und nutzte auch diesen Vorfall erneut für eine wohl als Scherz gemeinte Attacke auf Newsom. „Dieses Thema ist ihr nicht gut bekommen“, unkte der US-Präsident mit Blick auf seine Ausführungen über den Demokraten.

