Als Reaktion auf die hohen Energiepreise schlägt die EU-Kommission Änderungen am Emissionshandel vor, um den CO2-Preis zu festigen.
Mehr Puffer für CO2-PreisEU will die Marktstabilitätsreserve anpassen

Die Idee hinter dem Emissionshandelssystem: Wer mehr Treibhausgase ausstößt, braucht auch mehr Zertifikate. (Archivbild)
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Infolge der angestiegenen Energiekosten beabsichtigt die Europäische Kommission, den Preis für CO2 durch Modifikationen am europäischen Handelssystem für Treibhausgase zu festigen. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet, soll das grundlegende System zwar erhalten bleiben, aber künftig besser auf Entwicklungen am Markt reagieren können, „einschließlich möglicher Versorgungsengpässe in den kommenden Jahrzehnten“.
Von Teilen der Industrie wird das aktuelle System wegen steigender Herstellungskosten bemängelt, welche die Konkurrenzfähigkeit mit Unternehmen außerhalb der Europäischen Union beeinträchtigen. Das EU-Emissionshandelssystem (ETS) wurde im Jahr 2005 etabliert, um Treibhausgase zu senken. Ausgewählte Firmen müssen Nachweise für den CO2-Ausstoß erbringen und können mit diesen bei Bedarf handeln, was als Impuls zur Einsparung dienen soll.
So funktioniert die Marktstabilitätsreserve
Da in der jüngeren Vergangenheit mehr Emissionszertifikate verfügbar waren als benötigt wurden, werden diese in der als Marktstabilitätsreserve (MSR) bekannten Einrichtung verwahrt. Dies dient der Reduzierung des Angebots am Markt. Sollte es hingegen zu einer Verknappung kommen, werden Zertifikate aus der Reserve freigegeben. Dies kann die Preise reduzieren und dadurch Firmen entlasten.
Derzeit werden in der Reserve höchstens 400 Millionen Zertifikate aufbewahrt; alle darüber hinausgehenden Mengen verlieren ihre Gültigkeit. Die Kommission empfiehlt nun, diese Obergrenze abzuschaffen. Auf diese Weise könnten mehr Zertifikate als Puffer vorgehalten werden, um den Markt bei Bedarf zu festigen.
Deutschland befürwortet leichte Änderungen
Die Initiative ist Teil der Klimaziele der EU, die Emissionen bis 2030 um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken und bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Die Pläne bedürfen der Billigung durch das Europäische Parlament sowie die 27 Mitgliedstaaten der EU. Die Bundesrepublik hatte sich jüngst für geringfügige Modifikationen ausgesprochen, etwa bei der Zuteilung kostenloser Zertifikate für Industrieanlagen. (red)
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