Die Ukraine greift erneut russische Energieanlagen an. Gleichzeitig erlebt Kiew nach Angaben von Bürgermeister Klitschko die schwersten Angriffe seit Kriegsbeginn.
Explosionen bestätigtUkraine greift erneut Raffinerie an – Klitschko warnt vor neuer Eskalation

Ein ukrainischer Soldat des Verteidigungsnachrichtendienstes bereitet den Start der Langstreckendrohne An-196 Ljutyj an einem ungenannten Ort in der Ukraine vor. (Archivbild)
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Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine wird zunehmend von gegenseitigen Drohnen- und Raketenangriffen geprägt. In der russischen Region Samara hat die Ukraine nach eigenen Angaben erneut eine Ölraffinerie attackiert. Gleichzeitig berichtet Kiew von den schwersten russischen Luftangriffen seit Beginn des Krieges.
Nach Angaben des Gouverneurs der Region Samara kam bei ukrainischen Drohnenangriffen ein Mann ums Leben. Drei weitere Menschen seien verletzt worden, darunter ein Kind. Zudem seien Wohnhäuser und ein Industrieobjekt beschädigt worden. Das unabhängige Internetportal „Astra“ identifizierte das betroffene Industrieobjekt anhand von Bildern und Videos aus sozialen Netzwerken als die Ölraffinerie in Sysran, auf deren Gelände mehrere größere Brände ausgebrochen seien.
Ukraine bestätigt Angriff – Raffinerie bereits mehrfach getroffen
Der ukrainische Generalstab bestätigte den Angriff. Demnach seien Explosionen und Brände auf dem Raffineriegelände registriert worden. Außerdem hätten ukrainische Drohnen nach Angaben aus Kiew zehn Öltanker und vier Fähren im Asowschen Meer getroffen. Eine unabhängige Bestätigung dafür liegt nicht vor.

Dieses vom ukrainischen Rettungsdienst zur Verfügung gestellte Foto zeigt Rettungskräfte nach einem russischen Luftangriff.
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Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Flugabwehr habe in der Nacht 349 ukrainische Drohnen abgeschossen. Solch hohe Zahlen meldet Moskau bereits seit mehreren Tagen.
Die Raffinerie in Sysran war bereits mehrfach Ziel ukrainischer Angriffe. Ende Mai musste die Anlage nach einem Angriff ihren Betrieb vorübergehend einstellen. Sie gehört zum staatlichen Ölkonzern Rosneft und produziert unter anderem Benzin, Diesel und Kerosin.
Kiews Bürgermeister Klitschko fordert mehr Luftabwehr
Während die Ukraine ihre Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur fortsetzt, steht Kiew selbst unter massivem Beschuss. Bürgermeister Vitali Klitschko sprach nach mehreren schweren Luftangriffen innerhalb einer Woche von einer weiteren Eskalation. Die russischen Attacken mit ballistischen Raketen seien „schlimmer als je zuvor“, sagte er der „Bild am Sonntag“.
Nach ukrainischen Angaben kamen bei den Angriffen auf die Hauptstadt Dutzende Menschen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. Zahlreiche Wohnhäuser wurden beschädigt oder zerstört.
Klitschko sieht hinter der Intensivierung der Angriffe ein gezieltes Vorgehen Moskaus und forderte die westlichen Verbündeten erneut auf, die ukrainische Flugabwehr weiter zu stärken. Vor allem beim Abfangen ballistischer Raketen ist die Ukraine auf moderne Luftverteidigungssysteme angewiesen. (dpa/red)
