Die EU-Kommission will Europa mit einem Gesetzespaket technologisch unabhängiger von den USA und China machen.
Europas digitale OffensiveEU will Abhängigkeit von USA und China bei Chips und Cloud senken

Die EU-Kommission will unter anderem die Versorgung mit Halbleitern sicherstellen. Im Bild: Zwischenprodukte, sogenannte Wafer, in den Räumen des Halbleiterproduzenten Nexperia. (Symbolbild)
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Die Europäische Kommission beabsichtigt, mit einem weitreichenden Gesetzesbündel die technologische Autonomie des Kontinents von den USA und China zu festigen. Ein Kernpunkt des aus Brüssel stammenden Entwurfs ist die Ankurbelung des Bedarfs an Halbleitern aus europäischer Fertigung.
Darüber hinaus ist vorgesehen, dass der öffentliche Sektor in der Bundesrepublik und anderen EU-Nationen bei der Aufbewahrung vertraulicher Informationen in Cloud-Umgebungen zukünftig vermehrt europäische Anbieter nutzen soll. Ebenso ist eine Stärkung der europäischen Wirtschaft im Bereich Künstliche Intelligenz durch die Schaffung neuer KI-Einrichtungen geplant. Ziel sei es laut der EU-Kommission, die Leistungskapazität von Datenzentren in Europa binnen der kommenden fünf bis sieben Jahre zu verdreifachen.
Cloud-Markt in Europa von US-Firmen beherrscht
Die Initiative begründet sich unter anderem durch Befürchtungen, dass Peking oder Washington mittels Strafmaßnahmen oder Ausfuhrbeschränkungen die Dienstleistungen von Technologieunternehmen für Kunden in Europa limitieren könnten. Ferner existiert die Sorge, dass die europäische Wirtschaft langfristig den Anschluss verlieren könnte. Gegenwärtig kontrollieren lediglich drei amerikanische Großunternehmen über 70 Prozent des europäischen Cloud-Geschäfts, indes der Marktanteil Europas in der Chip-Produktion bei etwa zehn Prozent verharrt.
Von der Leyen fordert technologische Souveränität
„Wir können es uns nicht leisten, bei den Technologien, die den Betrieb unserer Krankenhäuser, die Stabilität unserer Energienetze und die Sicherheit unserer Dienste gewährleisten, von anderen abhängig zu sein“, erklärte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen. „Europa verfügt über das Talent, die Spitzenforschung, die industrielle Basis und den Binnenmarkt. Gemeinsam müssen wir diese Stärken in technologische Souveränität umwandeln.“
Die Umsetzung der Pläne setzt voraus, dass sowohl die EU-Mitgliedstaaten als auch das Europaparlament diese prüfen und ihre Zustimmung erteilen. (dpa/red)
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