Ein kuwaitischer Öltanker steht vor Dubai in Flammen. Der Iran setzt den Beschuss fort, während die USA mit Konsequenzen drohen.
Eskalation am GolfNach Angriff auf Tanker drohen USA mit Öffnung der Seestraße

Der Iran setzt seine Gegenangriffe fort. (Archivbild)
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Auch einen Monat, nachdem die amerikanisch-israelischen Offensiven begannen, setzt der Iran seine Attacken auf Nachbarländer am Golf unvermindert fort. Wie die Nachrichtenagentur „dpa“ berichtet, meldeten Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain sowie die Vereinigten Arabischen Emirate in der Nacht neuerliche Angriffe mit ballistischen Raketen und Drohnen. Im Persischen Golf wurde zudem vor der Küste von Dubai ein kuwaitischer Öltanker getroffen, teilte die Kuwait Petroleum Corporation mit. Ein daraufhin ausgebrochenes Feuer konnte nach Auskunft der Behörden in Dubai erst nach mehreren Stunden gelöscht werden. Verletzte gab es demnach nicht.
Der amerikanische Außenminister Marco Rubio äußerte sich derweil zuversichtlich, dass die Wasserstraße von Hormus für die Schifffahrt wieder freigegeben wird – „so oder anders“. Gegenüber dem Sender Al Jazeera erklärte Rubio, wie die „dpa“ berichtet, der Iran werde sich entweder bereiterklären, „sich an internationales Recht zu halten“ und die Meerenge nicht zu blockieren. „Oder eine Koalition von Nationen aus der ganzen Welt und der Region wird mit Beteiligung der Vereinigten Staaten dafür sorgen, dass sie offen ist“. Was Rubio mit „dafür sorgen“ genau meinte, führte er nicht aus, drohte Teheran aber mit „wirklichen Konsequenzen, nicht nur seitens der Vereinigten Staaten, sondern von Ländern in der Region und der Welt“.
Steigende Energiepreise durch Blockade der Straße von Hormus
In der Region des Persischen Golfs befinden sich zentrale Häfen und Umschlagplätze für den internationalen Handel mit Öl und Gas. Von dort aus transportieren Schiffe ihre Ladung durch die strategisch entscheidende Straße von Hormus in den Golf von Oman und auf die Weltmärkte. Durch Attacken und Drohungen hat der Iran den Schiffsverkehr durch die Meerenge fast zum Stillstand gebracht. Diese faktische Blockade drosselt die globale Energieversorgung, weshalb die Kosten für Rohöl und Flüssiggas seitdem merklich gestiegen sind.

Golfstaaten wollen laut Ukraines Präsident Selenskyi bei der Drohnenabwehr zusammenarbeiten. (Archivbild)
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Iran fordert Abzug von US-Truppen
Der Iran reagiert darauf bislang unbeeindruckt. Auf der Plattform X schrieb Außenminister Abbas Araghtschi, es sei für Saudi-Arabien „höchste Zeit, die US-Streitkräfte des Landes zu verweisen“. Nach Angaben des dortigen Verteidigungsministeriums wurde das Königreich in der Nacht erneut in kurzen Intervallen mit ballistischen Raketen angegriffen, diese seien jedoch abgewehrt worden. Ebenso meldete Kuwait wiederholten Beschuss durch Raketen und Drohnen, während im Golfstaat Bahrain die Sirenen ertönten.

Ein Tanker ist im Persischen Golf angegriffen worden. (Archivbild)
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Ukraine bietet Golfstaaten Hilfe bei Drohnenabwehr an
Mehrere Golfstaaten möchten laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Verteidigungsbereich mit seinem Land kooperieren. Wie die „dpa“ berichtet, sagte Selenskyj nach einer Reise in die Region, es bestünden bereits Vereinbarungen mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Katar. Die Ukraine, die sich seit über vier Jahren gegen die russische Invasion zur Wehr setzt, offeriert den Staaten in der Region seit Beginn des Iran-Konflikts Hilfe bei der Abwehr von Drohnen.
US-Spezialeinheiten im Nahen Osten eingetroffen
In der Zwischenzeit sind laut Medienberichten Hunderte weitere Mitglieder von US-Spezialeinheiten in der Nahost-Region eingetroffen. Wie die „New York Times“ und der Sender CBS News melden, befinden sich darunter auch Navy Seals, eine Elite-Truppe der US-Marine. Sie stoßen zu den bereits vor Ort befindlichen Tausenden von Marineinfanteristen und Fallschirmjägern.
Dies gebe US-Präsident Donald Trump zusätzliche militärische Handlungsoptionen, wird berichtet. Dazu gehöre eine mögliche gewaltsame Öffnung der Wasserstraße von Hormus, die Einnahme der für den iranischen Ölexport wichtigen Insel Charg oder die Sicherstellung von hochangereichertem Uran aus dem Iran. Solche Operationen wären komplex und für amerikanische Soldaten mit einem wesentlich höheren Risiko verbunden als die bisherigen Luftschläge. (red)
Seit Längerem gibt es Berichte über eine denkbare Bodenoffensive des US-Militärs. Während Präsident Trump Teheran öffentlich zu einer diplomatischen Lösung des Konflikts drängt, den die USA und Israel begonnen haben, droht er gleichzeitig mit einer weiteren militärischen Zuspitzung. Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
