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Deutsche immer skeptischerNur noch 48 Prozent glauben an Schutzfunktion der Union

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EU-Hauptquartier in Brüssel

Einer Umfrage zufolge ist die EU-Skepsis zuletzt in Deutschland gestiegen. (Archivbild)

Eine Umfrage zeigt: Das Vertrauen der Deutschen in die EU sinkt, doch der Wunsch nach einem starken Europa bleibt groß.

Eine aktuelle Umfrage belegt eine signifikante Zunahme der EU-Skepsis in Deutschland. Momentan äußern demnach lediglich 48 Prozent der deutschen Bevölkerung die Überzeugung, die Europäische Union stelle in Phasen der Unsicherheit Schutz und Stabilität bereit. Dieser Wert steht im starken Kontrast zu einer ähnlichen Erhebung aus dem Jahr 2024, bei der noch 72 Prozent dieser Meinung waren. Realisiert wurde die Befragung vom Institut Infratest Dimap im Auftrag der Aachener Karlspreisstiftung. Hierfür wurden zwischen dem 4. und 6. Mai insgesamt 1.303 wahlberechtigte Personen telefonisch sowie online interviewt.

Wunsch nach starker EU bleibt ungebrochen

In den neuen Bundesländern ist das Zutrauen besonders niedrig: Dort erkennen nur 38 Prozent der Interviewten eine Schutzfunktion seitens der EU. Gleichzeitig ist der Wunsch nach einem handlungsfähigen Europa ungebrochen. Eine große Mehrheit von 82 Prozent der Teilnehmenden ist weiterhin der Ansicht, Deutschland benötige eine kraftvolle EU, „um gegen Großmächte wie Russland, China und die USA zu bestehen“. In den letzten Jahren ist dieser Wert nur geringfügig gesunken.

Laschet: „Besorgniserregende Diskrepanz“

Armin Laschet (CDU), der an der Spitze des Karlspreisdirektoriums steht, ordnete die Ergebnisse ein. Die Menschen hegten offenbar den Wunsch nach einer starken EU, deren Stärke für sie im täglichen Leben und in Krisenmomenten aber nicht genügend wahrnehmbar sei. Er bezeichnete dies als „eine besorgniserregende Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit“.

Der diesjährige Karlspreis wird am Donnerstag (14. Mai) an Mario Draghi übergeben. Der frühere Ministerpräsident Italiens und vormalige Präsident der Europäischen Zentralbank wird für seine Leistungen für die europäische Einigung geehrt. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.