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„Sehr alarmierendes Zeichen“Neue Raketen sollen bald Moskau treffen – Putins Z-Blogger werden nervös

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Ein Screenshot aus einem Video des Herstellers Fire Point soll die neue Flamingo-Version FP-7 beim Start zeigen.

Ein Screenshot aus einem Video des Herstellers Fire Point soll die neue Flamingo-Version FP-7 beim Start zeigen.

Die Ukraine verkündet die Befreiung eines großen Gebiets an der Front – und sorgt mit ihren ballistischen Raketen für nervöse Reaktionen in Moskau.

Die Ukraine meldet militärische Erfolge entlang der Front im Osten des Landes. Fast das gesamte Gebiet der Region Dnipropetrowsk sei mittlerweile durch die ukrainische Armee befreit worden, hieß es am Dienstag vom ukrainischen Generalstab. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben derzeit nicht. Auch in russischen Telegram-Kanälen war jedoch von Erfolgen der ukrainischen Truppen in der Region die Rede.

„Mehr als 400 Quadratkilometer unseres Territoriums sind bereits befreit“, teilte Generalmajor Oleksandr Komarenko in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur RBC-Ukraine mit. „Auf einem etwas kleineren Gebiet wurde der rückwärtige Bereich von eingedrungenen Feinden gesäubert. Fast das gesamte Gebiet der Region Dnipropetrowsk ist befreit“, fügte Komarenko hinzu. „Es gilt noch, drei kleinere Siedlungen zu sichern und zwei weitere zu räumen.“

Neue Flamingo-Version soll „problemlos Ziele in Moskau treffen“

Der Hersteller des ukrainischen Marschflugkörpers Flamingo kündigte unterdessen an, dass eine neue Version der neu entwickelten Waffe „problemlos Ziele in Moskau treffen können“ wird. „Unsere Geschosse werden mit über 1200 Metern pro Sekunde einschlagen, daher werden wir die Flugabwehr deutlich leichter überwinden. Ja, etwas wird uns im Weg stehen, aber etwa 25 Prozent werden durchkommen und das Ziel treffen“, kündigte der Chef des Unternehmens, Denys Shtilierman, nun in einem Interview an.

Abschuss einer Flamingo-Rakete. (Archivbild)

Abschuss einer Flamingo-Rakete. (Archivbild)

Die aktuelle Variante des Flamingos, als FP-5 bekannt, wird von den ukrainischen Streitkräften bereits eingesetzt. Mit FP-7 und FP-9 sollen im Laufe des Jahres auch neue ballistische Raketen zum Einsatz kommen, erklärte Shtilierman.

„Wir werden sie in Kürze an den Nachbarn testen“

Der Fire Point-Chef hatte zuvor bereits Videos veröffentlicht, die den Start einer FP-7-Rakete zeigen sollen. „Wir werden sie in Kürze an den Nachbarn testen“, kündigte Shtilierman jetzt an. Bei der FP-9, die eine noch größere Reichweite und Durchschlagskraft haben soll, rechne man unterdessen damit, dass ab Juni 2026 funktionsfähige FP-9 zur Verfügung stehen könnten.

Ukrainische Medien weisen jedoch darauf hin, dass Fire Point bereits die erste Variante des Flamingos mit großen Worten beworben habe. „Die angegebenen Reichweiten, Nutzlasten, Genauigkeiten und Produktionszahlen übertrafen jegliche nachweisbare Wirkung auf dem Schlachtfeld bei Weitem“, merkte etwa die Zeitung „Kyiv Independent“ nun an. Zuletzt hatte es jedoch auch vermehrt Berichte über erfolgreiche Angriffe mit dem Marschflugkörper auf Ziele in Russland gegeben. 

Flamingo sorgt für Nervosität in Moskau: „Alarmierendes Zeichen“

Dass die Ukraine ihre Marschflugkörper weiterentwickelt, wird in Russland jedenfalls genau beobachtet – und sorgt für einige Nervosität bei den russischen Kriegsbloggern. Es sei alarmierend für alle Russen, dass bereits die aktuelle Variante des Flamingos Ziele tief in Russland treffen könne, beklagte etwa der Propagandist Maxim Kalaschnikow in dieser Woche. 

Die russische Machtelite leide angesichts der neuen ukrainischen Waffe an „Abolie“, erklärte der Kriegsunterstützer. Unter dem Begriff versteht man eine krankhafte Willensschwäche oder Unentschlossenheit. „Ich befürchte, dass angesichts all der Schläge von Flamingo, genau das passiert“, erklärte Kalaschnikow. „Das ist ein sehr alarmierendes Zeichen. Es ist eine Verschlechterung unserer Lage. Und das nicht nur in militärischer, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht.“

Russland greift weiter zivile Ziele an: Vier Tote in Slowjansk

Russland setzt unterdessen seine Angriffe auf zivile Ziele in der Ukraine weiter fort. Durch russische Gleitbomben sind im Zentrum der ostukrainischen Stadt Slowjansk mindestens vier Menschen getötet worden. Weitere 16 seien verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung, Wadym Ljach, bei Facebook mit. Insgesamt seien drei russische Bomben eingeschlagen. Den Angaben nach wurden zudem sechs Wohnhäuser und zehn Autos beschädigt.

Die russisch-ukrainische Frontlinie ist noch etwa 20 Kilometer von der Stadt im Gebiet Donezk entfernt. Die Ukraine wehrt sich seit etwas mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. (mit dpa)