Donald Trump sorgt erneut für außenpolitische Irritationen. Nach seinen Worten über Kim Jong Un rückt nun der Mittlere Osten ins Visier.
US-Präsident sorgt für IrritationenTrump verkündet „neues US-Gebiet“ und droht nächstem Land

US-Präsident Donald Trump am Montag (17. August) im Oval Office des Weißen Hauses.
Copyright: AFP
US-Präsident Donald Trump hat mit Äußerungen zum Iran-Krieg und zu einem möglichen Militärschlag auf Oman für Aufsehen gesorgt. Nach dem Ende einer 60-tägigen Frist, die im bisher erzielten Rahmenabkommen enthalten ist, stehen Washington und Teheran laut Trump derzeit nicht in Verhandlungen. „Es finden derzeit keine Gespräche oder Verhandlungen mit der Islamischen Republik Iran statt, und es sind auch keine geplant“, teilte der US-Präsident am Dienstag (18. August) auf der Plattform Truth Social mit.
Damit vollzog der 80-Jährige eine seiner vielen Kehrtwenden: Erst am Vortag hatte Trump dem Sender Fox News gesagt, Vertreter der US-Regierung stünden im direkten Kontakt mit den iranischen Revolutionsgarden. In der Vergangenheit hatte der US-Präsident immer wieder Angaben über mutmaßliche Gespräche oder Verhandlungen mit dem Iran gemacht, die Teheran kurz darauf dementierte.
Truth Social: Donald Trump erklärt Straße von Hormus zu US-Gebiet
Zudem behauptete Trump nun, die Straße von Hormus bleibe geöffnet. Tatsächlich gab es in den vergangenen Tagen immer wieder Angriffe auf Handelsschiffe. Der Schiffsverkehr auf der wichtigen Handelsroute nahm zuletzt wieder ab. Die US-Seeblockade gegen iranische Schiffe bleibe intakt, schrieb Trump weiter.
Aufsehen erregte der US-Präsident unterdessen mit einem weiteren Beitrag auf Truth Social, den er vor seiner späteren Wortmeldung ohne weiteren Kommentar veröffentlicht hatte. Darin hatte Trump eine Karte der Straße von Hormus gezeigt, die mit dem Titel „New U.S. Territory“ („Neues US-Gebiet“) überschrieben war. Bereits vor wenigen Tagen hatte der Republikaner gesagt, die Meerenge nach dem Ende des Iran-Krieges zu US-Territorium erklären zu wollen.
Iran will „Illusionen dieses Verblendeten korrigieren“
Eine Antwort aus Teheran folgte prompt: „Bald wird sich seine Illusion bezüglich der Straße von Hormus entweder korrigieren, oder wir werden die Illusionen dieses Verblendeten korrigieren“, schrieb Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi auf der Plattform X. Zuletzt hatten die Fundamentalisten in der iranischen Führung für eine offensivere Konfrontation mit den USA geworben.
Wirbel sorgen derweil auch Trumps Äußerungen über Oman. Mit einer scharfen Drohung hatte der US-Präsident am Montag den Druck auf das Sultanat erhöht. Oman soll derzeit mit dem Iran klären, wie künftig die Schifffahrt durch die Straße von Hormus geregelt sein soll – bisher ohne Einigung.
Trump droht Oman: „Wir werden sie in Grund und Boden bomben“
„Wenn der Oman uns in die Quere kommt, werden wir sie in Grund und Boden bomben“, sagte Trump dem Sender Fox News. Der Oman ist bislang keine aktive Kriegspartei. Die scharfen Worte führten auch bei US-Medien zu Verwunderung. Der Oman gilt wegen seiner Rolle als internationaler Mediator in regionalen Krisen als „Schweiz des Nahen Ostens“ und hat wiederholt zwischen den USA und dem Iran vermittelt.
„Wann werden die Republikaner einräumen, dass der Mann seinen Verstand verloren hat?“, kommentierte der demokratische Senator Sheldon Whitehouse die Drohung gegen Oman. Der frühere amerikanische Top-Diplomat Michael McFaul zeigte sich ebenfalls ernüchtert. Trump betreibe eine „verrückte Art von US-Außenpolitik“, schrieb McFaul bei X und fügte hinzu: „Wir entfremden die ganze Welt und bekommen nichts dafür zurück.“
Oman und Südkorea: US-Präsident sorgt für Irritationen
Bereits vor seiner Drohung gegen Oman hatte Trump zu Wochenbeginn außenpolitisch für internationale Irritationen gesorgt. Der US-Präsident hatte mit Verweis auf seine „sehr gute Beziehung“ zu Nordkoreas Diktator Kim Jong Un eine unmittelbar bevorstehende gemeinsame Militärübung mit Südkorea deutlich kleiner ausfallen lassen.
Erst am Samstag (15. August) hatte Trump ein Bild von sich Seite an Seite mit Nordkoreas Machthaber verbreitet und das gute Verhältnis zu Kim betont. „Auch wenn wir auf diesem speziellen Foto etwas unfreundlich aussehen, gibt es viele andere, auf denen wir lächeln – Kim Jong Un und ich verstehen uns super“, hieß es dazu vom US-Präsidenten, ungeachtet der jüngsten Berichte, dass Pjöngjang erneut tausende Soldaten zur Unterstützung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine entsenden könnte. (mit dpa)
