Abo

„Heilige Scheiße, rennt!“Panik am Schwarzen Meer – massiver Angriff trifft Putins Urlaubsort

3 min
Ein Screenshot aus einem in den sozialen Netzwerken kursierenden Video soll eine Explosion am Hafen von Sotschi zeigen.

Ein Screenshot aus einem in den sozialen Netzwerken kursierenden Video soll eine Explosion am Hafen von Sotschi zeigen.

Während ein ukrainischer Angriff für panische Szenen in Sotschi sorgt, behauptet Norwegen, Selenskyj sei in akuter Drohnen-Gefahr gewesen. 

Die ukrainischen Streitkräfte haben übereinstimmenden Angaben zufolge den Hafen des russischen Schwarzmeer-Urlaubsorts Sotschi angegriffen. Russische Behörden in der Region Krasnodar meldeten den Angriff am Mittwochabend (9. September).

Den Angaben zufolge kam bei der Attacke eine Seedrohne zum Einsatz. An einem Hafendamm in Sotschi sei ein Feuer ausgebrochen, hieß es weiter. Acht Menschen wurden den Angaben zufolge bei dem Angriff verletzt. Sotschis Bürgermeister Andrej Proschunin rief die Bewohner der Stadt nach dem Angriff dazu auf, Schutz zu suchen und Ruhe zu bewahren.

Sotschi beherbergt Sommerresidenz von Wladimir Putin

Sotschi, auch als Russlands „zweite Hauptstadt“ bekannt, beherbergt die offizielle Sommerresidenz von Kremlchef Wladimir Putin. Die Stadt, die als Winterurlaubsort der russischen Elite gilt und im Sommer ein beliebter Strandurlaubsort ist, liegt etwa 650 bis 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.

Aufnahmen, die in den sozialen Netzwerken kursieren und von Bewohnern der Stadt stammen sollen, zeigen eine gewaltige, feurige Explosion neben einer Strandpromenade. Der Überwachungskanal Supernova+ teilte Videos, die zeigen, wie Einwohner Sotschis inmitten heftiger Explosionen – mutmaßlich verursacht durch Drohnenabwehrsysteme – Schutz suchen.

Panische Szenen in Sotschi: „Verdammte Hölle“

Auch erhebliche Zerstörungen sind auf manchen Aufnahmen sichtbar. „Verdammte Hölle“, hört man eine Stimme auf einem der Videos sagen. Auf einer anderen Aufnahme sind panisch flüchtende Menschen zu sehen. „Heilige Scheiße, rennt!“, ruft eine Männerstimme, während im Hintergrund Explosionen zu hören sind. Unabhängig überprüfen lassen sich die Videos derzeit jedoch nicht. 

Nach Angaben des russischen Telegram-Kanals Astra war auch ein Konzert der russischen Sängerin Tatjana Bulanowa von dem Angriff indirekt betroffen.

Ukraine nimmt immer wieder russische Häfen ins Visier

Der Auftritt fand in der Nähe des Angriffsortes statt – kursierende Aufnahmen zeigen, wie Konzertbesucher panisch evakuiert werden. Bulanova hatte nach Angaben der Zeitung „Kyiv Independent“ in der Vergangenheit ihre Unterstützung für Russlands Einmarsch in die Ukraine zum Ausdruck gebracht.

Seit Kriegsbeginn haben die Ukraine und Russland wiederholt die Häfen des jeweils anderen Landes angegriffen. Am 9. September attackierten ukrainische Drohnen die Schwarzmeerstadt Noworossijsk und nahmen dabei einen Marinestützpunkt und die Ölinfrastruktur ins Visier. Ukrainische Streitkräfte haben zudem wiederholt russische Ölanlagen im Ostseehafen Ust-Luga angegriffen.

Drohnen-Vorfall: Wolodymyr Selenskyj soll in Gefahr gewesen sein

Für Aufsehen in der Ukraine sorgt derweil nicht nur der Angriff der eigenen Streitkräfte gegen Putins Sommerurlaubsort, sondern auch die Angaben des norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Störe. Ein Flugzeug mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an Bord ist laut Gahr Störe in Moldau beinahe von einer Drohne getroffen worden. „Das ist die Realität, in der er lebt“, sagte der Norweger zu der mutmaßlichen Gefährdung Selenskyjs bei dem Flug.

Angaben aus der Ukraine und aus Moldau relativierten die Darstellung Gahr Störes. Aus dem Umfeld des ukrainischen Präsidenten verlautete, es sei „übertrieben“, dass Selenskyj einem Risiko ausgesetzt gewesen wäre.

Als eine russische Drohne in den Luftraum von Moldau und Rumänien eingedrungen sei, sei in Moldau ein Alarm ausgelöst worden. Selenskyj war am Dienstagabend in der norwegischen Hauptstadt Oslo eingetroffen, wo er am Mittwoch an der Beerdigung von König Harald V. teilnahm. (mit afp)