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Russische Drohne trifft Wohnhaus„Eskalation“ in Rumänien – Ukraine greift Raffinerie an und nutzt Storm Shadow

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Ein in russischen und ukrainischen Telegram-Kanälen kursierendes Bild soll einen Angriff auf eine Raffinerie in Wolgograd zeigen. (Archivbild)

Ein in russischen und ukrainischen Telegram-Kanälen kursierendes Bild soll einen Angriff auf eine Raffinerie in Wolgograd zeigen. (Archivbild)

Eine russische Drohne trifft ein Wohnhaus in Rumänien und löst einen Brand aus. Bukarest zeigt sich erbost, auch die NATO reagiert.

Eine russische Drohne ist in ein Wohnhaus im NATO-Mitgliedsland Rumänien gestürzt. Dabei seien zwei Menschen verletzt worden, teilte das Verteidigungsministerium in Bukarest am Freitagmorgen mit. Der Vorfall habe sich in der Nacht bei russischen Drohnenangriffen „auf zivile Ziele und Infrastruktureinrichtungen in der Ukraine nahe der Flussgrenze zu Rumänien“ ereignet. Das rumänische Außenministerium warf Russland eine „schwerwiegende und unverantwortliche Eskalation“ vor.

Eine Drohne sei in den rumänischen Luftraum eingedrungen und in der Stadt Galați auf das Dach eines Wohnhauses gestürzt, erklärte das Verteidigungsministerium weiter. „Dadurch wurde ein Brand ausgelöst.“ Das Feuer konnte nach Angaben der Einsatzkräfte inzwischen gelöscht werden. Das rumänische Außenministerium erklärte, Bukarest habe den NATO-Generalsekretär informiert und „Maßnahmen zur Beschleunigung der Lieferung von Drohnenabwehrsystemen nach Rumänien gefordert“.

NATO verurteilt russisches Vorgehen

Das Verteidigungsbündnis reagierte am Freitagmorgen auf den Vorfall. „Wir verurteilen Russlands rücksichtsloses Vorgehen, und die NATO wird ihre Verteidigung gegen alle Bedrohungen, einschließlich Drohnen, weiter verstärken“, schrieb NATO-Sprecherin Allison Hart auf der Plattform X.

Auch NATO-Generalsekretär Mark Rutte äußerte sich. „Ich habe bekräftigt, dass die NATO bereit ist, jeden Zentimeter des Bündnisgebiets zu verteidigen“, schrieb Rutte bei X nach einem Telefonat mit dem rumänischen Präsidenten Nicosur Dan.

Mark Rutte: „NATO ist bereit, jeden Zentimeter zu verteidigen“

Das „rücksichtslose Verhalten“ Moskaus sei „eine Gefahr für uns alle“, schrieb Rutte zudem und fügte hinzu: „Russlands Krieg muss ein Ende haben, ebenso wie Russlands Missachtung der Sicherheit der Zivilbevölkerung.“

Auch die EU reagierte: Mit der Verletzung von Zivilisten auf EU-Gebiet habe Russlands Angriffskrieg „eine weitere Grenze überschritten“, schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei X. „Wir stehen in voller Solidarität hinter Rumänien und seiner Bevölkerung“, hieß es weiter. Die EU werde den Druck auf Russland weiter erhöhen, kündigte von der Leyen außerdem an. 

„Russlands rücksichtsloser Drohnenangriff auf Rumänien zeigt erneut Russlands Bereitschaft zur Eskalation“, schrieb unterdessen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei X. „Deutschland steht an der Seite unserer NATO-Verbündeten. Der Vorfall unterstreicht einmal mehr die Notwendigkeit einer starken NATO-Präsenz an der östlichen Flanke“, hieß es weiter von Merz. „Wir sind bereit, jeden Zentimeter des verbündeten Territoriums zu verteidigen.“

Moldau verurteilt „russischen Drohnenangriff auf Privatwohnungen“

Moldaus Präsidentin Maia Sandu äußerte sich indes besorgt angesichts des Vorfalls im Nachbarland Rumänien. Die frühere Sowjetrepublik grenzt sowohl an Rumänien als auch an die Ukraine. Sie verurteilte „aufs Schärfste den russischen Drohnenangriff auf rumänische Privatwohnungen“, erklärte Sandu bei X. „Das ist ein ernster Vorfall“, warnte sie. Die Republik Moldau stehe „an der Seite Rumäniens“. Russland sei „eine Gefahr für alle und muss gestoppt werden“, so Sandu.

Die Ukraine hat unterdessen offenbar ihre Angriffsserie auf russische Ölinfrastruktur in der Nacht auf Freitag fortgesetzt. Ukrainische Medien berichteten über einen Drohnenangriff auf eine Ölraffinerie in der Stadt Wolgograd. Auch der russische Telegram-Kanal Astra meldete einen Angriff auf die vom Energieunternehmen Lukoil betriebene Anlage. Es sei ein Großbrand ausgebrochen, hieß es.

Berichte über Angriff: Raffinerie in Wolgograd steht in Flammen

In den sozialen Netzwerken kursierten zudem Bildaufnahmen, die aus Wolgograd stammen sollen und auf denen ein Feuerball zu sehen ist. Unabhängig überprüfen lassen sich die Aufnahmen nicht. 

Die Lukoil-Raffinerie zählt zu den größten Russlands und wurde seit Kriegsbeginn bereits mehrmals von den ukrainischen Streitkräften angegriffen. Seit Wochen nimmt die Ukraine immer wieder auch andere russische Energieinfrastruktur ins Visier.

Zuletzt war am Mittwoch ein Angriff auf eine Raffinerie in Tuapse gemeldet worden. Auch einen Angriff mit Storm-Shadow-Marschflugkörpern auf ein russisches Kommandozentrum im besetzten ukrainischen Gebiet Luhansk gab Kyjiw in dieser Woche bekannt. Der ukrainische Generalstab sprach von einer erfolgreichen Zerstörung der Anlage. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben bislang nicht. (mit afp)