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Anstieg auf 64 JahreUmstrittene Rentenreform in Frankreich tritt in Kraft

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French President Emmanuel Macron arrives to greet a head of state during bilateral meetings at the Elysee Palace, on the sidelines of the New Global Financial Pact Summit, in Paris, on June 22, 2023. Dozens of global leaders are gathering in Paris on June 22 for a summit to tease out a new consensus on international economic reforms to help debt-burdened developing countries face a growing onslaught of challenges, particularly climate change. (Photo by Ludovic MARIN / AFP)

Der französische Präsident Emmanuel Macron konnte sich schlussendlich doch durchsetzen mit seiner Rentenreform.

Präsident Macron hatte das sensible Thema Rente eigentlich schon in seiner ersten Amtszeit auf die Agenda gehoben.

In Frankreich tritt die umstrittene Rentenreform von Präsident Emmanuel Macron nach monatelangen und teils gewaltsamen Protesten an diesem Freitag in Kraft. Große Kundgebungen zum Start der Reform, mit der das Renteneintrittsalter schrittweise von 62 auf 64 Jahre steigt, sind nicht angekündigt. Arbeitsminister Olivier Dussopt besucht anlässlich des Inkrafttretens der neuen Regeln am Freitag ein Regionalbüro der Rentenversicherung im elsässischen Mulhouse.

Demonstranten rennen während einer Demonstration durch Tränengas. In Frankreich haben sich die Streiks und Proteste gegen die Rentenreform zugespitzt.

Die Streiks und Proteste gegen die Rentenreform in Frankreich gerieten im Frühjahr außer Kontrolle.

Die Gewerkschaften hatten geschlossen Front gegen die Reform gemacht und Massenproteste mit Hunderttausenden Teilnehmern organisiert. Die Kundgebungen schlugen teils in Gewalt um, nachdem die Regierung die Reform nach turbulenter Debatte ohne Abstimmung durchs Parlament gedrückt hatte. Das Präsidentenlager war sich ausreichender Unterstützung durch andere Parteien am Ende nicht sicher gewesen, daher der ungewöhnliche Schritt. Begleitet wurden die Proteste von Streiks bei Bahnen und an den Flughäfen. Wochenlang wurde in Teilen von Paris kein Müll abgefahren.

Viele Menschen in Frankreich arbeiten bereits über das 62 Lebensjahr hinaus

Macron hatte das sensible Thema Rente eigentlich schon in seiner ersten Amtszeit auf die Agenda gehoben. Nach den sogenannten Gelbwesten-Protesten kam jedoch die Corona-Pandemie und die Reform wurde vorerst abgeblasen. Im Wahlkampf 2022 kündigte der Präsident dann einen zweiten Anlauf an.

Auch bisher arbeiteten bereits viele Menschen in Frankreich über 62 Jahre hinaus, wenn sie mit Erreichen der Altersgrenze noch nicht lange genug für eine abschlagsfreie Rente eingezahlt hatten.

Macron begründete die Reform mit einem drohenden Defizit in der Rentenkasse. Denn angesichts einer alternden Bevölkerung müssten die Beschäftigten - ähnlich wie in Deutschland - mit ihren Beiträgen für eine steigende Zahl von Rentnern aufkommen. Um die Höhe der Rente stabil zu halten, müsse die Bevölkerung etwas länger arbeiten. (dpa)