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Familien im AusnahmezustandStimmen zur Entscheidung des Landes für Distanzunterricht

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Distanzunterricht

Es bleibt beim Distanzunterricht. Allerdings gibt es viele offene Fragen bei der Umsetzung.

Köln – „Damit hat keiner gerechnet“, sagt Gerhard Jansen perplex mit Blick auf die Nachrichten aus der NRW-Landesregierung, wie es im Lockdown für Schulen weitergeht: „Für alle Distanzunterricht? Wie das gehen soll, müssen wir uns jetzt alle überlegen. Das ist problematisch für die meisten, für viele muss ja jetzt ein Betreuungsangebot her. Viele offene Fragen“, sagt der Vorsitzende der Stadtschulpflegschaft Köln.

Der Lockdown-Plan: Ab Montag gibt es Distanzunterricht an den Schulen bis 31. Januar, ohne Klassenarbeiten bis auf Ausnahmen etwa für Abschlussklassen. Ein Betreuungsangebot für die Klassen 1 bis 6 soll in Schulen vorgehalten werden, kein Präsenzunterricht findet statt.

Eltern, Lehrer und Schüler müssen sich wieder auf schwierige Zeiten mit Home-Schooling einstellen, wie schon im März als von jetzt auf gleich 152 000 Kölner Schülerinnen und Schüler sowie 42 000 Kitakinder zuhause blieben, Mütter und Väter alternative Betreuungsmöglichkeiten finden und sich mit Notlösungen arrangieren mussten. Der Ausbau der digitalen Infrastruktur ist seitdem fortgeschritten, aber noch längst nicht überall im nötigen Umfang vorhanden. Familien im Ausnahmezustand, Fortsetzung folgt.

Für die Stadt Köln heißt es nun wieder Warten auf die neue Corona-Schutzverordnung, die am kommenden Montag, 11. Januar, in Kraft treten soll. „Es ist eine schwierige Zeit. Mit Blick auf die Bildungsgerechtigkeit muss es das Ziel sein, schnellstmöglich wieder zu Präsenzunterricht und Regelbetrieb zurückzukehren, sobald das der Infektions- und Gesundheitsschutz zulässt“, sagt Bildungsdezernent Robert Voigtsberger. Erforderlich sei eine frühzeitige Planungssicherheit, wie es ab 1. Februar für Schulen und Kitas weitergeht.

Weiterführende Schulen

Die Verlängerung des Lockdowns befürwortet die Stadtschulpflegschaft zwar, aber die Meinungen über Alternativkonzepte gehen auseinander. „Erst müssen die Infektionszahlen runter“, so Jansen. Viele hatten gehofft, dass neben den unteren Klassen die Abschlussklassen in Präsenz unterrichtet werden könnten. Prüfungen stünden an. Es müssten Lösungen gefunden werden, wie der Lehrplan eingehalten werden kann, damit es kein abgespecktes „Corona-Schuljahr“ wird. Einige Schulen hätten bewiesen, dass sie Distanz-und Hybridmodelle gut bewältigen. Andere haben Konzepte zum Lernen auf Distanz ohne digitale Technik erarbeitet. Nun seien die Qualität der Lehre und vergleichbare Abschlüsse in Gefahr. Wer zu Hause nicht gut ausgestattet sei oder nicht genug Ruhe und Platz zum Lernen haben, bleibe auf der Strecke.

Kitas und Grundschulen

Die Kölner Kitas befinden sich laut Stadt seit Dienstag noch im Regelbetrieb, wobei weiter der Appell gilt, die Kinder zuhause zu betreuen. Mittwoch besuchten rund 20 Prozent der Kinder städtische Kitas. Die Kita-Betreuungszeiten werden laut NRW-Schulministerin ab Montag um zehn Stunden gekürzt.

„Da hätte man schon früher etwas vorbereiten können“, findet Attila Gümüs, Vater von drei Kindern (9, 6, 2), Mitglied im Jugendhilfeausschuss und Schulpflegschaftsvorsitzender. Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, das sei schwierig und müsse gut vorbereitet werden. Die Zeit ist knapp: Für Eltern sei nun wichtig zu klären, wie es kompensiert wird, wenn sie ihr Kind selbst betreuen, welche Regelungen mit Arbeitgebern über Kinderkrankentage hinaus zu treffen sind. Für Grundschulen gilt: Distanzunterricht zuhause, eine „Notbetreuung“ wird geboten.

Lehrkräfte

Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft Köln begrüßt grundsätzlich die Entscheidung, Distanzunterricht anzubieten und dass „der Arbeits- und Gesundheitsschutz an Schulen endlich ernst genommen wird“, so Geschäftsführerin Eva-Maria Zimmermann. Lehrkräften ist bewusst, „dass diese Situation besonders schwierig ist für Schülerinnen und Schüler aus finanziell benachteiligten und oder bildungsfernen Familien“. Es sei wichtig, dass diese bei etwaigen Öffnungen bevorzugt werden. Die Zeit bis Februar müsse genutzt werden, um einen verlässlichen, langfristigen Stufenplan für ein schrittweise eingeführtes Präsenzangebot zu erarbeiten.

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Schülerinnen und Schüler

Es lastet ein großer Druck auch auf Schülern, wie sie das alles hinbekommen sollen. Dass es auch Infektionsgeschehen an Schulen gibt, davon seien sie schon länger ausgegangen, sagt Lasse Schäfer von der BezirksschülerInnenvertretung Köln (wir berichteten). Forderungen nach der Vereinbarung des Gesundheitsschutzes mit Präsenz zumindest für die „Kleinen“ sowie Abschlussjahrgänge werde von Vielen favorisiert – in kleinen Gruppen mit viel Abstand. Das steht wohl erst ab Februar wieder zur Debatte.