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Handschlag zum AbschiedErstes Gespräch seit Jahren – Wadephul trifft Lawrow in New York

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Sergej Lawrow (l.), Außenminister von Russland, sitzt gegenüber von Johann Wadephul (CDU, r.), Außenminister, bei einem Treffen am Rande der Sitzung der UN Generalversammlung.

Sergej Lawrow (l.), Außenminister von Russland, sitzt gegenüber von Johann Wadephul (CDU, r.), Außenminister, bei einem Treffen am Rande der Sitzung der UN Generalversammlung.

Seit Kriegsbeginn gab es kein Gespräch der Außenminister Deutschlands und Russlands mehr. Nach dem Treffen wählte Lawrow deutliche Worte. 

Bundesaußenminister Johann Wadephul hat sich in New York mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow getroffen. Das erste bilaterale Treffen der Außenminister der beiden Länder seit Jahren fand am Rande der UN-Generaldebatte in einem Besprechungszimmer der russischen Seite im UN-Gebäude statt. Das Treffen dauerte gut 20 Minuten und endete mit einem Handschlag beider Minister.

Die deutsche Seite habe um das Treffen gebeten, zitierte die Nachrichtenagentur Tass die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa.

Es ist das erste Gespräch auf dieser Ebene seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine 2022. Seitdem waren deutsche und russische Regierungsvertreter zwar bei verschiedenen internationalen Treffen gemeinsam vertreten, direkte Gespräche auf Außenministerebene blieben jedoch aus.

Wadephul sieht russische Angriffe auf „neuer Stufe“

Das Treffen in New York findet vor dem Hintergrund anhaltender Bemühungen um ein Ende von Russlands Krieg gegen die Ukraine statt. Wadephul und Lawrow halten sich wegen der Generaldebatte der Vereinten Nationen in der US-Metropole auf. Zunächst war nicht bekannt, welche konkreten Themen die beiden Außenminister besprachen.

Sergei Lawrow (l.), Außenminister von Russland, verabschiedet sich von Johann Wadephul (CDU, r.).

Sergei Lawrow (l.), Außenminister von Russland, verabschiedet sich von Johann Wadephul (CDU, r.).

Wadephul hatte erst vor wenigen Tagen seine Sorge vor einer weiteren Eskalation geäußert. Er warf Russlands Präsident Wladimir Putin angesichts zunehmender hybrider Attacken eine Eskalation der Aggression gegen Europa vor.

Berlin macht Moskau für Drohnenangriff verantwortlich

„Russlands hybride Angriffe gegen diejenigen, die die Ukraine und das Völkerrecht unterstützen, haben eine neue Stufe erreicht“, kritisierte der CDU-Politiker bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen.

Die Bundesregierung macht Russland für einen versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich und hat einen Sanktionskatalog gegen Moskau angekündigt. Dazu gehört die Kündigung des Vertrags für den Betrieb des Russischen Hauses in Berlin, das im Verdacht steht, als Kulturinstitut getarnt für Spionagezwecke zu dienen. Moskau wies die Vorwürfe zurück und kündigte Gegenmaßnahmen an. In der Folge ordnete Russland unter anderem die Schließung der Goethe-Institute im Land an.

Medwedew: Deutschland hat Bestrafung verdient

Der Vizechef des russischen nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, erklärte zudem, dass Deutschland sich mit seiner „russlandfeindlichen Politik“ eine echte Bestrafung verdient habe. Konkret nannte der Ex-Präsident „direkte Schläge“ gegen Rüstungsbetriebe in Deutschland, die Militärgüter an die Ukraine liefern.

Noch in dieser Woche ließ Medwedew dann Attacken auf Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) folgen. „Merz ist eine erbärmliche Schande“, schrieb der frühere Kremlchef auf der Plattform X – und unterstellte Merz „Neonazismus, Russophobie und Ukraine-Besessenheit“. Der CDU-Politiker sei der „nutzloseste Bundeskanzler Deutschlands“, polterte Medwedew weiter, der seit Kriegsbeginn für schrille Töne bekannt ist. 

Lawrow bekräftigt Kriegsziele nach Treffen mit Wadephul

Auch Lawrow ließ am Samstag kurz nach seinem Treffen mit Wadephul erneut scharfe Worte folgen. „Europa erkennt die Aussichtslosigkeit seiner Bemühungen und setzt alles daran, eine friedliche Lösung zu verhindern und die Aussichten auf Verhandlungen zu vereiteln, an denen viele, darunter auch die Trump-Administration, interessiert sind“, sagte Russlands Top-Diplomat der Nachrichtenagentur Tass zufolge in der UN‑Generaldebatte.

„Der Westen liefert dem ukrainischen Regime Waffen und unterstützt Kiew bei Angriffen auf Zivilisten und zivile Infrastruktur mit Drohnen und Raketen“, hieß es weiter. Dann wurde Lawrow überdeutlich: „Unser Kampf für Wahrheit und Gerechtigkeit wird bis zum Ende geführt, die Ziele der militärischen Spezialoperation werden erreicht, Bedrohungen für die Sicherheit Russlands werden beseitigt und ein friedliches Leben wird wiederhergestellt werden“, erklärte Lawrow und bekräftigte damit Moskaus Maximalziele. 

Deutschland ist wichtigster Unterstützer der Ukraine, die sich seit mehr als viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg verteidigt und dafür Geld und Waffen von ihren westlichen Verbündeten erhält. Nachdem die USA ihre Unterstützung unter US-Präsident Donald Trump zurückgefahren haben, hat die Rolle Europas und insbesondere Deutschlands dabei an Gewicht gewonnen. (dpa/das)